Das Brodeln wird lauter (04.04.18)

Opposition wächst: Demonstration der Frauengruppe „120 Dezibel“ im Februar in Berlin Bild: action press

Die aggressiven Reaktionen auf bürgerlichen Protest stehen im scharfen Kontrast zur Schonung, die Linksextremisten erfahren.

Mit Befriedigung haben die großen Fernsehsender vermerkt, dass die Menge der Ostermarschierer auch in diesem Jahr wieder leicht zugenommen habe. Zwar bleibe die Zahl weit hinter denen der 60er oder 80er Jahre zurück − aber sie wachse, immerhin.
Was gänzlich fehlte in der ausgesprochen wohlwollenden Berichterstattung über die Ostermärsche war ein Hinweis auf die Teilnahme von ausgewiesenen Extremisten. Dabei konnte deren Präsenz nicht einmal dem aufmerksamen Fernsehzuschauer verborgen bleiben − präsentierten sich (wie jedes Jahr) doch auch 2018 extremistische Gruppen mit ihren Fahnen und Transparenten ohne Scheu zwischen den insgesamt mehreren 10000 Ostermarschierern.
Dass dies in den tonangebenden Medien komplett ignoriert wurde, hat einen Grund: Es waren Extremisten von links.
In scharfem Kontrast zu dieser Blindheit gegen Links steht der Feuereifer, mit welchem ganze Demonstrationen bürgerlicher Oppositionsgruppen angeschwärzt werden, sobald sich auch nur einzelne Personen vom (wirklichen oder vorgeblichen) rechten Rand unter die Bürger mischen. So drohte der Chef des Hamburger Verfassungsschutzes Teilnehmern der dort seit Wochen abgehaltenen Kundgebungen gegen Kanzlerin Merkel: „Jeder, der dort mitmarschiert, muss wissen, dass er mit Extremisten gemeinsame Sache macht.“ Warum? Weil der Verfassungsschutz auf der Demo einzelne „Reichsbürger“ gesichtet haben will. Das reicht schon.
Der Verfassungsschutz-Chef ist ein Sprachrohr der politischen Führungsklasse des Landes. Deren Nervosität spricht aus seinen wütenden Worten. Die Nervosität wird noch gesteigert durch den erdrutschartigen Erfolg der von der PAZ-Autorin Vera Lengsfeld initiierten „Erklärung 2018“.
Die Erklärung äußert Befremden darüber, dass Deutschland durch die wachsende illegale Einwanderung beschädigt werde und solidarisiert sich mit den friedlichen Demonstranten, die dagegen auf die Straße gehen. Zunächst durften nur herausragende  Persönlichkeiten unterzeichnen. Als sich von diesen schon am 29. März die symbolische Zahl von 2018 Menschen der Erklärung angeschlossen hatte, wurde sie für jedermann geöffnet. Eine Lawine brach los: Bis Anfang dieser Woche kamen bereits mehr als 50000 Unterstützer zusammen.
Die Reaktionen im linken Lager schwanken zwischen Wut und Irritation, da die üblichen Verdammungsparolen (Abgehängte, Pack, „Nazis“) schon an der Qualität der Erst- und Frühunterzeichner scheitern. Die Erklärung als Aufschrei eines kleinen isolierten       Zirkels rechter Intellektueller abzutun, zerschellt nun am rasanten Aufwuchs der Unterstützerschar aus allen Schichten. Es ist nicht zu überhören: Das Brodeln wird lauter.      Hans Heckel