Manipulation durch Angstmache
Wer die Preußische Allgemeine Zeitung liest, wird schon häufiger Beiträge des Meteorologen Dr. phil. Wolfgang Thüne gelesen haben. Der viele Jahre lang beim Ministerium für Umwelt in Rheinland-Pfalz tätige ehemalige Wettermoderator ist überzeugt: Das Schutzobjekt Globalklima gibt es nicht, sondern nur sich weltweit stets änderndes Wetter. Das Wetter ist dynamisch und wirklich, das Klima ein statistisches Konstrukt, das ganz verschiedene Wetterphänomene zu Mittelwerten verdichtet. Außerdem existieren keinerlei Beweise dafür, dass Kohlendioxid (CO2) einen Treibhauseffekt auslösen könne, die viel beschworene Klimaerwärmung somit menschengemacht sei.
In „Propheten im Kampf um den Klimathron. Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird“ liefert Thüne zahlreiche Argumente für seine Thesen und vergrößert so bei so manchem Bürger vorhandene Zweifel. So fragt auch der Autor, warum angesichts der vielen Warm- und Kaltzeiten auf der Erde gerade die ab 1860 eingetretene
Erderwärmung menschengemacht sein sollte. Wie könne ein Gas, dass nur zu 0,04 Prozent in der Luft vorhanden sei, die Welt derart erwärmen, wie Wissenschaftler weltweit meinen belegen zu können? Und wieso meinen diese, die noch nicht einmal das Wetter der nächsten Tage, ja sogar des laufenden Tages genau vorhersagen können, die weltweiten Temperaturen im Jahr 2050 mit Sicherheit prognostizieren zu können?
Auf jeden Fall helfen Thünes Ausführungen dem Leser, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und die gesamte mit den Ängsten der Menschen spielende und daher mit Manipulation arbeitende Klimadebatte aufmerksamer zu hinterfragen. Und ohne Zweifel wird in der gesamten Klimadebatte nicht offen von der Politik über die wahren Hintergründe der Klimapolitik geredet. Warum spielt sie mit Klimaängsten? „Klimaschutz ist ein zurzeit populäres Thema, doch die Kanzlerin will die Bürger offenbar nicht verschrecken, indem sie die wahren Kosten nennt“, zitiert Thüne die „FAZ“ vom 27. April 2007. „Das erklärt vielleicht auch den plötzlichen Schwenk hin zu einer Teilversteigerung von Emissionszertifikaten: Sie bringt dem Bund Geld, mit dem er die teuren Reduktionspläne finanzieren kann, ohne dass der Bürger sogleich merkt, dass er es ist, der zahlt. Denn die Gewinne der Energiekonzerne, die der Staat auf diese Weise abschöpfen will, stammen aus den Taschen der Stromkunden.“
Liest man von den Zielen der EU, den globalen Temperaturanstieg auf weniger als zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, fragt man sich, wieso sie glaubt, dies genau kalkulieren zu können. Wieso sollte der Mensch das Wetter beeinflussen können, das schon seit Jahrmillionen tut, was es will. Schon im Kalten Krieg habe man davon geträumt, das Wetter als Waffe gegen den Gegner zu beherrschen, führt Thüne aus, habe aber schnell seine eigenen Grenzen erkennen müssen. Auch wirft der Autor ein: Wenn die Wettermodelle das Wetter nur wenige Tage im Voraus berechnen können, warum geben die Klimaexperten vor, mit Klimamodellen ohne Kenntnis des Wetters Globaltemperaturen für das Jahr 2100 exakt vorhersagen zu können? Wie wenig Modelle mit Vergangenheitswerten die Zukunft berechnen können, zeigen täglich die Finanzmärkte. Kein auf Vergangenheitswerten basierendes Rechenmodell hatte die Banken- oder Euro-Krise vorhergesagt.
Thüne führt als Belege viele Wissenschaftler an und verweist stets konkret auf physikalische Fakten. So erinnert er an den Chemiker Svante Arrhenius, der 1896 den Treibhauseffekt entdeckt zu haben meinte, merkwürdigerweise hierfür von seinen Fachkollegen ignoriert wurde, bis dieser als politische Waffe entdeckt wurde. Der Autor zitiert viel aus Zeitungen, um zu zeigen, wie die Klimahysterie der letzten Jahre erzeugt wurde, und verweist auf eine ähnliche Angstmacherei im Falle des Waldsterbens, das nie eingetroffen ist.
Das Buch ist in kurze Kapitel aufgeteilt, die jeweils mit einem charakteristischen Zitat von zumeist weltweit bedeutenden Persönlichkeiten wie George Bernhard Shaw, Goethe oder Albert Einstein beginnen. Alle Literaturangaben sind im Text eingebaut, es wäre aber schön gewesen, sie am Ende noch einmal kompakt zu finden, zur Nachlektüre. Und ganz zum Schluss: Weniger wäre mehr gewesen, denn ab Mitte des Buches kommt es gelegentlich zu Wiederholungen. Aber das ist bei der Komplexität des Themas wohl bezweckt. Rebecca Bellano
Wolfgang Thüne: „Propheten im Kampf um den Klimathron. Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird“, WT-Wetterwerkstatt, Oppenheim 2011, gebunden, 591 Seiten, 24,80 Euro
Kommentare
Könnte man die Zukunft vorherbestimmen, so wäre diese damit in der Gegenwart bekannt.
Es gäbe keine Zukunft mehr.
Mag sein, daß in streng naturwissenschftlichen Zusammenhängen Vorabberechnungen in Grenzen möglich sind. Jedoch spätestens dann, wenn zur Anwendung von reinen Naturgesetzen auch noch menschliche Intention, menschliches Interesse hinzukommt ist es vorbei mit jeder Vorhersage.
Grund: menschliches Verhalten verläuft nicht in naturgesetzlich beschreibbaren Grenzen.
Bei der Klimaforschung haben wir bereits bei der Formulierung der Handlungsziele mit menschlichem Interesse zu tun, entsprechend wertlos ist die Basis einer vermeintlich wissenschaftlich untermauerbaren Behauptung, wir hätten einen menschenverursachten Klimawandel vor uns. Den wir durch unser Verhalten auch noch beeinflussen könnten.
Mißbrauch des Begriffs der Wissenschaftlichkeit zur Erringung der prinzipiell nicht erbringbaren Stichhaltigkeit der Beweise, die ersatzweise auf die Ebene einer erhöhten Glaubwürdigkeit - vermeintliche Wissenschaftlichkeit - gehieft werden.
Bankrotterklärung unserer Bildungsnation. Rückfall in Glaubenskategorien, durch Verquickung von Religion und Wissenschaftlichkeit. Scientology.
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Bitte nicht aus der Hüfte schießen! Man kann ein Buch erst beurteilen, wenn man es gelesen hat! Das "übrigens" ist eine glatte Unterstellung. Jeder weiß, dass wasser, wenn es gefriert, sich ca. 10 % ausdehnt. Beim Schmelzen ist es umgekehrt. Kein Wiskyglas läuft über, wenn das Eis darin schmilzt! Was Paul Kennedy schreibt, ist eine politische Meinung, keine wissenschaftlich haltbare Äußerung. Sie hat auch nichts mit dem Buch zu tun! Also: erst lesen, dann urteilen!