Man wird nervös

Wie die Kölner Demo eingeschlagen ist, was »Qualitätsmedien« derzeit alles erleiden, und warum »Flüchtlinge« Recht auf Komfort haben / Der Wochenrückblick mit Hans Heckel

08.11.14
Zeichnung: Mohr

Merken Sie’s auch? Eine merkwürdige Nervosität breitet sich aus im Land. Die Engelsgeduld, mit welcher die braven Deutschen bislang alles haben passieren lassen, ob sie es mochten oder nicht, zeigt Risse.
Auf dem Thron der Tonangeber, die den Deutschen bislang unangefochten eintrichtern konnten, was sie zu glauben und zu denken hatten, ist es unangenehm zugig geworden. Die helle Aufregung über die Kölner Hooligan-Demo gegen Salafisten ist ja kaum mit der Zahl von 5000 Teilnehmern oder den verletzten Polizisten zu erklären. Du liebe Zeit! Da hatten wir schon ganz andere Kaliber von Straßenschlachten, ohne dass ein Hahn danach krähte.
Nein, bei den sogenannten „Eliten“ aus Politik, staatlich subventioniertem Kulturbetrieb und „Qualitätsmedien“ keimt der trübe Verdacht, dass hinter „Köln“ mehr hervor lugen könnte als der Ausraster von „Fußballfans und Neonazis“, die sich da mal eben Luft gemacht haben. Nämlich eine allgemeine, ansteigende Unzufriedenheit.
Politiker sind den Dauerzorn ja schon gewöhnt. Jetzt kommen aber auch die Medien dran. Die steckten alle unter einer Decke, schrieben und redeten daher auch alle mehr oder weniger das Gleiche, so verbreiten es „Wutbürger“ und „Verschwörungstheoretiker“ im Internet. „Qualitätsjournalisten“ entgegnen, das sei alles Humbug. Gefährlicher Humbug, weil er das Vertrauen untergrabe.

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Das wollen wir ihnen natürlich glauben, allerdings sollten sie uns dabei auch behilflich sein, was sie leider nicht immer sind. Als die „Tagesschau“ unter Feuer kam wegen ihrer einseitigen, verzerrenden Sicht auf die Ukraine-Krise, hat sich deren Chefredakteur Kai Gniffke peinlich verhas­pelt.
Wir erinnern uns: Die Sendung hatte behauptet, in der Ostukraine würden „OSZE-Beobachter“ von „prorussischen Separatisten“ festgehalten, was ein Skandal gewesen wäre. Allerdings handelte es sich bei den Leuten gar nicht um OSZE-Beobachter, sondern um eine undurchsichtige Gruppe westlicher Militärs, denen die Ostukrainer wohl mit einer gewissen Berechtigung skeptisch gegenüberstanden. Bis auf die PAZ und einige wenige andere Medien wollte den Deutschen diese Faktum aber kaum jemand verraten, auch die „Tagesschau“ nicht. Die Behauptung, Putins Spießgesellen hielten unschuldige Vertreter der „europäischen Staatengemeinschaft“ fest, passte einfach besser ins gewünschte Gesamtbild.
Gniffke rechtfertigte die „Tagesschau“-Enten später damit, dass „OSZE-Beobachter“ doch im Einklang mit der Wortwahl „von Nachrichtenagenturen und Qualitätszeitungen“ gestanden habe. Die „FAZ“ nannte das jetzt „eine der traurigst möglichen Rechtfertigungen“. Gniffke hat zugegeben, dass man einfach woanders abgeschrieben hatte.
Ärger in Sachen Glaubwürdigkeit hat indes auch die „FAZ“ nicht wenig, seitdem das Buch „Gekaufte Journalisten“ des ehemaligen langjährigen „FAZ“-Redakteurs Udo Ulfkotte am Markt ist: Korrupte Kollegen, verfilzt mit mächtigen Zirkeln, die vor allem aus den USA gesteuert würden, so sein deftiger Vorwurf, nicht allein, aber ganz besonders gegen die „FAZ“.

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 Günther Nonnenmacher, Mitherausgeber der Zeitung, hat dafür nun eine elegante Gegenoffensive ersonnen. Schon während seiner Zeit bei der „Frankfurter“ sei Ulfkotte immer merkwürdiger geworden, so Nonnenmacher laut „Mediummagazin“: „Wir haben Ulfkottes seltsame Entwicklung auf seine existenzielle Erkrankung zurückgeführt – und deshalb auch Rücksicht genommen. Menschliche Rücksichtnahme war immer ein Prinzip dieses Hauses.“ Ein Hammer, nicht wahr? Da erklärt er den Kritiker öffentlich regelrecht zum Geistesgestörten und versichert ihn zugleich seiner „menschlichen   Rücksichtnahme“. Die Bandagen werden härter, offenbar fühlen sich gewisse Kreise in die Enge getrieben und schlagen um sich.
Auch andernorts wird nicht mehr gefackelt. Nach der Köln-Demo scheinen Politik und „Qualitätsmedien“ nur noch darüber nachzusinnen, wie man das Demonstrationsrecht dergestalt zusammenstaucht, dass unliebsame Demos unmöglich werden, ohne mit den neuen Regelungen auch linke Aufmärsche zu behindern. Gar nicht so einfach. Dabei drängt die Zeit. Mit jedem Tag wächst die ungezügelte Zuwanderung, und mit ihr die Zahl der unlustigen Deutschen. Die beeindruckende Welle an „Willkommenskultur“-Aktionen und „Gegen Rechts“-Attacken verliert an Wirkung, wozu auch solche Meldungen beitragen dürften: Im Ruhrgebiet haben 17 „Flüchtlinge“ ihre Unterbringung in einer Turnhalle abgelehnt wegen des mangelnden Komforts. Die Menschen aus dem Irak, Pakistan, Somalia, Syrien und Sri Lanka seien „sichtlich schockiert“ gewesen angesichts der „kargen Ausstattung“. Aha.
Was wohl ein Deutscher dabei denkt, der nach seiner Flucht 1945 in weit kärgeren Unterkünften leben musste, oft über Jahre. Oder ein Polizist, für den derlei Unterbringung bei Castor-Transporten fern der Heimat ebenso normal ist wie für einen Soldaten im Katastropheneinsatz?
Macht nichts, der Reiseveranstalter, Verzeihung, die zuständige Stadtverwaltung hat versprochen, die Unterkünfte nach den Wünschen ihrer Gäste weitaus wohnlicher zu gestalten. In der Zwischenzeit ziehen die „Flüchtlinge“ erst einmal zu Freunden und Verwandten, wie gemeldet wird.
Wie bitte? Was wird gemeldet? Die haben also Freunde und Verwandte in der Gegend, bei denen sie auch wohnen könnten, verlangen aber ultimativ, auf Kosten der deutschen Steuerzahler behaglich  untergebracht zu werden? Ja, Sie haben richtig gelesen. Erzählen Sie’s aber nicht weiter, sonst könnte (nein: müsste!) man Sie beschuldigen, „Stimmung gegen Flüchtlinge“ gemacht zu haben, Sie verkappter Nazi-Hooligan!
Damit würden Sie ja auch unserem Land schaden. Schließlich haben wir alle etwas von der Bereicherung durch die neuen Nachbarn. Bei (de facto) nur noch fünf Millionen Arbeitslosen benötigen wir jeden einzelnen von denen.
Das finden Sie unlogisch? Diejenigen von den Neulingen, die nicht in die Sozialsysteme einwanderten, würden die Dauerkrise auf dem Arbeitsmarkt doch nur noch mehr verschärfen, beim Löhnedrücken helfen und die Arbeitslosigkeit hochtreiben?
Mag ja sein, aber darum geht es doch gar nicht. In manchen „Flüchtlings“-Unterkünften kommt ein Sozialarbeiter auf fünf „Flüchtlinge“, dazu Wachpersonal, Psychologen, Reinigungskräfte und so weiter. Eine ganze Industrie hat sich um das Geschäftsmodell „Flüchtlingsbetreuung“ gebildet. Eine sagenhafte Erfolgsgeschichte. Wie viele Arbeitsplätze da wohl entstanden sind? In einer Industrie, die, nebenbei bemerkt, von Leuten wie Ihnen und mir bezahlt werden muss. Aber darüber reden Sie bitte auch nicht zu laut, schließlich geht es hier um „unsere Pflicht zur Solidarität“.
Mit den „Qualitätsmedien“ ist dieser florierende Industriezweig bestens vernetzt. Da lesen und hören Sie deshalb auch immer das Gleiche, wenn es unter „Flüchtlingen“ mal wieder zu einer Messerstecherei gekommen ist oder sich die Umgebung eines Asylantenheims unversehens in einen Brennpunkt der Kriminalität verwandelt, wo man vorher tagsüber nicht einmal die Haustür abschloss.
Nämlich, was lesen Sie dann? Genau: Experten erkennen in der unerwarteten Zuspitzung einen Beleg dafür, dass es einen „erschreckenden Mangel an Betreuungsangeboten“ gegeben habe. Die betroffene Kommune fordert Land und Bund auf, die dringend benötigten Mittel für die dringend benötigten, zusätzlichen „Betreuungsangebote“ endlich bereitzustellen.
Klingelt’s? Ja, bei uns im Kopf und bei denen in der Kasse. Man würde gern wissen, was der ganze Kram zusammen kostet. Aber diese spannende Zahl werden wir in dem Land, in dem sonst wirklich alles gezählt wird, wohl nie erfahren.


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Kommentare

Herbert Schinkel Schinkel:
9.11.2014, 20:08 Uhr

Tja, eine Turnhalle ist für Asylanten natürlich nicht tragbar.
Anders natürlich bei Bundeswehrsoldaten, die dürfen natürlich in Turnhallen oder in Zelten schlafen.

Schön zu sehen welchen Stellenwert der deutsche Soldat in der BRD für einen Stellenwert hat. Er darf sogar als Mörder beschimpft werden.


Marco S.:
9.11.2014, 13:27 Uhr

Wie immer ein sehr treffender Artikel! Zum Thema "OSZE-Beobachter" muss noch dazu gesagt werden, dass bei den gleichgeschalteten EU-Bürgern letztendlich nur im Hinterkopf hängen geblieben ist, dass die "Russen" dort unschuldige OSZE-Mitarbeiter festgehalten haben. Für mich steht fest, dass diese Nato-Militärs dort Aufklärung als Vorbereitung für einen Kriegseinsatz betrieben haben. Dem Bürger wird dies dann als OSZE-Hilfsaktion verkauft. So funktioniert Propaganda.
Zum Thema Unterbringung von Flüchtlingen kann ich nur sagen: Wem es hier nicht gefällt, der kann ja (gerne) wieder gehen. Es wird niemand gezwungen nach Deutschland zu kommen, geschweige denn hier zu bleiben. Aber diese Ansicht wird sich bei unseren Politikern wohl nie durchsetzen. Andere Länder sind diesbezüglich wesentlich strenger und niemand regt sich darüber auf.


Jens N.:
8.11.2014, 15:38 Uhr

Als ob die "Kosten" dafür das Wichtigste wären. Es geht um viel mehr, nämlich darum, das hier eine groß angelegte Umvolkungsaktion unter humanitärem Deckmantel läuft. Dieser leider sehr gut alimentierte Staat ist gerade dabei, sich ein neues Volk zu erschaffen. Früher oder später werden diese "Fachkräfte für Eigentumswechsel" einen BRD- Personalausweis und damit auch das Wahlrecht auf Bundesebene erhalten und dann ihre ehemaligen Gönner wählen. Nämlich das 5- Parteienkartell in der Berliner Schwatzbude. Hoffen wir nur, das die Situation bis dahin wirklich mal eskaliert. Der Rest ist ja bekannt: Die Schmuddelpresse kommt ihrem Auftrag zur Desinformation nach, diverse "Experten" und "Beauftragte" haben ihre staatlich finanzierten Planstellen und unsere sogenannten Politiker äussern sich zunehmend "besorgt" über den wachsenden Verdruss in dem noch selbstständig denkenden Teil des Volkes. Es ist unerträglich! Nun denn, wir geben die Hoffnung trotzdem nicht auf. Auf jede Nacht folgt der Morgen...


Maria-Anna Konietzko:
8.11.2014, 12:18 Uhr

Fragen wir doch noch ein wenig weiter, Herr Heckel, wo kommen denn all die Facharbeiter der Sozialindustrie her? Ja richtig, aus unseren Universitäten! Dort expoldieren die Zahlen der entsprechenden Fakultäten, werden mit Staatsgeldern fürstlich eingedeckt und produzieren "Flüchtlingsbetreuungsarbeiter" am laufenden Band, die natürlich auch beschäftigt werden wollen.

Nebenbei entstehen dann so "förderungswürdige" neue Fachrichtungen, wie Gender"wissenschaften", deren Protagonisten sich stolz mit Professx anreden lassen. Googeln Sie doch mal den/der/die/das Professx Lann Hornscheidt und erbleichen, was Sie mit Ihren Steuern finanzieren müssen! Oder googeln sie die Verfassungsrichterin Susanne Baer, ehemals Direktorin des GenderKompetenzZentrums an der Humboldt Universität Berlin, und sehen Sie verzweifelt, wie weit unsere Staatsspitze bereits mit Gendergedankengut infiltriert ist!
Tja, wenn wir fast schon ganze Jahrgänge in die Universitäten drängen, natürlich hauptsächlich in etwas "mit Medien", Kunst- und Theater-, oder noch besser Sozialwissenschaften (in höheren Mathe-Seminaren werden Sie selten mehr als 10 Studenden finden), müssen wir ihnen auch entsprechende Arbeitsplätze bieten!
Für die sorgen dann unsere Richter, die mit passenden Urteilen zur Asylantenfinanzierung und Nichtabschiebung weltweit Reklame für den deutschen Sozialstaat und für dessen Aufnahmebereitschaft machen, unterstützt zudem vom Bundespräsidenten, der kürzlich meinte, wir hätten noch unendlich viel Platz. Das alles wohlwollend begleitet von der gesamtdeutschen Presse- und Medienwelt, die andererseits die schaurigen Messergeschichten der IS-Anhänger nur widerwillig preisgibt und diese sowieso unserer nicht vorhandenen Willkommenskultur zuschreibt. Da paßt dann ein renitenter Udo Ulfkotte einfach nicht ins schöne heile Bild!
Allerdings wird dieser von Ihnen in obigem Artikel auch zum ersten Mal erwähnt, eine Rezension seines Buches konnte man in der PAZ bisher noch nicht lesen. Wie kommts?

Aber bevor die Zahl der aufgewachten und demonstrierenden Michels weiter anwächst, werden im Eiltempo Tatsachen geschaffen: noch mehr randalierend fordernde Einwanderer bedingen noch mehr Sozialarbeiter. Diese werden aber zukünftig niemanden wählen, der ihnen die schönen Arbeitsplätze nehmen möchte!


friedrichshag .de:
8.11.2014, 00:45 Uhr

Ich werde mich jetzt auch der geforderten Willkommenskultur nicht länger verschließen und bevorzugt an Asylbewerber vermieten. Liebe Thüringer! Falls Ihr jetzt, wo Restauration der SED-Herrschaft und kommunistische Volksrepublik in Thüringen vor der Tür stehen, in Sachsen Asyl beantragen wollt, meldet Euch bei mir. Falls Ihr selbständig seid (Unternehmer und andere Kulaken landen ja sicher zuerst im Gulag) hätte ich auch noch ein paar Gewerbeflächen frei. Falls das sächsische Innenministerium derweil noch keine Integrationskurse für Thüringer in der Schublade hat, kann ich übergangsweise auch Nachhilfe in Sächsisch für Anfänger geben. Auch asylsuchende Schwaben, die aus dem Prenzlauer Berg abgeschoben wurden, sind jederzeit herzlich willkommen!


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