Erdogan umwirbt türkische Minderheit

27.12.13

Würde Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Satz „Schlesien ist deutsch“ Vertretern der deutschen Volksgruppe in Breslau oder Oppeln ihre Aufwartung machen, weltweit würde es in den Medien einen Sturm der Entrüstung geben. Ist der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan zu Besuch bei Auslandstürken, dann gehören verbale Provokationen mittlerweile zum Standardprogramm, ohne dass dies noch großartig zur Kenntnis genommen wird.
Wie schon bei seinen Besuchen in Deutschland hat Erdogan nun einen kurzen Abstecher nach Griechenland genutzt, um ordentlich auf die Pauke zu hauen. „Thrakien sind wir und Thrakien ist auch Thessaloniki“, so der türkische Ministerpräsident sinngemäß zu Vertretern der türkischen Minderheit in West-Thrakien. Die offizielle Reaktion Athens kam ebenso schnell wie scharf. Erdogan solle beim nächsten Mal seine Worte mit mehr Bedacht wählen.
Tatsächlich hat Erdogan bei vielen Griechen an einem wunden Punkt gerührt. Die Jahrhunderte unter osmanischer Herrschaft werden in der griechischen Nationalgeschichte zu Recht meist unter der Überschrift „Turkokratia“ – „Türkenjoch“ – abgehandelt. Die Region West-Thrakien – die inzwischen sowohl von Erdogan als auch von seinem Vize besucht wurde – gilt in dem ohnehin krisengebeutelten Griechenland als Armenhaus und die dortige türkische Minderheit nicht zuletzt wegen Ankaras Interesse als potenzieller Unsicherheitsfaktor.
Dass Griechenland angesichts des türkischen Großmachtgehabes und dessen Rückendeckung durch die USA versucht, sich auch außerhalb der Nato-Strukturen abzusichern, kann kaum verwundern. Intensiviert wurden die Kontakte zu Israel, noch mehr aber zu Russland. Frisch unterzeichnet liegt nun ein Abkommen vor, das Griechenland die Lieferung von militärischer Ausrüstung durch Russland garantiert. Auch die griechische Gegenleistung dürfte im Nato-Hauptquartier die Alarmglocken schrillen lassen: Russischen Kriegsschiffen wurde eine bevorzugte Abfertigung in griechischen Häfen zugesichert.  N.H.


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Kommentare

Andreas Müller:
27.12.2013, 11:28 Uhr

....Auslandstürken...(in Deutschland)

Die treffende und richtige Bezeichnung geht runter wie gesalbtes Öl! DANKE!

Endlich ein Artikel wo nicht das bis zum Erbrechen verblödete propagandagerechte "Deutsch-Türken" in den Mund genommen wird. Oder gar von "Deutschen" schon gesprochen wird.

Persönlich kenne ich KEINEN Türken und ich habe berufliche viele, sehr viele kennengelernt,
die trotz deutschen Pass, trotz hier in Deutschland geboren, trotz einer sagen wir 20jährigen deutschen Schulbildung und toleranten Sozialisation und das selbst in der 3. und 4. Generation sich als "Deutscher" fühlt, geschweige FÜR DEUTSCHLAND
das Wort erhebt. ALLE geben an Türke zu sein und NUR Türken. Ganz im Sinne von Kemal Attatürk.

Das sind und bleiben TÜRKEN!

Und es ist ja nicht das erste Mal dass sich Ergodan wie der Großmuffti und Kalifat hier vor 40.000 !!! frenetischen Türken feiern lässt.
Und was hören wir aus Berlin???
Pathogenes AxxxKxxxx bis zum Abwinken und Selbstverleumdung. Und zwar von JEDEN Politiker, egal welcher Farbe.
Das kommt für mich einen Hochverrat gleich.


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