Die verdrängte Deutschenfeindlichkeit

Von Wolfgang Reith

03.11.10

Das Problem der Deutschenfeindlichkeit an deutschen Schulen ist keineswegs neu, wird aber jetzt erst im Rahmen der durch das Sarrazin-Buch angestoßenen Integrationsdebatte „plötzlich“ entdeckt. Erfreulich daran ist zumindest die Tatsache, dass nun wenigstens öffentlich darüber dis-kutiert werden darf, denn bisher wurde das Phänomen ja schlichtweg ignoriert oder sogar bestritten. Dazu einige Anmerkungen aus eigener Erfahrung:
Von 1973 bis zu meiner Pensionierung 2009 war ich erst Lehrer und schließlich Schulleiter an einer Schule im Duisburger Norden (dort, wo seit zwei Jahren die bislang größte Moschee Europas steht). In den siebziger und achtziger Jahren waren die türkischen Schüler und deren Eltern voll integriert, die Schüler waren fleißig und strebsam, sie waren im Deutsch-Unterricht manchmal sogar besser als einige deutsche Schüler, weder gab es Schülerinnen noch Schülermütter mit Kopftuch. Das änderte sich Ende der 80er Jahre, als nach und nach eine türkische Infrastruktur und damit eine gewollte Ghettoisierung im Stadtteil entstand und sich eine Parallelgesellschaft bildete, in der bald eigene Gesetzmäßigkeiten herrschten. 1988 überschritt die Zahl der türkischen Schüler an unserer Schule die 50-Prozent-Marke, und da wurden die ersten Forderungen erhoben, nun müssten sich die Deutschen assimilieren. Türkische Schüler der 10. Klassen betonten, im Geschichtsunterricht hätten sie gelernt, Demokratie heiße „Herrschaft der Mehrheit des Volkes“, und weil nun die Türken im Stadtteil die Mehrheit bildeten, sollten sich die Deutschen ihnen anpassen, und Türkisch sei als gleichberechtigte Sprache neben dem Deutschen zuzulassen. Tatsächlich gab es plötzlich türkischsprachige Formulare im Rathaus und in den Banken, und ebenso tauchten erste zweisprachige Schilder in der Öffentlichkeit auf. Man wollte sich betont „ausländerfreundlich“ geben, und die Ausländer ihrerseits sahen keine Notwendigkeit mehr, die deutsche Sprache zu lernen. Kaum stellten die Türken die Mehrheit, bestanden sie darauf, dass bei Konferenzen übersetzt würde. Natürlich hing das auch damit zusammen, dass ab Ende der 80er/Anfang der 90er Jahren verstärkt Ehefrauen aus der Türkei importiert wurden (im Gegensatz zu den hier aufgewachsenen türkischen Frauen waren jene wenigstens noch nicht von der westlichen Kultur „verdorben“), die auch hierzulande nicht die deutsche Sprache erlernten, weil sie von ihren Ehemännern isoliert wurden. Übrigens ließen in den letzten Jahren Eltern, die als Kinder selbst unsere Schule besucht hatten und jetzt ihre eigenen Kinder zu uns schickten, ihre Aussagen von Dolmetschern übersetzen. Wenn ich erstaunt fragte, warum sie dies täten, denn schließlich hätten sie doch an unserer Schule einen deutschen Abschluss erreicht, dann erhielt ich oft in radebrechendem Deutsch die Antwort, man habe zwischenzeitlich alles verlernt.
Bald trug auch die Mehrheit der türkischen Mädchen und Frauen Kopftücher – selbstverständlich „freiwillig“, wie immer wieder betont wurde –, und wer das nicht tat, dem wurde gelegentlich vom Hodscha gesagt, dass dies nicht nur unislamisch sei, sondern dass man als „nackt herumlaufende Frau“ auch keine Chance habe, nach dem Tode ins Paradies zu kommen. Oft waren die Eltern fortschrittlicher im Denken als ihre Kinder, die nachmittags immer häufiger in die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Koran-Schulen gingen.
Die türkischen Lehrer, die seit 1980 für den muttersprachlichen Unterricht an unserer Schule tätig waren – in der Regel modern, europäisch gebildet und durchweg aus der Westtürkei stammend –, wurden gerade deswegen von den rückständigen anatolischen Landsleuten nicht akzeptiert, sondern von vielen abgelehnt, weshalb mehr und mehr Eltern ihre Kinder vom Unterricht in der Muttersprache (!) abmeldeten. Einen türkischen Lehrer, der in der Nähe von Izmir zu Hause war, meinten einige Schüler bei mir „anschwärzen“ zu müssen, indem sie mir erklärten, der sei ja „halber Grieche“ und deshalb nicht ernst zu nehmen. Eine türkische Kollegin wurde, weil sie kein Kopftuch trug, von den Eltern so unter Druck gesetzt, dass sie sich schließlich unter Tränen an eine andere Schule am Niederrhein versetzen ließ.
In den 90er Jahren kam es dann zu ersten antideutschen Handlungen. Es waren weniger körperliche Auseinandersetzungen, vielmehr wurden deutsche Schüler, aber auch manche Lehrerinnen wegen ihrer „unislamischen Lebensweise“ als Schweinefresser, Schlampen (vor allem Mädchen, die bereits Freunde hatten), Ungläubige und schlimmstenfalls als Nazis beschimpft. Wenn ich bei Schulleiter-Konferenzen oder im Jugendausschuss der Stadt solche Probleme ansprach, wurde ich sofort ausgegrenzt, ja man bezichtigte mich einer offenkundig fremdenfeindlichen Haltung. Höchstens zwei oder drei weitere Schulleiter unterstützten mich, der große Rest hüllte sich in Schweigen.
In einer Nacht des Jahres 2002 wurde die Fassade der Turnhalle unserer Schule mit den Worten beschmiert: „Deutsche raus! Deutschland den Türken!“ Wir benachrichtigten die Kriminalpolizei, die auch tatsächlich kam, doch erklärten mir die Beamten, es handele sich da um keine Straftat, und so gebe es auch keinen Anlass zu ermitteln. Als ich Unverständnis bekundete, wurde ich belehrt, dass der Fall umgekehrt hätte laufen müssen: Wenn nämlich an der Wand die Worte „Ausländer raus! Deutschland den Deutschen!“ gestanden hätte, wäre dies ein Fall für den Staatsschutz gewesen.
Seit 2003 gab es in Nordrhein-Westfalen einen Schulversuch mit „Islamischer Unterweisung“ (seit 2006 „Islamkunde“), einem islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache, an dem auch unsere Schule teilnahm, weil wir dies nicht nur für sinnvoll erachteten, sondern darin zugleich ein Korrektiv zu den zahlreichen Koran-Schulen im Umfeld sahen. Anfangs war es noch Neugier, die viele (nicht die meisten!) islamischen Schüler dorthin „trieb“. Doch schon nach zwei Jahren ließ das Interesse merklich nach, ältere Schüler und vor allem Schülereltern beschwerten sich über diesen Unterricht, weil der (moderne) Lehrer „keinen richtigen Islam“ lehre. Obwohl ich jedes Jahr einen Bericht über den Schulversuch und seine Erfolge (Nichterfolge waren nicht vorgesehen!) vorlegen musste und meine Beobachtungen sehr deutlich zum Ausdruck brachte, reagierte man amtlicherseits überhaupt nicht darauf. Stattdessen nimmt der Zulauf zu den Koran-Schulen und den Moschee-Vereinen im Stadtteil zu, und was dort „gepredigt“ wird, ist hinreichend bekannt.
Die jetzt begonnene Debatte um dieses bisherige Tabuthema ist dringend vonnöten, und sie darf auf keinen Fall „ergebnis-offen“ diskutiert werden. Deutschenfeindlichkeit muss endlich als das gesehen werden, was sie ist, nämlich als diskriminierende und kriminelle Handlungsweise vor allem islamischer jugendlicher Machos und Rambos, die glauben (und das auch sagen!), in Deutschland gebe es ja keine Gesetze, weil eine Demokratie eben ein freier Staat sei, in dem man ungestraft alles tun und lassen dürfe. Dieser Einstellung gehört dringend ein Riegel vorgeschoben.

Wolfgang Reith war von 1973 bis 2009 Lehrer und Schulleiter einer Hauptschule im Duisburger Norden, einem sozialen Brennpunkt. Er ist Träger der Ehrennadel des Preußeninstituts und außerdem Präsident der Afrika Fördergesellschaft e.V.

Wolfgang Reith


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Kommentare

Patrick Pohl:
9.11.2010, 15:19 Uhr

Dann muss diese Mentalität endlich abgelegt werden. Eine gesunde Portion Nationalismus würde diesem Land , das einst das Land der Dichter und Denker, der Könige Europas, der Erfinder und Wissenschaftler war guttun!!! Aber in diesem Staat herrscht Meinungsdiktatur!


Tim Schymochincy:
8.11.2010, 08:31 Uhr

Die Städt tagsüber von Rollatormenschen bevölkert die ihre Schäflein im Trockenen haben, ab 18 Uhr die - nicht nur - anatolische Unterschichtsimporte auf den Strassen.
Die Creme de la Creme der Gesellschaft genügt sich selbst, Kinder - kein Spur. Einzige in der Egoprojektion oder als Triebfeder den Anwalt zu bemühern überhaupt noch existent.

Ein dermaßen degeneriertes Häuflein Elend dass seine Feinde an den Tisch rufen läßt hat es nicht besser verdient.
Uns geht es nicht zu gut aber hierzulande ist so einiges ausser Ruder gelaufen.
Besserung ist nicht wirklich in Sicht.


sitra achra:
7.11.2010, 20:59 Uhr

@Silvia Pfeiffer-Kuebart

Ich glaube, du lebst auf dem falschen Planeten! "Freiheitlich demokratische Verfassung"??
Was ist daran noch frei oder demokratisch?
Da kann man, wie du richtigerweise schreibst, nur noch brechen!
Und wieso schimpfst du auf Rechtskonservative?
Die größten Spießer optieren für Rot-Grün-Blindheit.
Übrigens, dies ist NICHT Deutschland!


Rudi Morzik:
7.11.2010, 10:39 Uhr

Ich glaube es ist Zeit das die Deutschen sich auf die Hinterfuesse stellen und sagan bis hier und nicht weiter.


sitra achra:
6.11.2010, 18:12 Uhr

Ach Fredi!
"Hoffnung verloren, alles verloren, da wär' es besser, nicht geboren!"
(Goethe)


Silvia Pfeiffer-Kuebart:
6.11.2010, 15:56 Uhr

Ich liebe mein Vaterland:
Darum: Ohne das rechtskonservative Geschreibe einer Preußischen Allgmeinen Zeitung, die, was Kommentare anbelangt, unsere freiheitlich demokratische Verfassung bricht uns Leserbriefe nur veröffentlicht, wenn sie politisch genehm sind, wäre Deutschland gesünder


Max Mustermann:
6.11.2010, 12:45 Uhr

Ich bin fest davon ueberzeugt, dass die von dem ehemaligen Schulleiter beschriebenen Fehlentwicklungen nichts aber auch wirklich nichts mit dem zweiten Weltkrieg zu tun haben. Vielmehr handelt es sich dabei um eine vor allem im rechten Milieu beliebte Parole.

Wie kann es denn sonst sein, dass es in ganz Europa exakt die gleichen Probleme gibt? Die im obigen Artikel beschriebenen Zustaende koennten mit leicht geaenderten Protagonisten auch die Zustaende an einer Schule in Frankreich oder Grossbritannien beschreiben. Beide Nationen standen auf der Gewinnerseite des zweiten Weltkriegs. Dennoch aehneln sich die Probleme ueberall in Europa in erschreckendem Masse!

Gruesse


Michael Schulz:
6.11.2010, 11:52 Uhr

.....wenn Karikaturisten mit der Axt in Europa! bedroht werden für das freie Wort, wenn Frauen in gesellschaftl. Schichten nur noch verhüllt in Deutschland! vor die Türe gehen, wenn junge Frauen niedergemetzelt werden wenn sie selbstbestimmt leben wollen, wenn Ghettos in Städten gebildet werden in der kaum mehr ein dt.Bürger hineinspaziert, wenn Sozialbetrug nur noch das Ziel der Einreise ist, und ich dieses nicht mehr anprangern darf, wie Broder, und von einer geistig orientierungslosen Journalismus dermaßen attackiert werde, ist es mit Europa sehr düster gestellt.
Dank an die Kritiker des Islam, mutig stellen sie sich dem entgegen und werden hier attackiert von pseudo liberalen Geistern.


frank nordmann:
6.11.2010, 11:38 Uhr

ich wohn in oslo, hier ist es nicht anders. das ist genau das, was bin laden meinte, als er dem westen die baldige niederlage voraussagte. man hætte vor 20 jahren gegensteuern muessen. aber wir haben ja schon immer nur das ergebnis und nie die ursache bekæmpft. so ist das mit uns menschen.


Alfred Schwakowiak:
6.11.2010, 01:02 Uhr

Deutschland schafft sich ab.
Ich habe kein Mitleid mit den austerbenden Deutschen da sie dumm sind und dies selbst verschuldet haben.
Die Deutschen sind ein Volk ohne Stolz und völlig masochistisch veranlagt, denen geht einer ab wenn der Türke ihm eins auf die Mütze haut, ihn ausraubt und mit seiner Frau durchbrennt.
Ich schäme mich deutsch zu sein und wünsche dem deutschen Volke mit seiner erbärmlichen Existenz ein schnelles Ende.

Gute Nacht
Alfred


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