EU in Lebensgefahr

Die ideologische Verblendung der Polit-Eliten treibt Europa in die Spaltung

09.12.15
Brüssel ignoriert die Signale der Völker: Marine Le Pen, Chefin des Front National, vor jubelnden Anhängern auf Korsika Bild: Getty

Nationalisten siegen in Frankreich, eine Mehrheit der Briten votiert für den EU-Austritt: Bringt die Asylflut das Ende der Europäischen Union?


Eigentlich war es eine Randnotiz, und doch warf  die Szene ein grelles Licht auf das Ausmaß der Existenzkrise, in welche die Europäische Union schlittert: Mit lauten Parolen schrien sich dänische und deutsche Demonstranten über die Grenze bei Flensburg hinweg gegenseitig an, rund 50 auf der dänischen, etwa die doppelte Menge auf der deutschen Seite.
Die Dänen wollten bessere Grenzsicherung, um ihr Land vor der Asylflut zu schützen. Die Deutschen brüllten dagegen die Parole „Wir bleiben offen!“ Unwillkürlich schießen dem Betrachter da die Schwarz-Weiß-Bilder deutscher und französischer Studenten durch den Kopf, die in den 50er Jahren zur Grenze stürmten, um die Schlagbäume wegzureißen und ein Fest der europäischen Eintracht zu feiern. 60 Jahre später stehen sich Europas Bürger verständnislos an der Grenze gegenüber. Soweit ist es gekommen.
Merkels Politik der uferlosen Öffnung Deutschlands für alle Elenden und Hoffnungslosen dieser Erde treibt sich wie ein Sargnagel immer tiefer in die Idee der europäischen Einheit. Diese Öffnung hat dazu geführt, dass im November bei einer Umfrage erstmals eine Mehrheit der Briten für den Austritt ihres Landes aus der EU votiert hat. 2016 oder 2017 wird es dazu eine Volksabstimmung geben. Der Sieg der Nationalen Front bei den französischen Regionalwahlen wird ebenso wesentlich auf die Asylpolitik zurückgeführt. In Calais, wo sich Tausende tummeln, die nach England wollen, hat Marine Le Pen die absolute Mehrheit errungen.
Wo schon der Euro tiefe Risse in der Einheit der Europäer hinterlassen hat, droht ihr die obergrenzenlose Öffnung für Zuwanderer nun den Rest zu geben. So vollendet die ideologische Verblendung der herrschenden Eliten Europas ihr Werk der Zerstörung einer grandiosen Idee.
EU-Parlamentspräsident Martin Schulz räumt selbst ein, wie ernst die Lage ist: „Die Europäische Union ist in Gefahr. Niemand kann sagen, ob es die EU in zehn Jahren noch geben wird“, warnt er in einem Interview. Leider aber zieht er die völlig falschen Schlüsse. Nicht die EU versage, so Schulz, sondern Mitgliedstaaten, die ihre Grenzen wieder selbst schützen und der EU Rechte zugunsten von mehr nationaler Eigenständigkeit entziehen wollen.
Damit dokumentiert er, stellvertretend für seine Standesgenossen in Brüssel, Berlin und anderswo, dass er nichts verstanden hat und sogar im Begriff ist, die Spaltung Europas noch weiter voranzutreiben. Der Ruf nach mehr Eigenständigkeit ist die Antwort auf die Unbelehrbarkeit der Tonangeber in der EU. Auf die Abwehrhaltung in immer mehr Ländern aber antwortet Brüssel mit Ermahnungen und Drohungen. Damit wird alles noch schlimmer gemacht. Einsicht? Umkehr? Fehlanzeige. Somit scheint der Weg in den Abgrund vorgezeichnet zu sein.    Hans Heckel


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Kommentare

Chris Benthe:
11.12.2015, 21:22 Uhr

Die Reaktion von Schulz zeigt, wie spröde und eindimensional die Verantwortlichen Technokraten aus Brüssel/Straßburg agieren. Sie sind unfähig, ihre eigene Grabschaufel zu identifizieren, und das macht Hoffnung, vor allem vor dem Hintergrund des Wahlsieges von Le Pen, dem Referendum in GB und dem Volksentscheid der Dänen. Auch Deutschland wird Umwälzungen gewärtigen, das steht fest. Die unfähigen Macht- und Kultur-Eliten sind unflexibel und starr wie die Nomenklatur der sterbenden Sowjetunion. Ein immenser strategischer Vorteil.Ein vermoderter Baum verschlingt weniger Kräfte, wenn die Zeit zum Fällen reif ist. Es müssen weniger Kräfte für die kommende Revolte verschwendet werden, die ejne europäische Revolte sein wird und für ein neu entstehendes, echtes Europa der brüderlichen Vaterländer stehen wird. Die alten Eliten werden wie fallendes Eis aus großer Höhe zersplittern, nichts wird übrigbleiben außer ein paar Kalkflecken, wenn das Schmelzwasser aus den Splittern verdampft sein wird.Freuen wir uns darauf !


A. S.:
10.12.2015, 13:22 Uhr

Über diesen Artikel kann man sich nur wundern. Keinesfalls entspricht er und widerspricht sich auch noch den sonst sehr guten Darlegungen und Kommentaren von Hans Heckel.
Tatsache ist doch, daß Europa nicht mit der EU identisch ist und umgekehrt. Die EU ist ein ideologisch begründeter Kunststaat, der gegen die europäischen Völker gerichtet ist und für die Auflösung der Nationen steht.
Was ist denn so schlimm, wenn es Grenzkontrollen gibt? Diese sind keine Einschränkungen der Reisefreiheit, wie es uns EU-Fanatiker weißmachen wollen. Und auch das Einsetzen und die Wohlfahrt für das eigene Volk, wie es der Front National und andere patriotischen Parteien machen, sollte doch die natürlichste Sache der Welt sein. Dies hat nicht mit Nationalismus zu tun.
Die BRD-Schreier für offene Grenzen, zeigt wie Menschen manipuliert werden können.


Andreas Müller:
9.12.2015, 20:19 Uhr

Also die da "offen" brüllen, sind die von FJS viel zierten BEZAHLTEN Berufsdemonstranten und Schmeissfliegen.
Die werden für ihre "Meinung" bezahlt.
Der Rest hat diese Mafia-Bande in Brüssel geplant, skrupellos durchgeführt und jetzt jammern???
Und
die europäischen Bürger haben untereinander keine Probleme, sofern sie nicht hinter Belgrad herkommen.
Probleme machen seit ihrer Importierung vor 45 Jahren die Moslems und "Asyl"-Afrikaner, meist auch noch Moslems.
Im Gegensatz gibt es mit Koreanern, Chinesen und Japaner so gut wie keine Probleme, wenn man die berufsmäßige Mafia mal außen vor lässt.
Das hat einst selbst Helmut Kohl gesagt!!!
Was weg muss ist diese Konzern- und Banken-Mafia in Brüssel und deren Helfershelfer in den Nationalstaaten der EU wie unsere Bundesraute.
Wenn dann das Weltsozial-Asylheim noch dicht gemacht wird und die Leute konsequent in die himmelige Heimat schickt, den Euro zur Geschichte macht und die EU zur einer reinen Wirtschaft auf Gegenseitigkeit Verein reduziert wird es ein neues kulturelles und "Deutsches Wirtschaftswunder" geben.
Putin ist ein selbstbestimmtes, souveränes und agierendes Deutschland 1000x lieber, als US-besetzt und
US-Auxiliartruppe.


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