Die Helfer rufen um Hilfe

Berlin: Lage an der Bahnhofsmission am Zoo spitzt sich immer mehr zu − Gewalt eskaliert

27.08.17
Furcht vor Übergriffen wächst: Dieter Puhl, Leiter der Bahnhofsmission am Berliner Zoo Bild: Imago

Im Schatten der grassierenden Asylkrise ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Obdachlosen auf Berlins Straßen massiv angestiegen. Zu spüren bekommt dies insbesondere Bahnhofsmission am Zoologischen Garten. Dort kommt es immer öfter zu gewaltsamen Auseinandersetzungen unter den Obdachlosen und zu Übergriffen auf Helfer.

Zuletzt war Anfang August ein Streit zwischen mehreren Obdachlosen um ein gespendetes Kleidungsstück massiv eskaliert. Dieter Puhl, Leiter der Hilfseinrichtung in der Jebensstraße, beschrieb auf Facebook, wie sich die Lage im Laufe des Abends zuspitzte:  „… ab 21.15 Uhr flogen vor unserer Tür die Fäuste und Flaschen, Messer wurden gezückt, es brodelte wohl etwas Wahnsinn kombiniert mit fünf Promille, leider bei vielen.“  
Nachdem sogar Steine und Flaschen geworfen und ehrenamtliche Helfer bedroht wurden, musste die Polizei mit 25 Beamten anrücken, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen. Im Zeitraum von zwei Monaten ereigneten sich in der von der Berliner Stadtmission betriebenen Hilfseinrichtung bereits zwei ähnlich schwere Gewaltvorfälle.
Hauptamtliche Mitarbeiter und ehrenamtliche Helfer der Bahnhofsmission haben mittlerweile Furcht vor weiteren Übergriffen. Die Polizei zeigt nun Dauerpräsenz in der Jebensstraße. Die Mission gibt das Essen erst einmal nicht mehr in den eigenen Räumen aus. Die Mitarbeiter reichen es nun den Obdachlosen aus dem Fenster hinaus. „Die Maßnahme soll eine Signalwirkung haben“, so Dieter Puhl.
Eine Sprecherin der Berliner Stadtmission erklärte, dass sich die Hilfseinrichtung am Bahnhof Zoo zunehmend an der Grenze der Belastbarkeit sieht. Nach Angaben der Stadtmission ist die  Zahl der Hilfesuchenden pro Tag auf 700 angewachsen, viele der Obdachlosen hätten schwere Alkoholprobleme. Puhl macht auch auf finanzielle Probleme der Hilfseinrichtung aufmerksam: „Wir sind mit etwa 200000 Euro jährlich unterfinanziert.“ Nach Angaben des Missionsleiters ist der Betrag seit Jahren nicht angehoben worden, während der Bedarf deutlich gestiegen sei.
Gedeckt wird das fehlende Geld bislang mit Spenden. Speziell die Deutsche Bahn engagiert sich in Berlin sehr stark bei der Hilfe für Obdachlose. Der Konzern hat im Bahnhof für mehrere hunderttausend Euro vor einiger Zeit ein Hygienezentrum eingerichtet. Bedürftige können dort Toiletten und Duschen nutzen. Für Obdachlose stehen zudem Waschmaschinen und Trockner bereit, um Kleidung und Schlafsäcke zu reinigen. Hunderte Bahnmitarbeiter helfen zudem jedes Jahr ehrenamtlich in der Bahnhofsmission mit.
Trotz solcher Hilfe von Firmen, Privatpersonen und Hilfseinrichtungen besteht weiterhin ein großes Manko: Helfer schätzen die Lage so ein, dass kein Obdachloser in Berlin hungern muss, allerdings stünden selbst im Winter viel zu wenige Schlafstellen in Notunterkünften zur Verfügung. Der Berliner Senat hat sein Engagement für Obdachlose in den letzten Jahren zwar ausgebaut, allerdings ist der Bedarf noch schneller gewachsen, vor allem ist kein schlüssiges Gesamtkonzept zur Betreuung der Obdachlosen erkennbar.
So kann die Zahl der Menschen, die auf Berlins Straßen leben, bislang nur geschätzt werden. Der Senat selbst führt keine Statistik über die Menge der Betroffenen. Die Einführung einer „Wohnungslosenstatistik“ ist erst für die laufende Legislaturperiode angekündigt. Schätzungen gingen für Berlin bislang von 2000 Obdachlosen im Jahr 2010 aus.
Das ist lange her: Mittlerweile taxieren selbst niedrige Schätzungen die Zahl der Wohnungslosen auf mittlerweile 3000, genannt werden aber auch Zahlen im Bereich von 8000 bis zu 10000 Personen. Passen muss der Senat nicht nur bei Auskünften über die Menge der Obdachlosen insgesamt, auch offizielle Zahlen zu den Herkunftsländern liegen nicht vor.
Leiter einzelner Hilfseinrichtungen haben daher auf eigene Faust Obdachlose befragt, um sich ein Bild zu verschaffen. Im Fall einer Berliner Notunterkunft ergaben die erhaltenen Daten, dass rund die Hälfte der Hilfesuchenden aus Osteuropa und dem Baltikum stammt. Selbst vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass mindestens ein Viertel aller Obdachlosen in Berlin aus Polen, Bulgarien, Rumänien oder anderen Ländern Ost- und Südosteuropas stammt.
Eine Rolle spielt dabei, dass Berlin seit der EU-Osterweiterung auf viele Osteuropäer wie ein Magnet wirkt, der ein besseres Leben verspricht. Scheitern die Hoffnungen auf Arbeit und Auskommen aber, führt dies in einem Teil der Fälle zur Obdachlosigkeit. Darüber hinaus gibt es offenbar auch eine erhebliche Zahl von Personen, die beispielsweise bereits in Polen obdachlos waren und in der Hoffnung auf bessere Notunterkünfte nach Berlin gekommen sind.
Weder Politik noch Medien thematisieren im Zusammenhang mit diesem Personenkreis ein Vorgehen, das eigentlich naheliegend scheint: Das Einbinden der Herkunftsstaaten in die Betreuung ihrer in Berlin gestrandeten Staatsbürger.      Norman Hanert


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Kommentare

Marcus Junge:
27.08.2017, 11:26 Uhr

"Im Fall einer Berliner Notunterkunft ergaben die erhaltenen Daten, dass rund die Hälfte der Hilfesuchenden aus Osteuropa und dem Baltikum stammt."


Und die Fachkräfte aus anderen Weltgegenden, die dort versorgt werden, werden gleich gar nicht genannt.


Die "vorsichtige Schätzung" von 25% Fremde können die sich dahin stecken, wo die Sonne nicht reinscheint. Selbst 50% ist noch deutlich zu wenig, dafür muß ich nur in die S-Bahn steigen und durch Berlin fahren.

Ohne die vielen fremde, nutzlose und feindlichen "Fachkräfte" (5 Millionen + x) im Land, wäre mehr als genug Wohnraum für alle deutsche Obdachlosen und Wohnungssuchende vorhanden.

Viele Obdachlose sind so verwahrlost, daß sie gar nicht mit einer Wohnung klarkommen würden. Steht ja auch im Text, Süchtige. Da wären ganz andere Maßnahmen angesagt.


Wir halten also fest, daß die Bahnhofsmissionen von linken Spinnern und Gutmenschen betrieben werden, die ungehemmt bei der Umvolkung mitwirken und dafür mehr Steuergeld wollen, dort Probleme verwaltet werden, die man lösen könnte, wenn nicht linke Spinner und Gutmenschen ständig neue Probleme ins Land holten.


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