Die Wahrheit − danach

Merkel verhüllt ihre wirklichen Absichten − was ab Oktober auf uns zukommt

13.09.17
Wähler tasten im Nebel: Doch schemenhaft zeichnet sich ab, was nach der Wahl blüht Bild: Mauritius

Ob bei der Zuwanderung oder beim Euro: Die Deutschen werden sich auf böse Überraschungen gefasst machen müssen.

Eigentlich sollen die Bürger bei Wahlen darüber entscheiden, wie es nach dem Urnengang weitergeht. Dafür müssten ihnen die Kandidaten allerdings sagen, was sie wirklich vorhaben. In keinem Wahlkampf der Bundesrepublik aber haben die großen Akteure, allen voran die amtierende Kanzlerin, ihre tatsächlichen Absichten so dreist verhüllt wie in dem des Jahres 2017.
Dies betrifft nicht allein die Zuwanderungspolitik. Merkel will um jeden Preis erst Anfang 2018 entscheiden, ober der ohnehin fragwürdige und integrationspolitisch hochriskante, massenhafte  Nachzug syrischer Familien noch einmal deutlich ausgeweitet wird. Der Aufschub kann nur einen Grund haben: Die Ausweitung ist in Wahrheit längst entschieden, man will es den Wählern nur noch nicht sagen.
Weniger im Blickfeld der Öffentlichkeit stehen überdies in der Euro-Zone gravierende Weichenstellungen bevor, die Deutschland zusätzlich massiv belasten werden. Es geht um einen eigenen Haushalt für die Euro-Zone. Er soll beträchtliche Milliarden-Summen betragen, wenn es nach dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron geht. Merkel hat nichts dagegen, spricht jedoch davon, dass der Haushalt zunächst nicht gleich „Hunderte von Milliarden Euro“, sondern „erst einmal“ kleinere Beträge umfassen solle.
„Erst einmal“ kleinere Beträge: Per Salami-Taktik werden die Deutschen in die Falle gelotst. Die volle Dimension des Vorhabens wird „erst einmal“ vernebelt. Wenn die ganze Rechnung auf uns zurollt, ist alles längst entschieden.
Motiv der aktuellen Operation ist pure Not: Der Euro ist gescheitert, die Europäische Zentralbank (EZB) gerät mit ihren Manipulationen (Nullzins) und der (eigentlich vertraglich verbotenen) Übernahme von Staatsschulden in ihre Bücher an Grenzen. Frankreich indes benötigt dringend Geld. Wenn die EZB nicht mehr helfen kann, muss es aus Deutschland kommen. Zahlt Berlin nicht, droht das Euro-Gespinst schon sehr bald zu platzen. Ergo muss ein neuer Kanal her, der noch mehr deutsches Geld in andere Länder leitet− dies ist der „gemeinsame Haushalt der Euro-Zone“.
So soll das unvermeidliche Fiasko der Einheitswährung noch einmal hinausgezögert werden. Denn der offensichtliche Zusammenbruch dieses Systems würde auch die Verantwortlichen in Berlin blamieren, wenn nicht hinwegspülen. Nützen wird das Manöver am Ende nichts, der Schaden, insbesondere für die Deutschen, wird dadurch nur sogar größer. Doch soweit denkt Politik heute nicht mehr. Oder es schert sie nicht.
Die Euro-Partner, allen voran Paris, achten die Belange der wahlkämpfenden Kanzlerin und halten sich derzeit mit konkret bezifferten Geldforderungen zurück. Ist der Urnengang gelaufen, wird diese Zurückhaltung nicht mehr nötig sein.      Hans Heckel


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Kommentare

Christian R.:
13.09.2017, 21:40 Uhr

Unserer ideologisch geprägten, von neo-con-Ökonomen geleiteten Politikerkaste entgleitet ein System welches schon in den Grundfesten nie auf Nachhaltigkeit und Stabilität aufgebaut war - siehe Euro, Dublin, Asylrecht, Globalisierung, Konsumkapitalismus statt Bausparen, schnelles Geld statt Generationenvertrag. Nach uns die Hölle.

Hinzu kommt der allgemein verbreitete Charakterfehler des Politikertypus unseren Zeitalters: Keine Fehler zugeben, kein Profil zeigen, keinem auf die Füsse treten (ausser den Rechten), sich durchlavieren, keine Zugeständnisse an die Opposition machen, nichts gewagt Visionäres mehr (wie einst Kennedy mit der Mondlandung), schlechte Nachrichten nur scheibchenweise eingestehen und sich feige verdrücken nach angerichtetem Schaden.

Wir brauchen in der Politiker-riege sowohl rational-kühle als auch visionäre Naturwissenschaftler statt idiotische Ideologen die von echter Demokratie scheinbar nichts kapiert haben. Leider liegt es nicht in der Natur des Naturwissenschaftlers sich in die von Irrationalität und Intrigen durchsetzten Politik einzubringen. Es wäre zu zermürbend, das Leben zu kurz.

Merkel traut man kaum zu dass sie eine Physikerin war. Es gibt eben auch weniger gute Naturwissenschaftler die vielleicht gerade deshalb in die Politik gehen.


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