Einsicht statt Visionen

Die Politik hat sich verrannt− und die Deutschen spüren es

03.01.18
Deutschland bleibt ein Land mit großer Perspektive: Blick durchs Brandenburger Tor Bild: Mauritius

Die Deutschen schwanken zwischen Zufriedenheit und Pessimismus. Dabei hat dieses Volk das Zeug, Wunder zu vollbringen.

Experten stehen vor einem Rätsel: Die deutsche Wirtschaft brummt, nie waren hierzulande so viele Menschen in Arbeit, und die große Mehrheit der Deutschen äußert sich zufrieden über ihr Wohlstandsniveau und ihre Gehaltsentwicklung. Gleichzeitig wächst die Unsicherheit stetig. Seit 2014 geht die Zahl derer, die zuversichtlich in die Zukunft blicken, jedes Jahr weiter zurück.
Verkennen die Deutschen die wirkliche Lage? Kaum, eher steckt hinter der Diskrepanz ein feines Gespür der Bürger dafür, dass hinter der glänzenden Fassade von „Jobwunder“ und Exportweltmeister die Pfeiler ihres Gemeinwesens bedenklich bröckeln.
Das Unwohlsein wird noch verstärkt von einer Politik, welche den Bürgern und ihrem Staatswesen immer neue Belastungen aufbürdet. Die getrieben zu sein scheint von „Visionen“ und scheinbar moralischen Ansprüchen, die nur noch überzüchteten Ideologien folgen, statt sich an der Wirklichkeit, an Gemeinwohl und Machbarkeit auch  und vor allem auf lange Sicht zu orientieren.
Justiz und Polizei sind schon jetzt am Ende ihrer Leistungskraft und schlagen Alarm, weil die öffentliche Sicherheit erodiert,             insbesondere wegen der massenhaften Zuwanderung aus fremdesten Kulturen, welche auch die Schulen vor kaum noch zu bewältigende Probleme stellt. Die Ersparnisse der Deutschen werden dem Euro-Experiment ausgesetzt und schmelzen dahin, für Schulden fremder Länder soll Deutschland zusätzlich haften, die fortschreitende „Energiewende“ unterminiert die Energiesicherheit mehr und mehr. Doch überall schreitet die Politik unbeirrt weiter, statt ein Einsehen zu zeigen.
Will die Politik jene „Zuversicht“ und jenes „Vertrauen der Bürger“ neu entfachen, von der ihre Repräsentanten so oft schwadronieren, müsste sie hier radikal umsteuern. Das Ziel darf nicht länger heißen, die Belastungen für die Bürger und das ganze Staatswesen weiter in die Höhe zu schrauben, sondern sie endlich wieder auf ein dauerhaft tragfähiges Niveau herunterzufahren und den Staat zu konsolidieren.
Die Deutschen sind ein außergewöhnliches Volk, das sich in seiner Geschichte nach entsetzlichen Katastrophen und fatalen Irrtümern mit einer Kraft wieder aufrichten konnte, die unsere Nachbarn an Zauberei denken ließ, wie das (nicht in Deutschland erfundene!) Wort vom „Wirtschaftswunder“ belegt.
Der Pessimismus so vieler Deutscher speist sich aus der unguten Ahnung, dass die Kraft ihres Volkes vergeudet wird, statt sie sinnvoll für eine sichere Zukunft einzusetzen, statt sie zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Ob die politische Elite ihrerseits die Einsicht und den Mut aufbringt, sich dieser Aufgabe zu widmen, statt ihren ideologischen Visionen zu frönen, wird sich zeigen müssen.      Hans Heckel


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Kommentare

Chris Benthe:
4.01.2018, 09:22 Uhr

Keine Sorge, die Konjunkturdaten täuschen, der deutsche Michel lässt sich nur zu gerne täuschen, in vielerlei Hinsicht. Wenn das nicht funktioniert - weil die Faktenlage zu offensichtlich ist - schaut der deutsche Wohlstandsbürger einfach weg.
Target-II- Verbindlichkeiten anderer Länder gegenüber Deutschland belaufen sich mittlerweile auf über 800 Milliarden Euro, da schreit kein deutscher Politiker Alarm. Die Spekulationsblasen wachsen, die Börse boomt, die Mahner und Warner sind rar und haben leise Stimmen. Die EZB-Kriminellen unter ihrem Bandenführer Draghi können unangetastet ihren Machenschaften auf deutschem Boden nachgehen, niemand stört sie.
Die nationale Souveränität wird mit rasantem Tempo von einer EU-Mafia in Brüssel ausgehöhlt, deutsche Politiker und Bundesrichter winken durch und nicken alles ab, was diesem Land des letzten Stoß versetzt. Und der deutsche Wohlstandsbürger schert sich einen Teufel darum, denn bald steht der nächste Urlaub an, der neue Wagen, das teure Hobby verlangt seinen Tribut, das Haus braucht einen neuen Anstrich, obwohl der alte noch intakt ist. Es wird kommen, was kommen muss, wie so oft in der deutschen Geschichte: der Schaden, der in seiner klaren Absehbarkeit klug abzuwenden wäre, muss erst eintreten. Von wegen: aus Schaden wird man klug ! Nicht so hierzulande ! Also, rühren, weitermachen !


Hans-Joachim Nehring:
3.01.2018, 17:00 Uhr

"Einsicht statt Visionen" ist vom Ansatz völlig richtig. Aber was tun, wenn Bundeskanzlerin beide Eigenschaften komplett fehlen. Da hilft in der Tat nur eine komplette Totaloperation. Insbesondere Merkel und Maas müssen sofort in den Ruhestand geschickt werden. Martin Schulz sollte mit seinen überzüchteten Ideologievorstellungen sofort als Bürgermeister nach Würselen versetzt und die in Fresse schlagende Nahles in die Geschlossene verfrachtet werden. Nun Christian Lindner mit Alexander Gauland und Horst Seehofer wären doch ein alternatives Trio für die neue Regierung. Hauptsache die Ökospinner um Trittin und Konsorten bleiben draußen, dann wird es gewiss wieder vorwärts gehen.


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