Abhörskandal nur Ablenkung?

Medien übergehen anstehende Neuregelung von Bankenpleiten fast komplett

30.10.13
EU-Gipfel: Nicht nur EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (l.) forderte von Merkel mehr Solidarität für Europa Bild: action press

Während alle Welt nur über Merkels Handygespräche debattierte, wurde die Abwicklung angeschlagener Banken klammheimlich zur gesamteuropäischen Aufgabe.

Ratlos stehen die Deutschen vor der „Abhöraffäre“ um den US-Geheimdienst NSA. Sollte es wahr sein, dass die Kanzlerin tatsächlich nichts wusste um ihre Bespitzelung? Oder hat sie die Deutschen belogen, als sie im Sommer behauptete, ihr sei nichts bekannt von derartigen Vorgängen?
Die lautstarken Unmutsbekundungen aus Berlin stehen jedenfalls in einem merkwürdigen Kontrast zu dem Wenigen, was man angeblich konkret zu unternehmen gedenkt. Vor allem ist wieder viel davon die Rede, dass „Europa mit einer Stimme sprechen“ müsse. Eine Stimme? Zur Erinnerung: Das EU-Land Großbritannien gehört selbst zu der US-geführten Phalanx von fünf angelsächsischen Staaten, die bei der Spionage strikt gemeinsame Sache machen. Und Griechenland hat sich von US-Bankern anleiten lassen, wie man die europäischen Partner hinters Licht führt, um sich den Euro zu erschleichen.
Sicher ist ein koordiniertes Vorgehen vieler EU- Länder gegenüber den USA wünschenswert. Die Formulierung und Durchsetzung nationaler Interessen aber kann „Europa“ nicht ersetzen. Wer anderes behauptet, obwohl er es besser weiß, der will in Wahrheit gar nichts unternehmen.
Wie es um die Vertretung deutscher nationaler Interessen bestellt ist, konnte beim EU-Gipfel auf anderem Gebiet beobachtet werden: Von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, da von der NSA-Affäre lautstark überdeckt, hat Kanzlerin Merkel eine angeblich zentrale deutsche Position geräumt: Entgegen ihrem bisherigen Versprechen ist es so gut wie beschlossen, dass europäische Großbanken nun doch grenzübergreifend auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden dürfen.
Wenn sich im Rahmen des „Stresstests“ 2014 etwa herausstellen sollte, dass eines der 128 größten Geldhäuser der Euro-Zone pleite ist, sollen die Staaten ihm aus der Patsche helfen. Damit haften die deutschen Steuerzahler direkt für das Versagen insbesondere der schwer angeschlagenen südeuropäischen Institute. Die sind auch deshalb marode, weil sie ihren Staaten Unmengen Geld geliehen haben. Das konnten sie, weil die EZB verfügt hat, dass Banken für Kredite an Staaten keine Sicherheit zurücklegen müssen wie für Firmenkredite. Das Geld für die Staatsanleihen wiederum hat die EZB den Banken zum Niedrigstzins überlassen.
So schließt sich der Kreis: Politik wie Banken bedienen sich grenzenlos am Geld von Sparern und Steuerzahlern. Hinter dem Lärm um die NSA wurde fast unbemerkt mit Zutun Berlins vergangene Woche eine der allerletzten Hürden auf dem Weg zu diesem historisch einmaligen Raubzug niedergerissen. Bei Affären ist es manchmal wichtiger, wann sie „aufgedeckt“ werden, und nicht so sehr, wieso. Die NSA-Affäre jedenfalls hätte für die Banken und ihre politischen Freunde kaum günstiger terminiert werden können.  Hans Heckel


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Kommentare

pedro bergerac:
3.11.2013, 15:24 Uhr

Die Ursache allen Übels ist das Geldschöpfungsmonopol der FED und ihrem Zentralbankensystem.
Wer das nicht erkannt hat, wird immer im Trüben fischen auf der Suche nach Ursache und Lösungen für die derzeitige Krise.
Selbst die Spionage des NSA ist dem Schutz des Falschgeldsystems geschuldet.
Und über eines muss man sich im Klaren sein:
Eine Welt, in der das Geld von den Privatbanken gedruckt wird, wird immer im Interesse der Privatbanken regiert werden. Wie man an den letzten 650 Jahren so schön erkennen kann.
Der Mensch, die Gesellschaft, unsere Zivilisation und letztendlich unsere Erde sind nur mehr noch dem Interesse der Finanzmärkte unterworfen. Wen glauben wir denn zu wählen wenn wir "vor die Wahl gestellt werden"? Wir haben keine Wahl. Denn würden Wahlen etwas ändern, wären sie von der Finanzmafia schon längst verboten.
Unser derzeitiges Weltfinanzsystem geht seinem natürlichen Ende entgegen und wird unsere Gesellschaft massiv beieinträchtigen.
http://www.krisen-info-netzwerk.com/downloads/Was_erwartet_uns-Eine_Reise_durch_die_Zeit.pdf
Es sei denn, wir beenden den Falschgeldzyklus und schaffen Freies Geld für Freie Märkte für Freie Menschen.
Dass von der FED installierte und kontrollierte Schuldzinsgeldsystem muss endlich ein Ende haben.
Informieren sie sich. Nur durch Aufklärung können wir Etwas zum Besseren verändern.
http://der-klare-blick.com/2013/10/das-falschgeldsystem-sehr-anschaulich-erklart/
oder direkt
http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=iFDe5kUUyT0


hans-Joachim Dr.-Ing. Kucharski M.A. (Historiker, Anglist):
2.11.2013, 10:06 Uhr

War das Vorige nicht angekommen?

Herrn Heckels Bericht ist ein aufschlußreicher Beitrag zur Aufdeckung politischer Schurkenstücke; wer soll eigentlich die darin vorkommenden Politiker noch wählen??? Er enthält aber auch noch einen privaten Aspekt, der nicht angesprochen wird, weil das Thema ein anderes ist: Erst die Tatsache, daß nun offenbar auch Frau Merkel darauf „hereingefallen“ ist, hat offenbart, wie problematisch schon der Besitz eines Handys ist:
In der Sendung „Günther Jauch" am 27.10.2012 habe ich u. a. gelernt, daß man Handymikrophone auch dann anzapfen kann, wenn nicht telephoniert wird. Somit kann jedes Wort, das irgendwo irgendwann gehört oder gesprochen wird, aufgezeichnet werden, sofern man ein Handy in der Tasche hat. Draus folgt auch, daß Arzt-, Anwalts- und Beichtgeheimnisse obsolet werden. (Haben Sie schon mal einen Arzt oder Anwalt erlebt, der sein Handy ausgeschaltet hatte, weil Sie ihn gerade kontaktierten?)
Auch Häufigkeit und Zeiten von zärtlichen Einverständnissen lassen sich mit einem Handy in der Nähe leicht von jedem verfolgen, der die hinreichende kriminelle Energie aufwendet, sich die Möglichkeit dazu zu verschaffen; das ist eine Transparenz, die man sich wohl kaum wünschen kann. Geht eigentlich die Phantasie mit einem durch, wenn man sich darüber hinaus vorstellt. wie das aussieht, wenn man ein Photohandy hat, dessen Blickwinkel sich nicht auf die Zimmerdecke oder die Unterlage beschränkt? (Ein Novum ist auch, daß Schäferstündchen als Manövriermasse für Schweinekino genutzt werden können. So billig kommen Voyeure sonst nicht an Pornos. Natürlich verbietet sich der Vergleich von filmischen Aufzeichnungen des Ehelebens mit Pornos; letztere können aber von Voyeuren schnell als solche gesehen werden, wenn bei ersteren Tabus überschritten werden; mit diesem Hinweis soll ja nur auf eine in diesem Zusammenhang bestehende Problematik hingewiesen werden.) Auch Eheleute sollten somit tunlichst ihre Handys nicht im Schlafzimmer deponieren, wenn sie ausschließen wollen, daß die intimsten Geheimnisse ihres trauten Beisammenseins zu Markte getragen werden können.
Praktiken und Möglichkeiten haben eine Dimension erreicht, die schnell an Grenzen des Vorstellungsvermögens vieler Leute stoßen. (Darauf, daß man auch ein ausgeschaltetes Handy anzapfen kann, muß man erst mal kommen.) Wer angesichts dieser Entwicklungen immer noch glaubt, beruhigend feststellen zu können, daß ihn dieses Problem nicht tangiere, weil er nichts zu verbergen habe, kann nur ein hoffnungsloser Naivling sein.


Rüdiger R.:
30.10.2013, 21:12 Uhr

Da hat aber die PAZ einen guten "Einkauf" gemacht - mit dem Hans Heckel. Der Hans versteht sein Handwerk, wieder mal eine gute Zusammenfassung!
Sollte einer von den "älteren Herrschaften" Zugang zum Internet haben, so empfehle ich mal den Prof. Dr. W. Nölling aufzurufen ggf. auch sein Buch zu kaufen: "Euro-Höllenfahrt", Pflichtlektüre.

Ich hoffe, es hat jeder ein wenig vorgesorgt. Wir sind mit Omis Laube ein wenig autark und können zur Not auch dort Motorrad fahren, wegen der guten Stimmung.


Jürg Rückert:
30.10.2013, 17:31 Uhr

Die Kumpanei zwischen "Großinvestoren" und "Kleinsozialisten" ist atemberaubend!


Tom Orden:
30.10.2013, 13:05 Uhr

Zitat:
"Politik wie Banken bedienen sich grenzenlos am Geld von Sparern und Steuerzahlern."
Ja, so ist es leider!
Deshalb kann ich Ihnen nur folgende Tipps von der "Orden der Patrioten" Webseite nahelegen:
Tipp 7: Verweigern SIE wenn möglich das Zahlen von Steuern und bekämpfen SIE so die Geldfresser in den Banken und Konzernen, die Leute wie Angela Merkel bestechen!
Tipp 8: Lösen SIE wenn möglich IHR Bankkonto auf und lassen SIE sich ab sofort IHR Gehalt in bar auszahlen; auch so kann man das Bankensystem bekämpfen!
Tipp 9: Protestieren SIE gegen den Plan des totalen Überwachungsstaats, in dem SIE auf Dinge wie zum Beispiel Kreditkarten verzichten. Bargeld ist besser und für gewöhnlich nicht ortbar. Und so wenig uns der Euro verglichen mit der D-Mark auch gefallen mag, so ist er uns lieber als Geld das nur auf Computerbildschirmen existiert! Also weg mit den Kreditkarten und her mit dem Bargeld!!!!
Tipp 12: Legen SIE zur Sicherheit ein paar Vorräte an, denn es wäre möglich, dass unser Wirtschaftssystem es nicht mehr lange macht (bei all den Problemen würde es uns nicht wundern)!
Viel Glück.


Bonner Schleife:
30.10.2013, 11:19 Uhr

WO IST DAS PROBLEM?

Die City of London kontrolliert doch nur ihr Personal!

ZUR ERINNERUNG:

Hohe Repräsentanten der DDR-Nomenklatura, welch in Wandtlitz wohnten, berichteten im BRD-Besatzungs-TV:
Wenn man sich als verheiratetes Ehepaar etwas Wichtes zu erzählen hatte, und verhindern wollte, daß die Abteilung der Kontrolle-Moskau davon erfahren sollte, dann bediente man sich einer einfachen Spionageabwehrmethode. Man begab sich in die Wandtlitzer Wohnung und dort wiederum ins Badezimmer. Dann drehte man den zur Badewanne gehörenden Wasserhahn ganz auf. Anschließend kniete sich das Ehepaar vor der Wanne nieder, bückte sich und flüsterte sich während des Wasserrauschens alles leise ins Ohr, von dem die Abteilung Kontrolle Moskau nichts erfahren sollte.

Und die SBZ-Abteilung Guck und Horch hat bis zum Mauerfall die gesamte Telefonate der BRB-Nomenklature rund um die Uhr abgehört. Und das gelang sogar mit mittelalterlich anmutenden Methoden. Als das an die Öffentlichkeit kam, da vollführten die BRD-Besatzungsmedien einen wahren Veitstanz vor linksintellektueller Besoffenheit. Die Medienbegeisterung in der Tri-Zone war vor allerm deshalb so groß, weil sich der konservative politische Flügel um Franz Josef Strauß unter den Bespitzelten befand. Auch heute käme der Besatzungsjournaille keine Kritik über die Lippen, wenn man bevorzugt die Katholische Kirche oder unsere Vertriebenenverbände auf kriminelle Weise abhören würde.

DER TOTALE WIRTSCHAFTLICHE KAPITULATION:

Alles, was heute in der BRDDR erfunden, erdacht, entwickelt, erforscht und geplant wird, landet sofort auf dem Schreibisch der City of London. Das ist genau so wie 1943, als die Alliierten auf wenige huntert Meter genau den Standort der deutschen Panzer und Flugzeuge kannten. Auch damals heuchelten die Kollaborateure Btroffenheit und Solidarität mit dem deutschen Volk, als die Öffentlichkeit davon erfuhr. Gut 1945 folgte die totale militärische Niederlage und 2015 steht die totale wirtschaftliche Niederlage bevor!

FASSE DICH KURZ! FEIND HÖRT MIT!

Dieser Satz sollte wieder wie zu Onkel Addis Zeiten auf jedem Mikrophon geschrieben stehen. Eingedenk dieses Hinweises aus dem Kriege an den Telefonierenden, war die Volksaufklärung der Nazis doch sogar grundehrlich!


Rainer Sebald:
30.10.2013, 05:24 Uhr

Die Folgen werden sein,eine 10% tige Abgabe auf alle Guthaben der Deutschen sowie Zwangshypotheken auf Eigentümer von Immobilien.Das Ganze wird OHNE Vorankündigung vollzogen.Ich nehme an das die Bundeswehr für Innere Einsätze tätig werden kann ist kein Zufall.Dieser Raubzug ist von langer Hand geplant.Auch sucht die EU geeignete Plätze für "Umerzieungslager" wo dann Zukünftig Gegner der EU Diktatur Interniert werden sollen.
All das scheint in greifbarer Nähe.Nur die breite Masse interesiert Ihre Zukunft nicht,verdummt druch die Staatlichen Medien haben wohl andere Belanglosigkeiten Vorrang.Ich für meinen Teil bin froh das es Zeitungen gibt wie Ihre wo man sich noch informieren kann.


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