Morgengrauen einer Wende

2017 hat Deutschland massiv verändert − und der Umbruch hat erst begonnen

20.12.17
500 Jahre Reformation, 200 Jahre Wartburgfest: 2017 rückte die Wartburg ins Zentrum deutschen Erinnerns Bild: pa

Bundestagswahl, grassierendes Staatsversagen, ratlose Parteien: Dieses Jahr hat die etablierte Macht ins Rutschen gebracht.
 
Das Jahr 2017 hat Deutschland tiefgreifend verändert. Es ist eine Veränderung, die weit über das in dieser Republik gewohnte Maß hinausgeht. Die etablierte Politik reagiert auf diese Umwälzung mal hilflos, mal aggressiv abweisend oder ignorant, oder sie läuft den krassen Herausforderungen nur noch hektisch hinterher. Die Zeichen der Überforderung der politisch Handelnden sind in jedem Falle unübersehbar.
Dass die Bildung einer neuen Regierung in den Sternen steht, nur weil mit der AfD eine gerade einmal Zwölf-Prozent-Partei neu in den Bundestag eingezogen ist, enthüllt die politische und personelle Erschöpfung der sogenannten Altparteien. Und ihre verzagte Mutlosigkeit, die einen für sie und für das Land dramatischen Grund hat: Trotz voller Steuerkassen ist es ihr nicht mehr möglich, die explosionsartig zutage tretenden Probleme mit Geld, Schönrednerei oder Formelkompromissen beiseite zu schieben, wie dies lange Zeit Praxis war.
Denn es hakt an allen Ecken und Enden, Kritiker sprechen bereits von einem Zerfall der staatlichen Ordnung: Justiz und Polizei melden, sie seien am Ende ihrer Kräfte. Der Unmut dort ist so groß, dass trotz allen politischen Drucks zur Geheimhaltung immer mehr davon an die schockierte Öffentlichkeit dringt. Auch Schulen kapitulieren, und geben wie Polizei und Justiz − offen oder schamhaft − zu, dass die Zuwanderungspolitik die Quelle ihres Fiaskos darstelle.
Auf den Straßen breiten sich Frauen-, Homosexuellen- und Judenfeindlichkeit unverhüllt aus, ebenfalls wegen der Zuwanderungspolitik. Die Unübersehbarkeit all dessen bietet indes auch die Chance zu einer Wende zum Realismus, weg von Ideologie und Opportunimus.
Vielleicht hat diese Wende schon begonnen. Die „New York Times“ glaubt, dass die Ära Merkel sich dem Ende neige. Die SPD ist im Laufe dieses Jahres von einer euphorischen Scheinblüte in die tiefste Orientierungskrise ihrer Nachkriegsgeschichte gestürzt. Sigmar Gabriel empfiehlt seiner Partei, sich wieder an ihre Grundlagen zu erinnern, daran, die Interessen des Durchschnittsbürgers zu vertreten. „Heimat“ und „Leitkultur“ sollten von der SPD positiv besetzt und diskutiert werden. Die weitere Debatte wird erweisen, ob die SPD zu solcher Besinnung noch die Kraft, ja überhaupt den Willen besitzt.
Trotzdem hat Gabriel den Kern aufgedeckt: Die Umwälzungen dieses Jahres rufen nicht bloß die etablierten Parteien dazu auf, sich den tatsächlichen Interessen des Volkes zuzuwenden, statt ihren ideologischen „Projekten“ nachzuhängen. Die Erschütterungen von 2017 erscheinen wie ein Weckruf an ein ganzes Volk, seine aus schierer „Wohlstandsverwahrlosung“ erwachsenen Träumereien und Verkniffenheiten zu überwinden, um zu sich selbst und seinen eigentlichen Zukunftsaufgaben zurückzufinden.     Hans Heckel


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Kommentare

hennriette ryk:
13.01.2018, 01:23 Uhr

Ja wie sagte IM Erika schon auf einer Pressekonferenz neben Obama, der übrigens sehr nervös mit den Fingern klavierte? Es hätte sie bereits in der ddr gestört,dass das Volk etwas zu sagen hätte....
Na dann auf zu neuen rechtsbrüchen übrigens selbst beim nicht einheitlichen / existierenden regelwerk für subsidiäre familiennachzüge eu weit...


Alfred Schlicht:
27.12.2017, 11:47 Uhr

es ist 5 nach 12 -- viele haben es schon gemerkt, manche leider immer noch nicht. Die Zahl der moeglichen Refugien schrumpft, Bayern mag vorlaeufig noch eines sein. Die Saat des 'bluehenden lanschafters' geht auf. die parteispenden waren da noch das Geringste....


Haukur up Tronje:
23.12.2017, 18:24 Uhr

""Religion ist unvermeidbar.
Deshalb gibt es keine menschliche Kultur ohne sie.
Denn Religion stiftet kollektive Identität, sie legitimiert soziale Ordnungen und vermittelt Sinn.
Selbst in Deutschland gab es daher nie wirklich ein Verschwinden der Religion, sondern deren Transformation zu einem Kulturchristentum.
Und das ist kein Verlust.
Denn es sind letztlich die religiösen Traditionen und ihre kulturelle Prägekraft, die den Menschen Identität, Halt und Orientierung geben.""

Was passiert aber, wenn Religionen in DE aufeinander prallen, von denen mindestens EINE den Anspruch der ABSOLUTHEIT für sich beansprucht?
Wie damit umgehen?
Sich erwehren?
SEINE national-christlichen Werte bewahren?
Oder eine bis zum geht nicht mehr "toleranzbesoffene" selbstverleugnende Appeasementpolitik betreiben, die nur DENEN nützt, die auf Kosten der mühsam erarbeiteten deutschen Steuergelder gleich schmarotzerhaft es sich in der DE-Sozial-Hängematte bequem machen und den von den "Eliten der Repräsentativen Demokratie" ausgepressten Zahler auch noch verachten, terrorisieren und bekämpfen?

Ich sehe zwei Fakten:

(1) - Es gibt eine für den Islam verbindliche ""Kairoer Erklärung der Menschenrechte"“ vom 05-08-1990.
Diese Erklärung unterstreicht ihren Ursprung im Islam als der „wahren Religion“ und der Lebensart der islamischen Gesellschaft (Umma), die als die beste aller menschlichen Gesellschaften beschrieben und der eine zivilisierende und historische Rolle zugeschrieben wird.
Die Erklärung steht im Widerspruch zum internationalen Verständnis der Menschenrechte, weil sie die Unumstößlichkeit der Religionsfreiheit nicht anerkennt.
Entgegen allen anderen Religionen in der Welt erhebt der Islam einen Ausschließlichkeitsanspruch für seine Gläubiger-Gemeinschaft, andere Religionen zählen nicht, sie müssen unterworfen werden.
Ein Zusammenleben von Muslimen mit allen anderen Menschen auf dieser Welt ist nur auf Basis dieser Kairoer Erklärung BINDEND.

(2) - Das deutsche Staatsvolk wurde NIE zur Migrations-Asyl-Flüchtlingsproblematik befragt.
Die Zeiger-diagrammatischen Befragungen in den verschiedensten Online-Medien müssen für die Regiereden einfach vernichtend sein - Dennoch es stört sie nicht.
Der Politik-Kurs gegen das Staatsvolk wird weiter betrieben.
Warum?
Das wissen NUR Merkel, Kauder, Schulz, Gabriel, . . . und alle Vasallen und Paladine der in DE-Herrschenden.

Man muss einfach nur die täglichen Schlagzeilen aufnehmen, um zu erkennen, dass die "Eliten der Repräsentativen Demokratie" incl. in trauter Eintracht mit dem politisch-medialen Komplex

einfach NICHT WILLENS oder absolut unfähig sind,

die mehr und mehr sich auftürmenden Gefahren an "Leib und Leben" vom deutschen Staatsvolk abzuwenden

Folgen Sie NICHT den "simplen AfD-Lösungen"?
Ich habe es so etwas von satt, von den Regierenden und der ihr arteigenen Genialität immer nur zu erfahren, was, warum und weswegen alles nicht geht.
Ich möchte Lösungen - Baldige, ausschließlich DE-präferierende Lösungen.
Österreich zeigt wie's geht!


Hans-Joachim Nehring:
21.12.2017, 18:43 Uhr

Alles was Merkel in den letzten Jahren angefasst hat, ging doch permanent in die Hosen.
Ihre Willkommenskultur und der Erdogan-Deal waren doch eine Katastrophe. Die Sondierungs- gespräche ein Theaterstück übelster Prägung. Nein, ein Rücktritt als Kanzlerin ist nicht nur wahrscheinlich, sondern ein Erfordernis ersten Ranges. Ihre Anteilnahme für die Opfer des Terroranschlages auf dem Berliner-Weihnachtsmarkt war mehr als bescheiden. Sie hat die Fühlung zum eigenen Volk längst verloren.


Jürgen Borowski:
20.12.2017, 21:07 Uhr

So ist es, die Merkel-Zeit neigt sich endlich dem Ende zu!
Allein, das Merkel nach einem Jahr und etlichen Ermahnungen und Anregungen von Journalisten sich endlich bequemte die deutschen Opfer des islamistischen Massakers zu Weihnachten 2016 zu besuchen, beweist glasklar, dass Merkel nur zu positiven Gefühlen fähig ist, wenn die Opfer keine Deutschen sind. Erst dann läuft Merkel zur Höchstform auf, ruft zu Licherketten auf und hetzt gegen vermutete geistige Mittäter.


Arnold Schacht:
20.12.2017, 12:55 Uhr

Ob die Ära Merkel endet, werden wir mal sehen. Irgendwann geht natürlich alles zu Ende. Aber selbst dann gibt es niemanden, dem ich zutrauen würde, die Probleme zu lösen. Wenn die SPD einen radikalen Kurswechsel vornehmen würde, würden nicht nur kleine Gruppen in der Partei rebellieren, sondern ansehnliche Teile. Das ist auch, warum z.B. warum man nicht mit der AfD koalieren wird. Wenn man jahrelang gesagt hat, das seien alles Nazis, nicht einmal neben ihnen sitzen wollte und sie von Ausschussvorsitzen und Vizepräsidentschaft ferngehalten hat, sie in den Medien negativ dargestellt hat, kann man nicht einfach "April April" sagen. Gegenüber der Linken hat man ab und zu auch Koalitionen ausgeschlossen, aber die Begleitumstände waren nie so rabiat.

Zurück zur SPD: Bei uns im Ort hat die einen Schaukasten. Da war eine Zeit lang Mitgliederwerbung drin, die besagte (der genaue Wortlaut war etwas länger, den kriege ich aber nicht aus dem Kopf hin) ungefähr: Komm zur SPD, wenn du für Einwanderung, und gegen Ausgrenzung bist.

Den Leuten, die darauf gehört haben, kann man keine Grenzschließung verkaufen.

Ich denke, es wird erst soweit kommen, dass erst der letzte Depp es merken muss, bevor was getan wird. Wenn es dann nicht zu spät ist.

Vielleicht irre ich mich, aber Erfahrung macht mich pessimistisch.


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