Deutschland als Panzer-Drehscheibe

US-Armee verlegt mit Unterstützung der Bundeswehr eine Kampfbrigade nach Polen

11.01.17

Es sind keine 5000 US-Panzer, wie an einigen Stellen zu lesen ist, die derzeit auf deutschen Straßen gen Osten rollen, aber seit Ende vergangener Woche ist ein US-Kampfverband von Bremerhaven in eben dieser Richtung unterwegs. Das 3rd Armored Brigade Combat Team der 4. Infanteriedivision aus Fort Carson, Colorado verfügt an schwerem Gerät über 446 Kettenfahrzeuge und 907 Radfahrzeuge, darunter 87 Kampfpanzer, 144 Bradley-Schützenpanzer und 18 Paladin-Haubitzen, die auf dem Seeweg nach Deutschland geschafft werden. Die 3500 Soldaten kommen auf dem Luftweg und sollen zunächst in Polen stationiert werden.
Bei der Verlegung der US-Truppen nach Osten erhalten diese maßgebliche Unterstützung durch die Bundeswehr. Wie ein Vertreter von deren Streitkräftebasis, der für logistische und Führungsunterstützung zuständige Organisa- tionsbereich, mitteilte, werde sie als „militärischer Servicepartner“ der ausländischen Streitkräfte die Verlegung in und durch Deutschland übernehmen. Sie stelle für die US-Armee „Lagerkapazität und Betriebsstoffe, Unterkunft und Verpflegung, Instandsetzung, Trans- port- und Umschlagkapazitäten, Anlagen und Einrichtungen der Bundeswehr, Feldjägerunterstützung sowie die Transportsicherung innerhalb Deutschlands bereit“. Die Streitkräftebasis unterstützt auch bei der Routenplanung einschließlich aller Freigaben und Genehmigungen beteiligter Behörden.
Nach Angaben der Bundeswehr werden etwa 900 Waggons mit militärischem Material per Eisenbahn von Bremerhaven nach Polen gebracht. Bildlich gesprochen entspräche dies einer Gesamtzuglänge von zirka zehn Kilometern. Dazu kämen ungefähr 600 Frachtstücke, die ebenfalls per Bahn nach Polen transportiert würden. Direkt über die Straße von Bremerhaven nach Polen würden lediglich 40 Fahrzeuge bewegt werden.
Die Truppenverlegung ist Teil der US-Operation „Atlantic Resolve“, die durch rotierende Kräfte der Unterstützung der Nato-Partner im Osten des Bündnisgebiets dienen soll. Sie ist aber keine Nato-Mission, sondern findet unter alleinigem Kommando der USA statt. Die Nato wird ab dem Frühjahr vier Kampfgruppen in Bataillonsstärke in Estland, Lettland, Litauen und Polen stationieren, die ebenfalls rotieren werden. Deutschland wird den Kern eines Bataillons in Litauen stellen und dafür zunächst Panzergrenadiere entsenden.    J.H.


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Kommentare

karl stenzel:
13.01.2017, 17:48 Uhr

Weshalb können diese Nato-Verbrecher ihren Müll nicht direkt nach Danzig schiffen? Da sollte sich die deutsche Bevölkerung demonstrativ dagegen verwahren und zu Massendemos aufrufen


Dietmar Fürste:
13.01.2017, 06:58 Uhr

Jetzt versteht man, warum der § 20 StGB seit Januar 2017 "weggefallen" ist, der die Vorbereitung enes Angriffskrieges unter Strafe gestellt hatte.

Wie im Kalten Krieg geht die Hetze gegen Russland Hand in Hand mit der Osterweiterung der NATO weiter und brav unterstützen EU und BRD diesen Vorgang mit Sanktionen und mit der Bundeswehr als Hilfstruppe.

Hinterher wird es wieder heißen, die Deutschen haben diese aggressve Interventionspolitik nach Kräften unterstützt...


Reinhard Nickel:
11.01.2017, 11:40 Uhr

Der aufmerksame Beobachter kann nur den Kopf schütteln. Langsam, still und leise wird so die Stimmung für einen Krieg angefacht. Die Menschen werden an die Truppentransporte gewöhnt. Die kleinen amerikanischen Verbände werden natürlich wie Nadelstiche den russischen Bären in seiner Winterruhe stören. Man stelle sich mal das mediale und politische Geschrei vor, wenn Russland in Mexiko eine Division auffahren würde! Schlimm nur, die Folgen werden wie üblich über Mitteleuropa, also Deutschland abgeladen. Und unsere unfähigen Politiker stellen dafür noch die Servicekräfte bereit.


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