»Angst muss jedem gestattet sein«

Der suspendierte Lehrer Daniel Krause über die Bedrohung durch den Islamismus

30.07.12
Deutscher Kultur verbunden: Daniel Krause

Wer heutzutage gegen die ungeschriebenen Gesetze der „Political Correctness“ verstößt, muss um seine bürgerliche Existenz fürchten. Diese Erfahrung musste auch Daniel Krause, 32, promovierter Soziologe und Studienrat am Stadtgymnasium Dortmund, machen. Nachdem er bei einer Veranstaltung von „Pro NRW“ in Köln spontan das Wort ergriffen und vor dem Erstarken des Salafismus in Deutschland gewarnt hatte,  wurde er vom Dienst suspendiert.
Eine Suspendierung ist eine vorläufige Dienstenthebung eines Beamten nach Beamtenrecht und bedeutet nicht, dass der Dienstherr konkrete Vorwürfe erhebt. In der Regel handelt es sich um eine ergebnisoffene Ermittlungsphase. Die Suspendierung wird automatisch aufgehoben, wenn nicht innerhalb von drei Monaten ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird. Im PAZ-Interview schildert Krause die Gründe für seinen Auftritt in Köln und seine derzeitige Situation.

PAZ: Sie wurden dafür angegriffen, dass Sie öffentlich äußerten, Sie hätten vor Islamisten mehr Angst als vor Nazis. Wie bewerten Sie diesen Vorgang?
Krause: Ich habe ein persönliches Angstempfinden kundgetan. Dieses muss in einer Demokratie jedem gestattet sein, auch einem Beamten. Ich habe in meiner Rede niemanden persönlich beleidigt, während ich diese Angst geäußert habe. Islamisten sind de facto eine große Bedrohung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung, das sieht auch der Verfassungsschutz so. Gerade als „wehrhafter Demokrat“ muss ich doch auf diese Gefahr hinweisen dürfen.

PAZ: Sie verorten sich selbst als politisch links und stehen den Grünen nahe. Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass Sie ausgerechnet bei einer Kundgebung von „Pro NRW“ das Wort ergriffen haben?
Krause: Ziel meines Protestes war die Kundgebung der 1000 Salafisten. Dass auch „Pro NRW“ vor Ort war, hatte ich nicht gewusst. Zugegebenermaßen war es ungünstig, ausgerechnet in Gegenwart dieser Partei zu sprechen. Diese Partei entspricht in ihrer Gesamtausrichtung keineswegs meiner Gesinnung. Doch linke und liberale Parteien hatten es leider nicht geschafft, selbst eine entsprechende Mahnwache zu organisieren.

PAZ: In Ihrer Rede haben Sie davon gesprochen, dass „wir bürgerlichen Deutschen“ im Kampf gegen Salafismus zusammenhalten müssen. Diese Äußerung aus dem Munde eines Linken klingt befremdlich. Darf ein Linker zu einem „deutschen“ Zusammenhalt aufrufen?
Krause: Deutschland ist im weltweiten Vergleich ein sehr tolerantes Land. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien deutlich stärker verwirklicht als anderswo. Dieses gilt auch für die Gleichberechtigung von Homosexuellen. In Osteuropa, zum Beispiel in Polen und Russland, werden Homosexuelle stark diskriminiert. Im arabischen Raum werden Frauen bei Ehebruch hingerichtet, Homosexuelle werden dort zu Tode gefoltert. Gerade, weil ich ein Linker bin, fühle ich mich „deutscher“ Kultur heutzutage eher verbunden als naivem Multikulturalismus.

PAZ: Sie haben weiter gesagt, der Rechtsextremismus sei das, was alle blind bekämpften, ohne zu reflektieren. Können Sie das weiter erläutern?
Krause: Wenn 20 Neonazis aufmarschieren, dann stellen sich ihnen 5000 linke Gegendemonstranten entgegen. In Köln waren jedoch 1000 Salafisten angemeldet, und leider kamen überhaupt keine linken Gegendemonstranten – außer mir! Das finde ich irrational. Denn gerade in Köln haben Salafisten in letzter Zeit in den Fußgängerzonen verkündet, dass Juden weniger wert seien als Affen und dass Schwule weniger wert seien als Schweine. Wenn ein Deutscher so gegen Juden und Schwule hetzt, gibt es von linker Seite meist einen riesigen Aufruhr. Wenn jedoch ein arabischer Moslem dermaßen antisemitische und homophobe Sprüche verbreitet, sprechen viele Linke immer noch naiv-pauschal von der „mulitkulturellen Bereicherung“.

PAZ: Gerade von Seiten linker Gruppen sind Sie seit Ihrer Rede heftig attackiert worden. Selbst Mordaufrufe wurden im Internet gegen Sie veröffentlicht. Wie gehen Sie damit um?
Krause: Mein engster Freundeskreis steht fest zu mir. Das gibt mir viel Kraft. Insgesamt bin ich sehr schockiert, wie intolerant viele Linke im Hinblick auf abweichende Meinungen sind. Ich werde sehr undifferenziert als „Verräter“ veschrien und bedroht.

PAZ: Werden Sie angesichts dieser Umstände weiterhin ein „Linker“ sein?
Krause: Ja, denn hinsichtlich der meisten Themenfelder fühle ich mich von linken Parteien am besten vertreten. Auch wenn es im linken Lager so nicht erkannt worden ist: Meine Art von Islamkritik ist eine „linke“ Islamkritik. Ich kritisiere den Islam aus einer linksprogessiv-emanzipatorischen Perspektive, um Rechte von Frauen und Homosexuellen zu stärken. Mir geht es keineswegs darum, das Christentum als etwas pauschal Besseres darzustellen, wie es „Pro NRW“ gerne tut.

PAZ: In Ihrer Rede haben Sie die Niederländer Pim Fortuyn und Geert Wilders herangezogen. Können Sie Ihre Position zu beiden erläutern?
Krause: Pim Fortuyn war ein Anhänger demokratischer Prinzipien, der die Meinungsfreiheit mit Feuer und Schwert verteidigt hat. Er hat herausgestellt, wie wichtig Fragen der öffentlichen Ordnung und Immigration sind. Pim Fortuyns Erfolg war die logische Folge davon, dass eine paternalistische politische Elite das Unbehagen der Bürger zu lange nicht ernst nahm. Fortuyns Aufstieg hat eine heilsame Wirkung gehabt: Er war die Abweichung, die die niederländische Politik wieder auf Kurs gebracht hat. Geert Wilders hat Teile der Fortuyn-Agenda übernommen und erfüllt ebenso eine wichtige Funktion im politischen System. Wählen würde ich ihn trotzdem nicht.

PAZ: Ihnen wird vorgeworfen, dass Sie muslimische Schüler mit Ihrer Rede verunsichert hätten. Können Sie muslimischen Schülern noch unvoreingenommen begegnen?
Krause: Selbstverständlich kann ich das. Ich habe in meiner Rede schließlich nicht von „Muslimen“, sondern von „Islamisten“ gesprochen. Diese beiden Worte unterscheiden sich genauso stark voneinander wie die beiden Worte „Deutsche“ und „Neonazis“. Wenn Lehrer gegen Neonazis demonstrieren, wirft man ihnen auch nicht vor, dass sie gegenüber deutschen Schülern voreingenommen sein könnten.

PAZ: Es heißt, Sie hätten sich inzwischen von Ihren Äußerungen distanziert. Was ist dran an diesem Vorwurf?
Krause: Ich bedauere, dass ich von „Pro NRW“ gegen meinen Willen instrumentalisiert worden bin. Diese Distanzierung habe ich noch am Tag der Rede deutlich geäußert. Aber ich stehe nach wie vor zur meiner Aussage, dass ich als Homosexueller mehr Angst vor Islamisten habe als vor Rechtsextremisten. Ich habe wichtige Dinge angesprochen, allerdings an einem zugegebenermaßen nicht optimalen Ort.


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Kommentare

Alwin Häle:
25.08.2012, 12:16 Uhr

Hut ab vor diesem Lehrer der sich das sagen getraut was jeder sagen muß der sich mit der Lehre des Islam befasst.

Wer sich vor dem Islam nicht fürchtet ist dumm!

Eine Lehre die dazu aufruft Menschen zu diskriminieren, zu verfolgen ja zu ermorden.

Ein Allah der dazu aufruft Menschen zu verfolgen zu diskriminieren, ja zu ermorden.

Ein Strafrecht das zur Folge hat, das Dieben die Hände oder Füße abgehackt werden, das verlangt Frauen zu Steinigen usw.

Natürlich sind die meisten Moslems friedlich aber nicht die Irrlehre der sie anhängen.

Es waren auch nicht alle Anhänger des Dritten Reiches Judenverfolger und Judenmörder, aber sie haben das System gestützt.

Alwin Häle, Muntlix


Steffen Wendinger:
24.08.2012, 22:03 Uhr

Dieser
stellvertretende Schulleiter ist der, den man eigentlich suspendierten sollte! Der echte Schulleiter geht in ein paar Monaten in Pension. Hoffentlich wird der Stellvertreter nicht sein Nachfolger. Wie auch immer: Ich habe zwei Kinder in Dortmund im Grundschulalter, und habe aufgrund des Umgangs mit Dr. KRause schon beschlossen, meine Kinder NICHT aufs Stadtgymnasium zu schicken. Falls Herr Dr. KRause an ein anderes Gymnasium hier in Dortmund kommt, werde ich sie gern dort anmelden und mich dafür einsetzen, dass sie bei diesem klugen, aufrichtigen Lehrer Unterricht haben. Einige BEkannte von meiner Frau und mir sehen es genauso. Für uns ist das Stadtgymnasium jetzt endgültig gestorben!


Harald Renner:
22.08.2012, 12:41 Uhr

Das Dortmunder Stadtgymnasium hat in Dortmund einen schlechten Ruf, kämpt wegen niedriger Anmeldezahlen ums Überleben. Es ist von der Sxhließung bedroht. Nun will die Schulleitung offenbar für die Muslime in der verrotteten Nordstadt "attraktiv" werden, um von dort Anmeldungen zu erhalten, nachdem es bei den detuschen Familien wohl hoffnungslos ist. Die Suspendierung von Herrn Dr. Krause ist eine peinliche Form von "vorauseilendem Gehorsam" gegenüber dem muslimischen Klientel. Deutsche Familien sind gut beraten, ihre Kinder jetzt erst Recht vom Stadtgymnasium abzumelden bzw. gar nicht erst dort anzumelden. Der stellvertetende Schulleiter, der die Suspendierung durchgesetzt hat, hat dieser Schule endgültig den Todesstoß gegeben.


Hans Leich:
9.08.2012, 02:20 Uhr

Herr Dr. Krause hat sich klar und deutlich gegen Diskriminierung von Homosexuellen und Frauen durch Islamisten ausgesprochen und hat dazu Zuspruch von direkt Betroffenen, aber leider auch berufliche Probleme bekommen.

Schade, daß ihm die Einsicht oder auch der Mut fehlt, öffentlich zu sagen, daß diese Diskriminierung kein Islamisten-Problem sondern ein Problem ist, das direkt aus dem Islam/Koran folgt.

Schade auch, daß sich Herr Dr. Krause so sehr von "Pro NRW" distanziert; ist dies doch die Gruppe gewesen, die ihm ein Podium für seine Meinungsäußerung und seine Überzeugungen geboten hat.
Möglicherweise wird er noch froh sein, wenn er von "Pro NRW" Hilfe erhält, wenn er Unterstützung in seiner Bedrängnis braucht.

Ich vermute, daß er und die anderen bedrängten Homosexuellen und bedrängten Frauen weder von den Grünen noch von linken Gruppen Unterstützung gegen die muslimischen Bedränger erhält.

Dies ist vielen leider noch nicht bewußt. Das dauert noch, bis die Schmerzen und die Hilfeverweigerung den Betroffenen bewußt wird.

Vielleicht sollte sich Dr. Krause und die genannten bedrängten Gruppen stärker an dem christlichen Glauben orientieren; da ihnen nur Jesus Christus im Glauben an ihn den Frieden schenken kann, den sie in der "politischen Welt", und besonders in dem Bedrohungsumfeld des Islam nicht haben können und haben werden.

Auch wenn Homosexualität vor Gott gemäß der Bibel eine Sünde ist, wird dem Sünder in der Buse von Gott vergeben. Von gläubigen Christen darf ein sündiger Mensch ebenfalls Verzeihung und Hilfe im Gebet erwarten. Eine christliche Schule muß ein homosexueller Schüler oder Schülerin wegen Belästigung durch Christen oder Atheisten nicht verlassen.

Welch ein Unterschied der Religionen und des kulturellen Zusammenlebens.

Ob die bedrohten und gequälten Menschen politisch und glaubensmäßig den richtigen persönlichen Weg finden?.

Ich emfpehle den Weg des inneren Friedens im Gebet mit Jesus Christus. Es ist vielleicht ein langer Weg, aber der richtige Weg.

Hans Leich


Elke Dammeier:
2.08.2012, 14:16 Uhr

Einen solchen aufrichtigen jungen Lehrer wünsch ich mir für meine Kinder. Das Stadtgymnasium Dortmund ist gut beraten, alles dafür zu tun, dass dieser Lehrer weiter an der Schule unterrichtet.


Stefan Peters:
31.07.2012, 14:24 Uhr

... "großgezogen" wurde Dr.Krause übrigens von seinem Doktorvater Prof. Horst Herrmann - auch das spricht für eine "linke" Sozialisation von Dr. Krause. Prof. Herrmann ist ein linksgerichter Kirchenkritiker und Papst-Hasser:
http://www.horstherrmann.com/


Stefan Peters:
31.07.2012, 14:21 Uhr

Dr.Krause ist wirklich ein "Linker" (und aben kein Querfrontler). Hier ist die Doktorarbeit von Dr.Krause, an der man schon im Vorwort sieht, dass er ein linker "Freigeist" ist: http://miami.uni-muenster.de/servlets/DocumentServlet?id=3614


M. Richter:
31.07.2012, 12:01 Uhr

Solch mutige Menschen (eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein) und besonders Lehrer brauchen wir in Deutschland, und nicht nur einzelne, sondern viele! Die Diktatur der Political Correctness funktioniert nur so lange, wie wir uns dies bieten lassen!


Georg Dorfsheriff:
31.07.2012, 11:53 Uhr

Typischer Querfront-Nazi. Blöderweise aufgeflogen.


Stefan Peters:
31.07.2012, 02:46 Uhr

HIER ist ein Radiointerview mit Dr. Krause zu hören - ab der fünten Minute ist darüberhinaus eine sehr treffende Analyse der Redaktion zu hören http://www.youtube.com/watch?v=HV3qXLSfmac


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