Euro − Die letzte Runde

Italiens neue Regierung präsentiert den Deutschen die bittere Wahrheit

23.05.18
Sein Griff nach der Macht erschüttert die Euro-Zone: Luigi Di Maio, Spitzenkandidat der Fünf-Sterne-Bewegung Bild: ddp images

Deutschland zwischen Roms Schuldenorgie und Pariser Begehrlichkeiten: Es tritt ans Licht, was der Euro wirklich bedeutet.

Deutschland und sein Wohlstand geraten von mehreren Seiten massiv unter Druck: Mit herrischer Geste und offenen Drohungen (Zölle, Iran-Sanktionen) schießen die USA auf die deutsche Exportwirtschaft. Frankreich will das Geld der Deutschen in seit Versailles nicht mehr gekanntem Maß absaugen und nennt das „europäische Solidarität“. China greift mit allen, auch unsittlichen, Methoden nach deutscher Technologie.
Zuletzt lässt auch Italien alle Hemmungen fallen. Die neue Regierung will ihre Ausgaben und die (ohnehin astronomischen) italienischen Staatsschulden massiv ausweiten und pfeift darauf, was die sogenannten „Gläubiger“, also die, die das alles bezahlen sollen, dazu sagen. Hauptopfer werden deutsche Sparer und Beschäftigte sein. Allein über das „Target-2-System“ haben andere Euro-Staaten fast tausend Milliarden Euro bei den Deutschen geliehen.
Mit dem Geld haben die Deutschen ihre angeblich sagenhaften Exporterlöse in diese Länder praktisch selbst bezahlt. Sie bekamen dafür Euro, für die sie keine Zinsen erhalten. Oder „Target“-Schuldscheine, die ebenfalls  nicht verzinst werden und sich damit selbst entwerten. Wobei der Rest, der dennoch übrigbleibt, wohl nie beglichen wird − das hat die künftige italienische Regierung mit ihren monströsen Schuldenplänen unmissverständlich klargemacht. Dabei ist zu bedenken, dass italienische Privathaushalte im Schnitt mehr als dreimal so wohlhabend sind wie deutsche.
Was macht die von Angela Merkel geführte deutsche Regierung? Nichts? Weniger als das: Die Kanzlerin hat die Pläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, mehr deutsches Geld für „Europa“, also für Frankreich, zu aktivieren, spontan gutgeheißen. 154 renommierte deutsche Wirtschaftswissenschaftler trauen ihren Augen nicht und warnen eindringlich vor den Plänen zur Vergemeinschaftung von noch mehr Geld, vor noch mehr Schulden und vor einer gemeinsamen Einlagensicherung für Sparkonten, welche Macron fordert und Merkel unterstützt. In Berlin träumt man derweil davon, Länder wie Albanien in die EU aufzunehmen.
Deutschland wird regelrecht zur Schlachtbank geführt und die Bundesregierung zerrt auch noch mit am teutonischen Opferlamm. Warum?
Weil ein wirksames Stopp-Sig­nal aus Berlin dem Offenbarungseid gleichkäme, dass der Euro von Anfang an eine absehbare Fehlkonstruktion vor allem auf Kosten der Deutschen war. Dass er Weichwährungsländer wie Italien in den Schuldensumpf und unentrinnbaren Niedergang stoßen würde, dem sie durch Rechnungen zu Lasten der Deutschen zu entfliehen versuchen. Auch müsste Berlin endlich zugeben, dass unsere Partner in Europa und Übersee beinharte nationale Interessenpolitik betreiben, während Berlin deutsches Geld verpulvert.
Kann denn alles falsch gewesen sein? Ja, es kann! Aber wer gibt das schon gerne zu, Merkel bestimmt nicht.     Hans Heckel


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

James Ostenmoordorf:
23.05.2018, 20:37 Uhr

Macron kann wohl bald an die deutschen Ersparnisse

Wenn Italien die Migrationsströme nicht mehr rein bzw. durchlässt, wird Merkel nicht mehr zahlen. Wegen US-Kriegsplanung: Destabilisierung Deutschlands hat Vorrang, sogar vor Tributzahlungen. Die Migrations-Ströme werden dann halt über Frankreich gelenkt. Dafür fließen dann die deutschen Tribut-Ströme dorthin.
China hat damit nichts zu tun, im Gegenteil: China ist Deutschlands Rettungsanker.


Johann Schmitz:
23.05.2018, 12:41 Uhr

So lange es friedlich noch möglich ist, sollten wir zusammen mit unseren europäischen Partnern, diese Fehlkonstruktion beenden. Nichts auf dieser Welt ist oder war schon mal alternativlos und endgültig. Also Augen und Verstand nutzen um Alternativen zu finden und anzubieten, bevor Europa im Chaos versinkt!


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.