Kurzarbeitergeld illegal bezogen?
Hamburg – Die Werbeagentur “Zum goldenen Hirschen” war am Donnerstag Ziel einer Razzia der Zollbehörde. Hintergrund hierfür ist die im letzten Jahr angemeldete Kurzarbeit bei womöglich weiterlaufender normaler Wochenarbeitszeit für die Mitarbeiter. Eine offenbar anonyme Anzeige eines ehemaligen Mitarbeiters sorgte bei der Bundesagentur für Arbeit für Alarmbereitschaft. Die “Hirschen” hatten im Sommer 2009 Kurzarbeit angemeldet und dabei wohl bewusst darauf verzichtet, Kunden und Öffentlichkeit darüber zu informieren. Wie mehrere – auch ehemalige – Mitarbeiter auf Anfrage der Preußischen Allgemeinen Zeitung bestätigten, ist für einen Großteil der Belegschaft zwar der Lohn entsprechend der angeblich eingesparten Stunden gekürzt worden, nicht jedoch die tatsächliche Arbeitszeit. Gleichzeitig wurden die Zuschüsse der Bundesagentur für Arbeit gezahlt, so die Mitarbeiter. Der Geschäftsführer der "Hirschen” Klaus Sielker war auf mehrfache Nachfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit. Sollte sich der Verdacht bestätigen, droht der mehrfach ausgezeichneten Agentur eine erhebliche Strafzahlung. In letzter Zeit hatten sich bundesweit Verdachtsmomente gegen Firmen erhärtet, die falsche Angaben bei der Anmeldung der Kurzarbeit machten, um so in den Genuss der Zuschüsse durch die Bundesagentur für Arbeit zu kommen. Die “goldenen Hirschen” sind insbesondere für Kampagnen für die Grünen und die SPD bekannt und betreuen Kunden wie den Einkaufsriesen Real. PAZ
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