Belgien – der »gescheiterte Staat«

Terror kehrt nach Brüssel zurück: Der Stadtteil Molenbeek ist seit Jahren ein sicherer Rückzugsraum islamistischer Terroristen

23.03.16
Zerborstene Scheiben zeugen vom Terroranschlag: Flughafen Zaventem nahe Brüssel Bild: Reuters

Mehrere schwere Explosionen haben am vergangenen Dienstag die belgische Hauptstadt Brüssel erschüttert. Über Folgen, Ursachen und mögliche Täter lagen bei Redaktionsschluss noch keine näheren Informationen vor. Allerdings deutet vieles auf Anschläge durch islamistische Attentäter hin, erfolgten die Explosionen doch nur wenige Tage nach der spektakulären Festnahme eines der meistgesuchten dschihadistischen Terroristen in Brüssel.
Vier Monate nach dem islamistischen Terrorkrieg in den Straßen von Paris wurde Salah Abdeslam, einer der Hauptstrippenzieher dieser Anschläge, im Brüsseler Stadtteil Molenbeek, der europäischen Hauptstadt des islamistischen Terrors, festgenommen, wohin er nach den Anschlägen von Paris geflüchtet war. Dort hatte der 26-jährige französische Staatsbürger marokkanischer Abstammung schon zuvor gewohnt. Jeder Tag, den Abdeslam in Freiheit blieb, war ein Schlag ins Gesicht der belgischen Sicherheitsbehörden. Nicht erst die Morde von Paris 2015, auch fast alle anderen Dschihadisten-Angriffe in Frankreich waren in Belgien geplant, auch die Mordwaffen von dort bezogen worden. Der größte Terrorangriff mit Schusswaffen in der Geschichte Westeuropas hat gezeigt, dass solche Attentäter auch in Europa Rückzugsräume haben. Belgien und vor allem das Brüsseler Viertel Molenbeek waren dafür bestens geeignet. Als erster „gescheiterter Staat“ Europas mit oft jahrelangen Regierungskrisen, während derer staatliche Kontrolle nur noch sehr oberflächlich stattfindet, ist Belgien der ideale Nährboden auch für islamistische Gewalt.
Sogar im Schatten der EU-Institutionen konnten in Brüssel islamistische Parallelwelten entstehen, die vollkommen autark sind und nur noch nach den angeblichen Gesetzen Allahs funktionieren. Trotzdem wurde Molenbeek selbst nach den Pariser Anschlägen nicht von oben nach unten in die Mangel genommen. In Belgien wie in Frankreich wird lieber weiter von radikalisierten kriminellen Einzeltätern gesprochen, jeglicher Hinweis auf deren Verbindungen zu salafistischen Milieus und Ideologien dagegen vermieden. Nur so war es möglich, dass der jetzt Gefasste trotz der Gefahr weiterer Angriffe vier Monate weiter im Umfeld seiner Großfamilie und seines salafistischen Milieus unbehelligt weiterleben konnte. Offenbar hat erst das Eingreifen französischer Ermittler in der vergangenen Woche zum Zugriff geführt. Frankreichs Staatspräsident François Hollande machte dann auch bei der Pressekonferenz am Rande des EU-Gipfels als Erster deutlich, dass es sich bei den Attentätern um ein weitverzweigtes salafistisches Netzwerk handele und dass noch mit weiteren Verhaftungen zu rechnen sei.
Vor den Pariser Anschlägen hatte Abdeslam offenbar in Ulm mögliche Komplizen abgeholt, darunter vielleicht die beiden Attentäter vom Stade de France. Nach Meldungen des SWR fuhr Abdeslam dann mit einem auf seinen Namen angemieteten Wagen nach Ulm. Auf dem Weg dorthin sei er in eine deutsche Polizeikontrolle geraten und habe weiterfahren dürfen, obwohl er bereits als Drogenhändler und Kleinkrimineller eine Vorgeschichte hatte. Nach seiner Verhaftung in Brüssel erklärte Abdeslam, dass er nicht nach Frankreich ausgeliefert werden wolle – der „gescheiterte Staat“ Belgien bietet einem wie ihm eben zu viele Vorteile.
Unter dem Eindruck der Anschläge von Paris hatte die belgische Politik versprochen, in Molenbeek „aufzuräumen“. „Wir müssen dieses Problem anpacken und ein für allemal ausmerzen“, tönte beispielsweise Innenminister Jan Jambon. Offensichtlich ist er damit gescheitert. Alles deutet da­rauf hin, dass der Terror jetzt zurückgekehrt ist. Zurückgekehrt an seine Wurzel, bis ins politische Zentrum Europas.    Bodo Bost/J.H.


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Kommentare

Hans-Joachim Nehring:
25.03.2016, 12:22 Uhr

In der Tat. Geifernde Grüne, lamentierende Linke, eine durchgeknallte Kanzlerin wetteifern um den Gutmenschenorden mit muslimischen Palmenzweig. Bundesjustizminister Heiko Josef Maas von den Sozis droht Otto Normalo mit der Nazikeule, wenn er es wagen sollte einen Zusammenhang zwischen Asylpolitik, Islam und den Terroranschlägen sehen zu wollen. Der "gescheiterte Staat" Belgien ist wie die Kolchose in der DDR. Auch damals wurden 1961 die Einzelbauern enteignet, das lebende Inventar samt Grund und Boden in gesellschaftliches Eigentum überführt. Heute soll alles an sogenannte muslimische Flüchtlinge ( Deutschlands Anteil 200 Milliarden Euro für 1 Million sogenannter Flüchtlinge) ausgereicht werden. Was aus Otto Normalo und Lieschen Müller wird, ist den Gutmenschen völlig wurscht. Wir brauchen keine Willkommenskultur, wir brauchen Schutz vor Anschlägen, sichere Grenzen, kontrollierte und gesteuerte Zuwanderung und sozialen Frieden. Mit islamistischen Terroristen ist dieses nicht vereinbar. Merkel und Co. haben vollständig versagt und die eigene Bevölkerung massiv getürkt.


Incamas SRL:
24.03.2016, 23:00 Uhr

In Brüssel geben sich zwei Sorten Terroristen die Klinke in die Hand –
Eurokraten und Islamisten. Sie wollen dasselbe und kämpfen mit
unterschiedlichen Mitteln dafür, aber liegen miteinander in Konkurrenz.
Es geht nur darum, wessen Symbole am Ende auf der Europaflagge zu sehen sind: Der Halbmond oder noch ein paar weitere gelbe Sterne.
Übrig bleiben wird von alldem in der nahen Zukunft weder das eine, noch das andere.


Herr Behrlich:
24.03.2016, 15:44 Uhr

Jetzt gehts wieder los: das grosse Kumbayah. Kerzen, betende Menschen auf den Strassen, Blumenmeere... die Presstituierten lieben das, die Macher in Berlin und Brüssel auch. Und weiter gehts... auf ein Neues! Freuen wir uns doch alle auf die nächste Attacke — da kommt doch immer "das Beste" der Gutbürger zum Vorschein.


Jürgen Umfahr:
24.03.2016, 11:43 Uhr

Analog zu Köln wird es bald heißen: alles halb so schlimm, typisch "Männergewalt". "Deutsche haben ja auch schon Scheiben eingeschlagen und beim Münchner Oktoberfest und beim Rheinischen Karneval sind auch schon Scheiben zu Bruch gegangen. Beim Brüsseler Flughafen waren es halt ein wenig mehr und Tote hat's bei der Dortmunder Street Parade auch schon gegeben. Alles das gleiche."

"Wir müssen jetzt unsere braven Staatsbürger umso mehr überwachen, damit die nicht auf die unpassende Idee kommen, Grenzschließungen zu verlangen oder die Abschiebung all der Massen Fremder.
Am besten, wir geben die Parole aus, dass wir jetzt gaaanz viiiel solidarisch in der EU und mit Brüssel sind und veranstalten ein paar Lichterketten gegen Intoleranz. Dabei fühlen wir uns dann ganz starrrk."


Incamas SRL:
23.03.2016, 23:13 Uhr

Langsam wird es zu einer unliebsamen Routine. Nach jeden Terroranschlag, den Anhänger der „Religion des Friedens“ hier in Europa verüben, durchlaufen die Medien die immer gleichen Phasen: Auf Berichterstattung mit Experten im Studio folgen betroffenes Geheuchel aller möglicher Polit-Schranzen, dann bricht kollektive Trauer aus. Zwei bis drei Tage lang tritt das Thema dann immer mehr in den Hintergrund, um dann nahtlos zur endgültigen Ausschlachtung an die diversen Talkrunden weitergereicht zu werden. Dort erheben dann stets die Islamversteher ihre hässlichen Häupter und machen dem staunenden Zuseher klar, dass das alles natürlich rein gar nix mit dem Islam zu tun hat. Unterstützt werden sie dabei normalerweise in sklavischer Ergebenheit von geifernden Grünen und lamentierenden Linken, die Unmengen dümmliches bis peinliches Gutmenschen-Geschwurbel absondern und jeden Ansatz von Kritik an ihrem Mullah sofort empört niederkreischen.


Jürgen Umfahr:
23.03.2016, 21:01 Uhr

Analog zu Köln wird es bald heißen: alles halb so schlimm, typisch "Männergewalt". "Deutsche haben ja auch schon Scheiben eingeschlagen und beim Münchner Oktoberfest und beim Rheinischen Karneval sind auch schon Scheiben zu Bruch gegangen. Beim Brüsseler Flughafen waren es halt ein wenig mehr und Tote hat's bei der Dortmunder Street Parade auch schon gegeben. Alles das gleiche."

"Wir müssen jetzt unsere braven Staatsbürger umso mehr überwachen, damit die nicht auf die unpassende Idee kommen, Grenzschließungen zu verlangen oder die Abschiebung all der Massen Fremder.
Am besten, wir geben die Parole aus, dass wir jetzt gaaanz viiiel solidarisch in der EU und mit Brüssel sind und veranstalten ein paar Lichterketten gegen Intoleranz. Dabei fühlen wir uns dann ganz starrrk."


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