Die Zerstörung Europas

EU-Eliten stellen sich immer aggressiver gegen den Willen der Völker

25.10.17
Gegen die Arroganz der Macht: Demonstration in Rom zur 60-Jahr-Feier der Römischen Verträge im März Bild: action press

Jetzt sind die Tschechen dran: Wer sich gegen die von den Mächtigen befohlene Ideologie stellt, wird als „Antidemokrat“ beschimpft.

Der Wahlausgang in Prag hat es erneut gezeigt: Die Völker Europas werden immer unruhiger, die Unzufriedenheit mit der tonangebenden Elite in der EU nimmt ständig zu. In Tschechien erreichte die einwanderungs- und Euro-kritische Partei ANO fast 30 Prozent. Zum Vergleich: Die einst bestimmenden Sozialdemokraten rutschten auf sieben Prozent.
Zuvor hatte Österreichs Urnengang die Euro-Eliten erschüttert, davor der Erfolg der AfD in Deutschland, vergangenes Jahr schockierte die Brexit-Entscheidung des britischen Volkes die EU. Die mittelosteuropäischen Mitglieder wie Polen oder Ungarn sperren sich schon länger gegen Vorgaben aus Brüssel in der Zuwanderungsfrage und haben entsprechend gewählt.
Die Reaktion der tonangebenden Eliten auf solche Entscheidungen, die alle von den jeweiligen Völkern demokratisch herbeigeführt wurden, fällt stets gleich aus: „Wer Einwanderer und die Aufnahme von Flüchtlingen grundsätzlich ablehnt, lehnt damit die liberale Demokratie ab“, schäumt eine der größten deutschen Tageszeitungen am Montag gegen die Wahlentscheidung der Tschechen − und spricht damit die Meinung der Mächtigen in Berlin, Brüssel und anderswo aus.
In Wahrheit läuft die Spaltung genau entgegengesetzt: Liberale (freiheitliche) Demokratie (Volksherrschaft) heißt, dass die Völker frei entscheiden, welchen Weg sie gehen. Gewisse, sich fest im Sattel wähnende Eliten aber haben den Völkern eine multikulturelle „Eine Welt“-Ideologie verschrieben und befehlen ihnen nun, diesem Befehl gefälligst zu folgen.
Tun die Völker dies nicht, sind die Eliten zutiefst beleidigt und reagieren mit Aggressivität und Sturheit, auch über die EU hinaus. Dieselbe Wut auf freie Volksentscheidungen folgte auf die Wahl Donald Trumps durch die US-Amerikaner. Und nicht weniger herablassend müssen sich die Schweizer wegen unwillkommen ausgegangener Volksabstimmungen behandeln lassen − siehe die Empörung über die Entscheidung der Eidgenossen für ein Neubauverbot von Minaretten.
Das spanische Desaster um die festgefahrenen Beziehungen zwischen Madrid und Barcelona lässt ahnen, wohin die EU-Elite den Kontinent treibt: Dort hat die unbelehrbare Hartleibigkeit der Zentralregierung die Verstocktheit in Barcelona erst auf die Spitze getrieben. Folge: In den Herzen ist Spanien bereits ein geteiltes Land.
Bei der EU-Elite ist ebenfalls keine Lernbereitschaft erkennbar: Für den Brexit will Brüssel die Briten so hart wie möglich bestrafen, womit die Beziehungen zwischen der Insel und dem Kontinent für lange Zeit beschädigt bleiben. Die Osteuropäer sollen „diszipliniert“ werden, wenn sie sich der desaströsen Asylpolitik nicht anschließen wollen. Europa wird nicht von „Populisten“ gespalten, sondern von oben.     Hans Heckel


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Kommentare

Incamas SRL Asuncion:
2.11.2017, 21:26 Uhr

Angesichts seines Ausscheidens als Finanzminister warnte Schäuble vor einigen Tagen in der „Financial Times Deutschland” sogar vor einer neuen Finanzkrise in der Eurozone. Er selbst sei „darüber auch sehr besorgt”. Zu seinem letzten Auftritt auf europäischem Finanzparkett reiste Schäuble vergangene Woche deshalb mit deutlichen Worten und Reformplänen im Gepäck.


Marcus Junge:
25.10.2017, 17:54 Uhr

1. Nicht Europa wird zerstört, sondern die EUdSSR und dies ist gut so, denn die EUdSSR ist genau das geworden, was sie schon immer sein sollte und beschreitet den Weg, den sie schon immer beschreiten sollte.

2. Über den Willen der Völker wurde sich immer hinweggesetzt, bisher gab es nur kaum Gegenwehr, weshalb die EU-"Eliten" nicht so aggressiv reagieren brauchten. Kurz die Werkzeuge zeigen und dann so lange Abstimmen lassen, bis das Ergebnis paßt.


Arnold Schacht:
25.10.2017, 14:46 Uhr

Deswegen haben wir ja den Lissabonner Vertrag aufs Auge gedrückt bekommen, damit die EU auch gegen Völker und Regierungen ihren Kurs durchsetzen kann.

Aber trotz der Sozialdemokraten in Tschechien waren dort die Asylantenzahlen gering und Tschechien hat ein liberales Waffenrecht.

Wie schon einmal geschrieben, müssen wir bei Österreich abwarten. Auch Trump in den USA hat Wahlversprechen gebrochen und kriegt auch viele Steine von untergeordneten staatlichen Stellen in den Weg gelegt. Und egal, was er tut, die Medien bleiben auf Anti-Kurs. Wird in Österreich oder auch in Tschechien auch nicht anders sein. Es sei denn, man macht den großen Schnitt. Aber den sehe ich nicht.


Jens Bartelt:
25.10.2017, 10:24 Uhr

Der große Plan für Europa.

Es geht um viel mehr. Vorneweg laufen die „Visionäre“, die ein ganz anderes Europa, mit anderen Menschen und einer anderen Kultur anstreben. Dafür wollen sie Grenzen, Völker und Nationalstaaten unter einem großen Einheitseuropa begraben. „Bunt“ soll es sein, was ironischerweise bedeutet: Alles muss gleich werden. Wer in diesem Europa in 50 Jahren durch die Straßen läuft, wird anhand der Passanten, der Restaurants oder der Läden und der dort gesprochenen Sprachen nicht mehr erkennen, in welchem Land, ja, nicht einmal auf welchem Kontinent er sich befindet. Wunderbar, nicht wahr?!


Hans-Joachim Nehring:
25.10.2017, 10:16 Uhr

Den Euro-Eliten in Berlin, Brüssel und Paris weht heftiger Gegenwind aus Budapest, Wien, Warschau und London entgegen. Die rüpelhaften Völker Europas sind der Bevormundung überdrüssig und wollen nach ihren eigenen Vorstellungen leben. Die Fahnen der Freiheit sind auf Vollmast gesetzt und nicht die Unterdrücker haben zu bestimmen, was Demokratie bedeutet. Berlin gönnt sich das zweitgrößte Parlament in der Welt. Satte 80 Millionen Euro kosten die Bundestagsabgeordneten dem deutschen Steuerzahler im Jahr. Dafür lebt jedes fünfte Kind in diesem Land in Armut und die Alten werden im Pflegefall miserabel behandelt und können die Rechnungen für einen privaten Pflegedienst nicht bezahlen.
Hier ist kein antidemokratischer Rechtsruck in Europa spürbar, sondern die Menschen beginnen sich ihre ewigen Rechte von den Sternen zu holen.


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