Die tödliche Krankheit

Wenn Gewalt zur Alltagserfahrung wird, steht das Leben aller auf dem Spiel

12.07.17
Hamburg, nicht Mossul oder Beirut: Feuerwehreinsatz im Stadtteil Altona nach den Krawallen Bild: Imago

IS-Terroristen, Raubmörder und Linksextreme mögen wenig miteinander zu tun haben. Ihre Wirkung auf unser Zusammenleben aber ist gleichermaßen zerstörerisch.

Von einer tödlichen Krankheit ist hier die Rede. Geschwürartig breitet sie sich aus. Immer neue Teile des Körpers sind betroffen. Explosionsartig bricht sie hervor. Die Krankheit heißt Gewalt. Unsere Gesellschaft scheint großflächig infiziert. Vergangene Woche wütete sie in Hamburg. Linksextreme Terroristen nahmen den G 20-Gipfel zum Anlass, die Stadt in eine Bürgerkriegs-Zone zu verwandeln. Knapp 500 Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt. Es gab Plünderungen, Brände und andere Gewaltexzesse. Schwarze Rauchsäulen hingen über der Stadt.
Das aber ist nur eine Ansicht der Gewalt. Die Krankheit hat verschiedene Gesichter. Der IS-Terrorist, der einen Lkw in eine Menschenmenge steuert oder mit dem Messer ein Blutbad anrichtet, gehört ebenso dazu wie der Vergewaltiger und Raubmörder, der als Einzeltäter Unheil bringt.
Es sei ein Irrtum zu glauben, Gewalt sei ein Merkmal vormoderner Gesellschaften. Sie würde in der zivilisierten Welt verschwinden „wie der Geisterglaube oder das Telefon mit Wählscheibe“, stellt die Soziologin Teresa Koloma Beck, Professorin an der Universität der Bun- deswehr München, fest. Die Fähigkeit des Menschen zur Gewalt und seine gleichzeitige Verletzlichkeit durch Gewalt seien Teil der conditio humana, der menschlichen Natur, erläutert sie. In einer modernen Gesellschaft stiftet der Staat allerdings Ordnung, indem er die Gewalt für sich beansprucht. Versagt er dabei, ist das Chaos nur einen Wurf mit dem Molotowcocktail entfernt.
Der Staat versagt gefährlich oft in dieser Zeit. Um beim Bild der Krankheit zu bleiben: Das schützende Immunsystem scheint sich dem Totalversagen zu nähern. Gewöhnliche Kriminelle sickern als Asylbewerber über ungeschützte Landesgrenzen ein. Gleiches tun die Terroristen des IS. Andere Islam-Fanatiker sind Eigengewächse, die sich hierzulande in den Blutrausch beten. Der Staat lässt sie gewähren.
Linke Extremisten werden staatlicherseits nicht nur geduldet, sondern auch finanziert. Die Radi- kalen-Hochburg Rote Flora, die bei den G 20-Krawallen offensichtlich als eine Art Kommandozentrale diente, ist über die Lawaetz-Stiftung im Besitz der Stadt Hamburg.
Egal von welcher Seite die Gewalt kommt, sie bleibt nicht folgenlos, wenn sie zur Alltagserfahrung wird. Für die Unzufriedenen wird das Faustrecht zur Handlungsmaxime. Schaudernd beschreibt eine Hamburger Journalistin ihre Eindrücke der Krawalle: „Am Straßenrand stehen Bürger, die das augenscheinlich cool finden und zu feixen scheinen, dass die ‚Bullen‘ mal richtig auf die Mütze kriegen.“
Manche sagen, die Gleichgültigkeit der Politiker gegenüber dieser Entwicklung liege daran, dass sie sich dem Volk entfremdet hätten. Das haben sie sicherlich nicht, dafür können sie ihre Wähler viel zu gut manipulieren. Vielleicht sind auch sie längst mit dem Krankheitsvirus infiziert.     Frank Horns


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Kommentare

Alexander de Moenk:
13.07.2017, 08:33 Uhr

Dieser Staat ist keiner und dekadent geworden.
Doch hinter den Kulissen ist genau dies was jetzt geschieht gewollt.
https://ddbnews.wordpress.com/2017/01/31/wer-oder-was-ist-eigentlich-der-bund/


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