Böse Zahlen

Wie Simone Peter noch mehr »Nafris« ins Land bekommen will, wie gut das der Wirtschaft tut, und warum Statistik von Übel ist / Der Wochenrückblick mit Hans Heckel

07.01.17

Diesmal hat sich Simone Peter ein wenig verrannt. Mit ihrer Attacke auf die Polizei infolge des Einsatzes gegen „Nafris“ in Köln konnte die Grünen-Vorsitzende nicht einmal mehr bei den eigenen Leuten punkten. Zu offensichtlich war die grüne Wunschwelt an den Klippen der Wirklichkeit zerschellt. In so einem Moment ist es angeraten, zumindest zum Schein auf die andere Seite zu schleichen, statt am alten dogmatischen Blödsinn kleben zu bleiben.
Kurz zuvor war Peters Welt noch in Ordnung gewesen. Nachdem fünf junge „Flüchtlinge“ in Berlin versucht hatten, einen schlafenden Obdachlosen in Brand zu stecken, hatte die Parteichefin die richtigen Rezepte parat: Für diese Jugendlichen und jungen Männer müsse es viel mehr Fürsorge geben, forderte sie. Zudem solle dafür gesorgt werden, dass noch weit mehr Menschen aus deren Herkunftsländern zu uns kommen, so Peter, und zwar per Familiennachzug.
Das ist der neueste Kniff: Die Familien schicken einen minderjährigen Verwandten nach Deutschland, damit der Rest der Sippe ganz legal per Familienzusammenführung später nachkommen kann. Falls der Auserwählte gar nicht mehr so „minderjährig“ sein sollte, schmeißt er einfach seine Papiere weg − schon ist er wieder 17!
Im Jahr 2014 kamen 4300 „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“, kurz UMF, zu uns. 2015 waren es 14436 und im vergangenen Jahr gelangten allein bis Ende Oktober mehr als 50000 UMF in die Bundesrepublik. Selbstverständlich ist es völlig ohne Belang, ob sie daheim verfolgt oder bedroht waren. Sobald jemand behauptet, unter 18 zu sein, öffnet sich das Tor.
Nun allerdings hat die Groko den Familiennachzug geringfügig eingeschränkt. Wer von den mutmaßlich Minderjährigen nachweislich kein Flüchtling ist, soll seine Angehörigen erst nach zwei Jahren nachholen dürfen, heißt es im „Asylpaket II“. Gegen diese unsagbare Unmenschlichkeit laufen die Grünen seit einem Jahr Sturm:  „Wer in Deutschland bleibt, muss schnellstmöglich seine Familie nachholen können“, heißt es in der Erklärung der Partei vom       16. Januar 2016.
Jeder einzelne UMF kostet 60000 Euro pro Jahr für Unterkunft und Betreuung, wobei Simone Peter die Betreuung ja gern noch erheblich ausbauen möchte. Es sind also schon etliche Milliarden, und wenn erst die Familien da sind ... Alles in allem könnten bald mehrere Millionen Menschen als UMF oder Angehörige ins Land strömen, ob mit zweijähriger Verzögerung oder gleich.
Aber warum auch nicht? Nun ja, einer wachsenden Zahl von Deutschen könnte unwohl werden bei dem Gedanken. Da gilt es, die Sache „richtig zu kommunizieren“ und die wunderbaren Vorteile herauszustreichen, die uns allen durch die Asylsucher zukommen.
Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, und sein Kollege vom Ifo-Institut, Clemens Fuest, gehen als strahlende Vorbilder voran. Die „Flüchtlinge“ stimulierten die deutsche Wirtschaft, jubelt Fuest, Fratzscher nennt den Asylstrom gar ein „kleines Konjunkturprogramm“.
Durch die 20 Milliarden Euro, welche die Länder 2016 für Asylsucher ausgegeben hätten, sei die Wirtschaft nämlich um 0,3 Prozent gewachsen. Was für ein glänzendes Geschäft! Zumindest wenn man ausblendet, dass 20 Milliarden Euro gut 0,6 Prozent unserer Jahreswirtschaftsleistung von etwas mehr als drei Billionen entsprechen. Wir haben also 0,6 Prozent aufgewendet, um 0,3 Prozent zu erlösen. Bravo!
Man hat sich lange gefragt, warum wir den einst hochgeschätzten „Wirtschaftsexperten“ seit der Finanzkrise nicht mehr so recht über den Weg trauen. Die dargelegte Rechnung könnte unsere Vorbehalte erklären. Die Experten lassen sich davon aber nicht bremsen. Fratzscher ist ganz euphorisch: Langfristig könne der positive Effekt der „Geflüchteten“ für die Wirtschaftsleistung sogar auf 0,7 Prozent steigen. Vorausgesetzt natürlich, wir geben zuvor doppelt so viel für sie aus; das wäre dann mehr, als wir für unsere Landesverteidigung übrig haben.
Aber wozu auch Landesverteidigung, wenn sich der Krieg ohnehin längst ins Inland verlagert hat? Dort ist nicht die Bundeswehr zuständig, sondern die Polizei. Und die hat an Silvester gute Arbeit geleistet gegen den neuen Feind im Innern. Dass es weniger Übergriffe auf Frauen gab, dürfte allerdings nicht allein auf die massive Polizeipräsenz zurückzuführen sein.
Von fast allen großen Festplätzen melden Augenzeugen, dass sich dieses Mal kaum noch Frauen hingetraut hätten. Das war sehr kooperativ von den jungen Damen, denn wo keine Frauen sind, da kann sie auch keiner belästigen oder vergewaltigen.
Damit ist das Abendland dem Morgenlande schon wieder ein Stück nähergerückt in unserer „globalisierten, offenen Welt“. Im Orient bleiben züchtige Frauenzimmer ja auch zu Hause, wenn sich ihre Männer draußen amüsieren. Wer von ihnen ohne männliche Aufsichtsperson vor die Tür geht, hat selber Schuld.
Als Schlussstein von mehr als 200 Jahren Frauenbewegung in Europa (Es begann mit der „Erklärung der Frauen- und Bürgerinnenrechte“ durch die Französin Olympe de Gouges 1791) ist dieses „Zuhausebleiben“ allerdings kein Schmuckstück, weshalb Leute, die Feminismus und Multikulti gleichermaßen propagieren, Bauchgrimmen davon bekommen. Daher sollen auch die Frauen eben gerade nicht zuhause bleiben. Berlins Bürgermeister Michael Müller fordert alle Bürger auf, nach dem mörderischen Lkw-Anschlag in seiner Stadt keine Angst zu zeigen. Es wäre fatal, wenn sie sich jetzt zuhause einschlössen. „Spiegel“-Autor Jan Fleischhauer wundert sich über diese „Empfehlung zum alltäglichen Heroismus“ aus dem Munde eines SPD-Politikers, der erst kurz vor Weihnachten einen neuen Mercedes erhalten habe, der über verstärkte Bodenplatten und schussfeste Fenster verfüge. Schau an!
Immerhin lesen wir in dem Magazin auch, dass unsere Sorgen wegen der Zuwanderer unbegründet seien, schlimmer noch: „Wer meint, obwohl dies seit Jahrzehnten jede seriöse Statistik widerlegt, dass Ausländer irgendwie doch krimineller seien als Deutsche, ... der folgt Parolen ohne Wahrheitsgehalt und hat als Bürger und Wähler die Pflicht, sich besser zu informieren.“
Und wo? Beispielsweise in der polizeilichen Kriminalstatistik für 2015, weil die für das vergangene Jahr noch nicht vorliegt. Dort steht, dass 27,6 Prozent der Tatverdächtigen Ausländer gewesen seien, während der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung bei nur 11,8 Prozent gelegen habe. Die durchschnittliche Kriminalitätsbelastung von Nichtdeutschen liegt demnach mehr als doppelt so hoch wie bei Deutschen. Dabei seien, wie der Sender RBB ergänzt, alle Straftaten, die (wie Einreise- oder Aufenthaltsvergehen) nur von Ausländern begangenen werden können, schon herausgerechnet worden.
Jetzt wird es kompliziert. Handelt es sich bei den Zahlen der Polizeistatistik nun um „Parolen ohne Wahrheitsgehalt“ oder um Informationen, die einzuholen wir „als Bürger und Wähler die Pflicht“ haben?
Egal, da muss man dann eben solange „differenzieren“, bis alles wieder „seriös“ klingt. Oder besser nicht, weil die Zahlen für bestimmte Zuwanderergruppen noch hässlicher werden könnten, wenn wir sie nach einzelnen Herkunftsregionen aufschlüsseln. Hängen in Deutschland lebende Kanadier denn überdurchschnittlich häufig im sozialen Netz fest, sind junge Männer aus dem Land des Karate häufiger gewalttätig als deutsche Jungmannen? Fallen hier wohnende Spanier öfter durch Raub und Diebstahl auf als Einheimische? Dreimal nein.
Differenzieren bringt also auch nichts. Daher lassen wir das lieber und beschimpfen jeden, der das Thema anschneidet, gleich als Rassisten, bevor das Schwein mit „Zahlen“ kommt.


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Kommentare

Hans-Joachim Nehring:
9.01.2017, 17:01 Uhr

Also wenn Genderwahnsinn und Multi-Kulti einander gemeinsam zum Tänzchen auffordern, wenn die Antifa dazu den Takt schlägt und die Gutmenschen verzückt die Augen verdrehen, dann feiert das Chaos in Deutschland Triumpfe. Besorgte Bürger und Heimatfreunde stoppt diesen Mopp und sagt öffentlich Eure Meinung. Wir wollen nicht länger geduldige Prügelknaben, sondern ein freies Volk sein, um uns unsere ewigen Rechte von den Sternen zu holen.


Franz Konz:
9.01.2017, 12:47 Uhr

Sie schrieben: "Wir haben also 0,6 Prozent aufgewendet, um 0,3 Prozent zu erlösen."

Das mag nicht falsch sein, ist aber nur die halbe Wahrheit, denn der (vermutlich negative) Ertrag bleibt unberücksichtig.

20 Mrd. Aufwand
10 Mrd. Umsatzsteigerung

Der Ertrag ergibt sich aus Umsatz minus Aufwand, beträgt also -10 Mrd. Ein negativer Ertrag wird gemeinhin als Verlust bezeichnet.


Georg von Lindenhof:
7.01.2017, 13:21 Uhr

Danke Merkel,
für den Terror, für die Vergewaltigungen, für die Steuerverschwendung.
Da sind doch nicht etwa die Russen schuld??


Christian R.:
7.01.2017, 01:55 Uhr

Sehr gut auf den Punkt gebracht ! Dass sich Frauen nun nicht mehr abends zum Feiern auf die Strasse trauen, das bezeugt einmal mehr die in vielen kleinen Schritten voranschreitende Zerstörung unserer Heimat. Auch das ist Terrorismus, nur eben schleichend aber mit sehr viel mehr Bandbreite. Es ist traurig und es macht mich wütend. Erst recht wenn ich sehe wie unsere mit hohen Diäten gemästeten Politiker mit gepanzerten Dienstwagen und Personenschutz längst Bodenhaftung verloren haben mit den alltäglichen Ängsten der Bevölkerung.

Vor langer Zeit habe ich regelmässig die Grünen gewählt weil ich Umweltschutz und Nachhaltigkeit unerlässlich finde für das Überleben unserer Zivilisation. Aber sie sind längst unwählbar für mich denn sie entpuppen sich als eine einzige Katastrophe mit ihrer weltfremd naiven und in sich widersprüchlichen Ideologie und einer Arroganz sich nicht oder kaum mit Andersdenkenden (wie der AfD) ernsthaft und publik an einen Tisch setzen zu wollen.

Diese Umwälzungen sind schleichend. Jeden Tag, jedes Jahr ein Stück mehr Unsicherheit, Überfremdung und klein beigeben. Wenn dann erst die Schmerzschwelle für die Mehrheit der Bürger überschritten ist, dann ist es schon zu spät um noch friedlich alles zurückzurollen. Aufgestauter Unmut tut selten gut. Die meisten Bürgerkriege der jüngeren Geschichte entbrannten von aufgestautem Ärger.

Der Mensch, insbesondere der Politiker-Typus, erliegt der Neigung die Vergangenheit zu extrapolieren ("ging doch alles bislang immer noch gut"), und langsame Veränderungen zu verharmlosen. Dies kommt durch den jeweils zwischenzeitlich eintretenden Gewöhnungseffekt, und natürlich durch die Verharmlosungen, moralisierende Ermahnungen von oben und die somit artig erfolgende Selbstzensur und Angst vor Gesichtsverlust. Als mündige Bürger müssen wir diese Reflexe schleunigst überwinden und andere dazu ermuntern. Denk- und Diskussionsverbote passen doch eigentlich gar nicht in unsere einst aufklärerische Kultur. Was ist bloss passiert mit uns ?


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