Eine Burka für 350000 Euro

Mit beinahe unvorstellbarem Luxus protzen reiche Moslems daheim und anderswo. Dabei predigt ihr Koran Mäßigung

12.05.17
Orientalische Pracht: Einkaufszentrum in Dubai Bild: Mauritius

Shoppende Luxusweibchen und protzende Geldsäcke schätzt der Prophet Mohammed gar nicht. Das Feuer der Hölle drohte er den Verschwendern an. Allerdings: Während seine Anweisungen in Punkto Dschihad, Vielweiberei und Christenunterdrückung von den modernen Muslimen gerne wortwörtlich genommen werden, sehen sie diese Richtsätze ihres Religionsgründers weitaus weniger streng.

Der Herr Gemahl schimpft, die Gattin shoppt: „Wir haben es mit einem Kontinent zu tun, der in jeder Hinsicht verrottet“, pöbelte Recep Tayyip Erdogan jüngst über das ehrenwerte Europa. Hätte Gattin Ermine seine Rede verfasst, hätte sie wohl statt „verrottet“ den Ausdruck „verlockt“ gewählt. Jedenfalls hat sie kein Problem damit quer durch den geschmähten Kontinent zu touren und dabei mit reichlich Geld um sich zu werfen. Während 25 Prozent der Türken von weniger als vier Euro am Tag leben müssen, erwarb sie in Warschau Antiquitäten für 44000 Euro. In Belgien wurde gleich ein ganzes Einkaufs-zentrum gesperrt, damit die First Lady aus Ankara in Ruhe ihrer Obsession nachgehen konnte. Dabei ist Emine Erdogan kein Einzelfall: Viele Frauen aus dem islamischen Kulturkreis geben sich dem Rausch des Konsums hin – sofern das Vermögen der Ehemänner dafür ausreicht. Möglicherweise versuchen sie damit ihre untergeordnete Rolle in der Gesellschaft zu kompensieren.
Zwar werden die rigiden Bekleidungsvorschriften ohne Widerworte eingehalten, dafür tragen jene, die über das nötige Kleingeld verfügen, diamantenbesetzte Verhüllungen (Abayas, Hidschabs und Burkas) für bis zu 350000 Euro aus dem Atelier von Bruce Oldfield, dem Modedesigner der britischen Royals. Ebenso blitzen unter den züchtig langen Roben sündhaft teure Dior-Schuhe hervor. „Einfache“ Kleidungsstücke für 20000 Euro kaufen saudische Prinzessinnen – und davon gibt es wegen der Manneskraft des 1953 verstorbenen Dynastiegründers Abdul Asis ibn Saud immerhin um die 7000 – meist im Dutzend. Gleichermaßen gehört natürlich Edelmetall zu einem angemessenen Lebensstil. Deshalb produziert die Schweizer Firma Rococo Dessous jetzt sogar Unterwäsche aus 24-karätigen Goldfäden. Der Preis für das Set „Marie Antoinette“ liegt bei „bescheidenen“ 3000 Euro, wobei die arabischen Käuferinnen sicher kaum wissen werden, dass die Namenspatronin ihrer Dessous nicht zuletzt wegen Verschwendungssucht unter der Guillotine endete.
Besonders gerne verprassen die solventen Araberinnen Geld im „ungläubigen“ Ausland, obwohl sie dies eigentlich auch in direkter Umgebung der Heiligen Stätten von Mekka und Medina tun könnten. Schließlich prangt in der Geburtsstadt des Propheten Mohammed jetzt unter anderem die Makkah Mall mit 195 Ladengeschäften. Diverse westliche Markenartikel von Aldo-Schuhen bis Zara-Textilien warten dort auf orientalische Kaufkraft.
Für den Bau solcher Einkaufstempel mussten sogar einmalige historische Gebäude aus der Frühzeit des Islam weichen. Aber in Städten wie Zell am See im österreichischen Pinzgau ist das Shopping-Erlebnis offenbar noch erhebender. Allerdings nur, wenn das Eintauschen der hierzu nötigen Euros auf der Bank flott genug geht – andernfalls gibt es schon mal Vorfälle wie im Sommer letzten Jahres. Da reagierte ein kaufwütiges arabisches Mutter-Tochter-Duo auf Verzögerungen am Schalter mit Beiß- und Spuckattacken sowie Steinwürfen.
Dem Luxusleben zugetan sind aber auch viele muslimische Männer. Beispielsweise leisten sich die Saudi-Prinzen und ihre Standesgenossen aus den Golf-Emiraten eine ganze Privatflotte von Großraumflugzeugen mit orientalisch verschwenderischer Ausstattung. Zu der gehören Hamam-Dampfbäder, kleine Konzertsäle und computergesteuerte Gebetsteppiche, die wie von Zauberhand in Richtung Mekka schwenken. Protzig bis zu Gehtnichtmehr sind auch die schwimmenden Spielzeuge der muslimischen Verschwendungskünstler. Von den zehn teuersten Luxus-yachten der Welt gehören sechs Blaublütern aus Saudi-Arabien oder den Golf-Staaten. An der Spitze steht momentan die auf der Bremer Lürssen-Werft gebaute, 180 Meter lange und auf 500 Millionen Euro geschätzte „Azzam“ von Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan, dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate und Emir sowie Premierminister von Abu Dhabi.
Desgleichen verschlingen die Falken – das nächste Statussymbol der neureichen Wüstensöhne – massenhaft Geld. Ein Saudi-Prinz ließ im Januar dieses Jahres gleich 80 Sitze in einer Linienmaschine für seine Vogelschar reservieren, weil er die unbedingt mit auf Reisen nehmen wollte.
Dabei ist kaum einer der wohlhabenden Araber bereit, Abstriche an seinem Luxusleben zu machen, seit die Petro-Dollars wegen des Ölpreisverfalls nicht mehr so kräftig sprudeln. Das führte dazu, dass Saudi-Arabien in den vergangenen drei Jahren ein sattes Defizit von 187 Milliarden Euro anhäufte und sich nun erstmals Geld im Ausland leihen musste. Trotzdem freilich kaufte der stellvertretende Kronprinz des Landes, Mohammad bin Salman Al Saud, dem russischen Wodka-Milliardär Jurij Schefler während eines Frankreich-Urlaubs mal eben ganz spontan die Yacht „Serene“ für 350 Millionen Euro ab.
Dahingegen fehlt es über weite Strecken an der Gebefreudigkeit auf sozialem und kulturellem Gebiet, wie man diese von südostasiatischen und westlichen Milliardären kennt, wobei gerade die letzteren natürlich auch nicht immer ganz uneigennützig spenden – man denke da nur an den US-Investor George Soros, der offenbar eine ganz persönliche politische Agenda verfolgt und deshalb allerlei dubiose Nichtregierungsorganisationen alimentiert. Der einzige Moslem in der aktuellen Rangliste der zehn großzügigsten Menschen der Welt ist der saudische Unternehmer Scheich Sulaiman bin Abd al-Aziz ar-Radschihi, welcher mehrere Milliarden in eine private Universität und Wohltätigkeitsprojekte investierte, um spätere Erbschaftsstreitigkeiten unter seinen 23 Kindern zu vermeiden.
Die egoistische Zurückhaltung reicher Muslime beim Engagement für die Gesellschaft sticht während vieler Gelegenheiten ins Auge. So erwarben die fanatischen Kunstsammler aus der Herrscherfamilie des Emirates Katar zwar die beiden teuersten Gemälde der Welt, als da wären „Die Kartenspieler“ von Paul Cézanne und Paul Gauguins „Nafea faa ipoipo“  (Kaufpreis 230 beziehungsweise 280 Millionen Euro), verstecken diese aber nun schon seit Jahren in ihren Privatgemächern. Das gilt gleichermaßen für Picassos Bild „Les Femmes d’Alger“, das der frühere Premierminister von Katar, Hamad ibn Dschasim ibn Dschabir Al Thani, für 165 Millionen Euro ersteigerte: Die bunte Harems-Szene wird nicht öffentlich ausgestellt – angeblich, weil auf dem Bild nackte Brüste zu sehen sind.
Besonders unsozial ist das Verhalten des muslimischen Geldadels auf der arabischen Halbinsel freilich gegenüber den Flüchtlingen aus dem eigenen Kulturkreis. Zwar leistet sich Saudi-Arabien in Mina ein Luxuszeltlager für sage und schreibe drei Millionen Menschen, allerdings wird dieses nur an fünf Tagen im Jahr auf dem Höhepunkt der Wallfahrten nach Mekka benutzt – den Rest der Zeit stehen die 100000 Zelte mit großem Küchen- und Sanitärtrakt sowie Klimaanlage leer. Wenn Flüchtlinge aus Syrien oder anderen Kriegsgebieten der Region in den Staaten der Ölscheiche leben, dann zumeist nur solche mit Vermögen oder zumindest wohlhabenden Verwandten. Deshalb ist die Behauptung des saudischen Außenministers Adel bin Achmed al-Dschubeir, sein Land habe 2,4 Millionen Syrer und eine Million Jemeniten aufgenommen, schlicht und einfach gelogen. Wo sollten diese Menschen – die mehr als zehn Prozent der autochthonen Bevölkerung Saudi-Arabiens ausmachen würden – denn untergekommen sein, wenn nicht in Camps wie Mina?
Das alles ist natürlich zutiefst unislamisch. Der Koran billigt schließlich weder Luxusleben noch materielle Gier, sondern verweist auf die Verantwortung der Gläubigen gegenüber ihren Nächsten. Daraus entwickelte sich die Praxis der obligaten Armensteuer (Zakat) sowie der freiwilligen Almosen (Sadaqa). Zur Höhe der letzteren meinte Mohammed in der 2. Sure seiner Offenbarung, man solle auf jeden Fall „das Entbehrliche“ an die Bedürftigen weitergeben und setzte dann später noch im Abschnitt 64 hinzu: „Spendet: Es ist besser für euch“. Zugleich ermahnte er sämtliche Muslime, die „für den Besitz eine allzu große Liebe“ empfinden: „Was bei euch ist, geht zu Ende; was bei Gott ist, hat Bestand“ (Sure 16 beziehungsweise 89). Dem folgt die ganz unmissverständliche Ankündigung, womit reiche Geizhälse und Verschwender nach ihrem Tode zu rechnen haben: „Das sind die, für die im Jenseits nichts bestimmt ist als das Feuer“ (Sure 11). Was muss im Kopf der saudischen Prinzen oder von Emine Erdogan vorgehen, wenn sie diese klare Warnung in den Worten des Propheten Mohammed, deren buchstabengetreue Gültigkeit ja absoluter Grundkonsens im Islam ist, einfach so in den Wind schlagen?! Ist es Unkenntnis des Korans, Charakterschwäche oder Ignoranz gegenüber den Lehren einer Religion, der man sich doch angeblich so kompromisslos verschrieben hat?     Wolfgang Kaufman


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