Madrid soll 2020 fallen

Islamisten der Terrororganisation Isis kündigen Expansion nach Europa an

22.07.14
Massenexekution im Irak: Die Terrororganisation IS brüstet sich im Internet mit ihren Bluttaten. Bild: pa

„Oh, Muslime, eilt euch und sammelt euch um euren Kalifen, dass ihr vielleicht zu dem zurückkehrt, was ihr für Jahre wart, Könige der Welt und Ritter der Kriege.“ Mit diesen Worten beendete der Sprecher der sunnitisch-salafistischen Organisation „Islamischer Staat“ (IS, vorab Isis), Abu Muhammad al-Adnani, seine 34-minütige Audiobotschaft, mit der er die Welt am 29. Juni, pünktlich zu Beginn des Fastenmonats Ramadan, von der Gründung eines neuen Kalifats in Kenntnis setzte.

Noch am selben Tag verbreiteten Unterstützer von Kalif Ibrahim alias Abu Bakr al-Baghdadi via Twitter eine Landkarte, die zeigt, wie das Kalifat, dessen Territorium bereits jetzt den Norden und Osten Syriens sowie die Hälfte des Irak umfasst, in Zukunft expandieren soll, nämlich ähnlich dem historischen Kalifat des 7. Jahrhunderts und der Zeit danach über den Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika hinaus bis nach Spanien, Portugal, Österreich, Südosteuropa, Kaukasien, Zentralasien und in die subsaharischen Regionen Afrikas. Ebenso tauchte ein Zeitplan für die geplanten Annexionen auf, in dem beispielsweise der Fall Madrids für das Jahr 2020 angekündigt wurde.
Dass derartige Aussagen nicht aus der Euphorie einiger Übereifriger resultieren, sondern durchaus die Intentionen der IS-Führung treffen, belegt ein persönlicher Appell des Kalifen, der unter anderem vom Onlinedienst des „The Telegraph“ zitiert wird und in dem sogar noch ein weiteres, besonders symbolisches Eroberungsziel Erwähnung findet: „Beeilt Euch, Moslems, in euren Staat zu kommen … Das ist mein Rat für euch. Wenn ihr ihm folgt, werdet ihr Rom erobern und Herren der Welt werden durch den Willen Allahs.“
Leichtfertigerweise werten viele Kommentatoren dies als bloßes Maulheldentum im Stile Osama bin Ladens. Doch der IS ist nicht die al-Kaida. Im Gegensatz zu dem weltweit agierenden, aber zersplitterten Terrornetzwerk verfügt er über eine solide zusammenhängende territoriale Basis von rund 300000 Quadratkilometern mit prosperierenden Großstädten und gewinnträchtigen Ölfeldern. Deswegen kann der IS seine Kriegszüge auch längst problemlos selbst finanzieren: Schätzungen des britischen Geheimdienstes zufolge hat er mittlerweile an die 2,4 Milliarden US-Dollar zusammengerafft.
Des Weiteren verfügt das wiederauferstandene Kalifat, das ganz explizit der Tradition der unmittelbaren Erben Mohammeds folgen will und die Erneuerung von deren Imperium anvisiert, über ein klares strategisches Konzept, das dem der al-Kaida an Attraktivität weit überlegen ist und deshalb nun schon Muslime aus 70 Ländern mobilisiert hat.
Zum Dritten ist der IS eine ernstzunehmende militärische Macht, obwohl seine Truppenstärke derzeit nur auf allerhöchstens 25000 Mann geschätzt wird, denn er besitzt inzwischen erbeutete US-Hubschrauber und -Panzer, Haubitzen und auch mindestens eine ballistische Scud-Rakete mit einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern – nach Recherchen der „Los Angeles Times“ reicht das vorhandene Kriegsgerät aus, um 200000 Gotteskrieger zu bewaffnen. Nicht ignoriert werden darf zudem der religiös befeuerte Todesmut der Dschihadisten: So vertrieben bei der Einnahme von Mossul 800 Isis-Angreifer 30000 Regierungssoldaten, wonach deren Offiziere barmten: „Wir kämpfen gegen Teufel, nicht gegen normale Menschen!“
Außerdem hat der IS in den letzten Wochen noch damit begonnen, die Staudämme entlang des Euphrat unter seine Kontrolle zu bringen, womit sich vielfältige Möglichkeiten der Sabotage und Erpressung bieten.
Hier kommt also etwas auf die Region, aber auch die übrige Welt zu, was eine gänzlich neue Form der islamistischen Bedrohung darstellt.     Wolfgang Kaufmann


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Karl Becker:
23.07.2014, 13:52 Uhr

Die Türkei hat übrigens auch schon das Wasser nach Syrien abgedreht!
Wäre später oder früher sowieso passiert denn die Türken bauen 700(!)Staudämme.

AUf Kritik antwortete mal ein Türkischer Politiker:Warum sollten wir etwas tun nicht unseren Interessen dient?-Heisst-wir Stauen soviel es uns passt ob die anderen verdursten ist uns egal...

IS soll Wasser auch schon als Waffe eingesetzt haben,erst wurde gestaut dann schnell aufgemacht.

Auf mesop.de kann man viel aus der Gegend erfahren,oft aber in englisch.


Andreas Müller:
22.07.2014, 13:39 Uhr

Es ist immer wohltuend wie hier die Redakteuere realistisch und offen die Lage darstellen... im Gegensatz zu so manchen Elfenbeinturm a la spiegel, stern und faz mit ihren Märchenge-schichten aus 1000 und 1 Nacht.

Für den Augenblick wird man sich die Augen reiben,
allerdings,
sollte das 1. saudi/persische Ölfeld okkuppiert werden wird die airforce binnen ein paar Tagen den Spuk millitärisch beenden.
Türken, Kurden, Perser und Saudis und vorallem Syrer werden ein waches Auge haben, damit die Sache nicht außer Kontrolle gerät.

Die Gefahr für Europa lauert dagegen aus einer ganz anderen Ecke,
nämlich der moselmischen Zuwanderung und immer stärkeren offen gezeigten Gewalt.
Ein Blick im Koran reicht um alles zu erklären.
Die Eroberung feindlicher Staaten erfolgt zuerst durch ZUWANDERUNG und BEVÖLKERUNGSNACHWUCHS. Das läuft seit 40 Jahren und ist die Zeit des unverschämten FORDERNS. Sobald 30% Bevölkerungsanteil erreicht ist, werden Aufstände, gepaart mit brutaler Kriminalität angezettelt. In 1000 !!! sozialen Brennpunkten in D jederzeit zu besichtigen.
Sind 50% erreicht wird der offene Bürgerkrieg und die Vernichtung aller Andersgläubigen praktiziert!!
Wie gesagt, dass kann JEDER NACHLESEN!!
Und wie Ergodan schon immer schrie: Es gibt nur EINEN ISLAM und der steht im KORAN!
Wer das immer noch für humbug hält, braucht nur den Microkosmos der letzten 40 Jahre X-Berg, Neukölln und die Rütlischule sich vor Augen halten, wenn er denn bereit ist die rosa-grüne Brille abzunehmen.
Und diese Ideologie ist gefährlicher und schlimmer als der Hitlerfaschismus und Stalinismus.
Hitler hatte Roosevelt angeboten alle 10 Mio. Juden in Europa in die usa zu schicken zwecks aufzunehmen. Selbst der blutrünstige Stalin schwebte ein Judenstaat im fernen Sibirien vor.
Der Islam aber will alles neben sich vernichten!
Heute würd man dazu ethnische Säuberungen sagen.


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.