»Die Schweigespirale durchbrechen«

Diskussion mit Blogger »Don Alphonso« und Birgit Kelle bei »Frauen für Freiheit« in Berlin

26.01.18
In der „Filmbühne“ in Berlin: Rainer Meyer, Birgit Kelle und Rebecca Schönenbach (v.l.) Bild: Leh

Wie man mit Humor und unterhaltsam über ernste Themen dis-kutieren kann, zeigten der bekannte „FAZ“-Blogger „Don Alphonso“ (alias Rainer Meyer) und Beststellerautorin Birgit Kelle („Gendergaga“) bei „Frauen für Freiheit“ in der Berliner „Filmbühne“. Es ging um das Beschweigen der Gewalt von Zuwanderern, die Verirrungen des Gender-Feminismus und Politische Korrektheit im Journalismus.
Die Podiumsdiskussion moderierte die Gründerin von „Frauen für Freiheit“, Rebecca Schönenbach. Sie ist Volkswirtin und zertifizierte Expertin für islamische Finanzierungen. Auch wie islamischer Terrorismus sich finanziert, gehört zu ihrem Spezialgebiet. „Frauen für Freiheit“ hat sie als Reaktion auf die Ereignisse in der Silvesternacht in Köln am Jahreswechsel 2015/16 gegründet. Alle Frauen, die sie kenne, hätten inzwischen ihr Verhalten angesichts der neuen Gefährdungslage verändert: „U-Bahnlinien werden ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr benutzt, sie fahren ihre Töchter mit dem Auto zur Schule, und es gibt Angst, noch auf bestimmten Straßen zu gehen“. Sie vermisse Proteste angesichts solcher „massiven Veränderungen“ für die Frauen.
Eine junge Immigrantin aus dem Publikum erklärte dazu: „Sie haben gefragt, wieso die Mehrheit nichts sagt. Niemand will als Nazi bezeichnet werden. Man will nicht in die ,rechte Ecke‘ gestellt werden. Das ist mir passiert, als Ausländerin!“ Sie wohne in einem Ort, fügte sie hinzu, „wo man viele Sachen mitkriegt, aber man darf gar nichts sagen“. Eine Lehrerin berichtete, Kolleginnen würden Vorfälle sofort relativieren.
Kelle bestätigte: „Wir haben schon angefangen, unser Verhalten zu ändern. Wir meiden manche Orte.“ Wer es sich leisten könne, nehme ein Taxi. Gemeinsam mit ihrer Tochter habe sie einen Selbstverteidigungskurs absolviert. „Wir müssen die Schweigespirale durchbrechen“, forderte sie, „wir dürfen uns nicht mundtot machen lassen.“ Auch wenn jemand „sofort wieder mit der Nazikeule“ komme. „Unser halbes Land“, so Kelle ironisch, „ist inzwischen voll von Nazis. Das ist doch langsam lächerlich.“
„Wenn wir“, sagte sie, „keine offene Debatte führen können, werden die Wogen hochschlagen und alle extremen Ränder haben Zulauf.“
Paradoxerweise würden Feministinnen „bei jedem falschen Wort eines weißen alten Mannes in Hysterie verfallen“ und zugleich beide Augen zudrücken, wenn der Täter nicht ins klassische Täterprofil passe: „Die feministische Bewegung ignoriert schlicht und ergreifend die sexistische Gewalt, die von Migranten ausgeht, weil es die ,falschen‘ Täter sind.“ Wer auf die realen Probleme hinweise, werde als Rassist beschimpft. „Ein eigenes Unvermögen, tolerant zu sein, findet sich nach meiner persönlichen Erfahrung meistens bei den Menschen, die nach Toleranz rufen“, erklärte Kelle.
Meyer ist eigentlich linker Provenienz („Ich war lange in der SPD“), aber er passt zum Glück seiner Leser in keine Schublade. Der humorvolle Bayer, der in Lederhose, mit Rucksack und gedrechseltem Wanderstock in Berlin erschien, stammt aus Ingolstadt und lebt am Tegernsee. Das „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“ nimmt er in seinem Blog ebenso aufs Korn wie die linksdrehende Amadeu-Antonio-Stiftung der früher langjährigen Stasi-Informantin Anetta Kahane.
Bei der Podiumsdiskussion steuerte er Beispiele bei, wie Druck auf Journalisten ausgeübt wird, die ungeschminkt über Gewaltkriminalität von Zuwanderern berichten wollen oder in Konflikt mit Sprachregelungen zum „Sexismus“ geraten. Amüsant beschrieb er, wie vor Jahrzehnten in München ein Restaurant mit dem Bild einer Nudel auf weiblichem Busen warb und die CSU daran Anstoß nahm, während jetzt Vertreter von Grünen und SPD zetern, wenn auf Plakaten gutaussehende Frauen im Bikini zu sehen sind.
Als er einmal mit seiner Mutter in einem Bus auf Teneriffa unterwegs war, habe die Reiseleiterin ihre spanische Kollegin anerkennend ein „blondes Prachtstück“ genannt. Die alten Damen im Bus hätten sich alle amüsiert. Als er den Ausdruck für den Bericht in seinem Blog verwendete, gab es dagegen Bedenkenträger in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“).
Jede Woche erhalte die „FAZ“ zehn E-Mails, in denen es „knallhart“ heiße, „schmeißt ihn endlich raus“. „Das ist einfach die Jagd auf den Journalisten, der es wagt, den Mund aufzumachen“, sagte er. Und: „Wenn Sie so schreiben wie ich, verlieren Sie Freunde, und zwar richtig viele.“
Der Konformitätsdruck sei besonders für junge Journalisten ein Problem. Viele wagten nicht mehr zu schreiben, was sie dächten, und fürchteten um ihren Job. Kelle unterstrich die Existenzgefährdung durch solche Drohungen, nicht zuletzt für freie Journalisten. Die Meinungsfreiheit sei gefährdet. Längst gebe es vorauseilenden Gehorsam.
Bei der Bekämpfung von Gewalt und Kriminalität sei „Bayern noch ein bisschen anders“ als Berlin, sagte Meyer. „Vor meinem Haus“, erzählte er, „gab’s eine Prügelei, 20 Schwarzafrikaner gegen 20 Araber, und da kam die Polizei mit sechs großen Mannschaftswagen, und die ist konflikteindämmend, um es höflich zu formulieren.“ Als es im Park an einem Hauptbahnhof den Versuch gab, ein „Drogenverkaufsareal“ einzurichten, habe die Polizei alles abgesperrt, habe „jeden rausgefilzt und jeden untersucht bis zum Letzten“. Dann hagelte es Strafbefehle. „Am nächsten Tag waren sie alle weg mit dem Zug nach Norden.“ „Wir“, sagte Meyer, „schaffen es, ,unseren Görli‘ binnen 24 Stunden zu säubern“. Er berichtete aber auch von einer großen Kundgebung radikaler Moslems, voll verschleierten Frauen und Grauen Wölfen in Ingolstadt. In Rottach-Egern habe ein Imam muslimische Asylsucher zur Gewalt gegen andere aufgehetzt, weil diese sich nicht dem Ramadan gemäß verhalten hätten.
Kelle sagte, die Frage sei nicht, ob der Islam zu Deutschland gehöre, sondern „ob der Islam eigentlich zu Deutschland gehören will“. Und das könne „der Islam unter sich“ klären. „Wenn Sie“, sagte Meyer, „schon damit anfangen, über Koranverse zu diskutieren, sind Sie schon zu weit weg von der Behauptung Ihrer eigenen Kultur.“    Michael Leh


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