Nichts hält uns auf

Warum Terror-Paten gegen ihre Kollegen kämpfen, wieso wir viel lieber sein müssen, und wie die ARD diesen Trump besiegt / Der Wochenrückblick mit Hans Heckel

10.06.17

Na endlich! Die Politiker der westlichen Demokratien und ihrer befreundeten Staaten machen ernst im Kampf gegen den radikal-islamischen Terror. Schluss mit Geschwafel und taktischen Winkelzügen, lautet die Botschaft.
Zum Auftakt dieser neuen Saison der Weltpolitik führen die Mächtigen eine wirklich entzückende Operette der Entschlossenheit auf. Katar wird isoliert, weil es den Islamischen Staat (IS) unterstütze und überhaupt den Terror im Namen Mohammeds. Voran gegen Katar marschiert Saudi-Arabien.
Nun ist Katar tatsächlich über die Ohren verstrickt in die globale Radikalisierung des Islam. Aber Saudi-Arabien als Ankläger? Jenes Land, das seit vielen Jahren überall auf der Welt die Radikalisierung der Moslems mit Milliarden Dollar finanziert? Mit saudischem Geld erst gelang es, religiös eher unmusikalische Tschetschenen, Albaner oder Bosnier zu fanatischen Kämpfern des Propheten zu formen. Was läuft da? Vergessen wir das offizielle Geklingel. Katar hat sich den Persern zu sehr angenähert. Daher ist es fällig.
Man meint, einen Mafia-Paten vor sich zu haben, der einen anderen Paten angreift, um einem Politiker einen Gefallen zu tun, der ihm sonst gefährlich werden könnte. Der Politiker heißt Donald Trump. Der US-Präsident hasst den Iran und hatte das saudische Königreich gerade erst besucht, bevor dessen König den Bann über Katar aussprach.
Das läuft wie beim Erdogan, der jeden als Terroristen oder zumindest Terror-Unterstützer entlarvt, der ihm politisch in die Quere kommt. Washington und die Saudis machen das jetzt auch so.
Von wegen: „Der Westen hat auf den Terror keine Antwort.“ Natürlich hat er die. Nur dass es dabei nicht ums Thema geht, sondern darum, wie man die Terror-Kiste für ganz andere Zwecke am besten ausnutzen kann.
Da gibt es Möglichkeiten, auf die wir Normalsterbliche gar nicht kommen würden. Dass eine ungezügelte, nicht kontrollierte Zuwanderung aus dem islamischen Raum problematische Leute zu uns hat einsickern lassen, bezweifelt mittlerweile fast niemand mehr. Da möchte man doch meinen, dass wir uns von vielen dieser Menschen lieber wieder trennen sollten, um die Probleme zu verringern.
Aber ganz im Gegenteil, erklärt der „Migrationsforscher“ und Zuwanderungsfreund Albert Scherr. Es geht um den Fall Assef N. Der gerade 21-jährige Afghane war 2012 illegal nach Deutschland gelangt, hat die Behörden jahrelang getäuscht, fälschlich so getan, als besitze er keinen Pass, hat sich der Abschiebung entzogen und so weiter. Andererseits soll er ein guter, strebsamer und beliebter Schüler gewesen sein. Mit anderen Worten: Assef N. wollte in Deutschland ein ganz normales Leben führen, allerdings scherten ihn die deutschen Gesetze und Behörden einen Dreck. Wie Sie vielleicht im Fernsehen gesehen haben, wurde N. schließlich von der Polizei aus der Schule geholt, wo es zu heftigen Tumulten kam.
Durch solche polizeilichen Maßnahmen, so warnt uns Scherr, ließen sich selbst vorbildliche Asylbewewerber auf die schiefe Bahn lenken, etwa in die Kriminalität oder gar in „islamistische Strukturen“. So schaffe sich Deutschland Feinde. Und siehe da: Gegenüber den Beamten soll der junge Assef für den Fall seiner Abschiebung gedroht haben: „In einem Monat bin ich eh wieder hier und bringe Deutsche um.“
Ja, das haben wir davon, wenn wir „vorbildliche Asylbewerber“ mit unseren Gesetzen behelligen. So schnitzt der Professor aus einer möglichen Terrorgefahr („bringe ich Deutsche um“) doch tatsächlich ein Plädoyer für noch mehr Nachlässigkeit bei der Zuwanderung, weil sich Deutschland sonst „Feinde“ schaffe, die gefährlich werden könnten.
Wer unsere Gesetze macht und in welcher Absicht er das tut, bleibt dessen ungeachtet ein Rätsel für den normalen Bürger. Fast zeitgleich mit dem Fall Assef N. wühlte uns das Schicksal eines 14-jährigen nepalesischen Mädchens auf, das, obwohl in Deutschland geboren, mit seinen Eltern zurück an den Himalaya geschafft wird.
Die Eltern hatten sich schon vor 15 Jahren illegal in der Bundesrepublik niedergelassen. Die Behörden benötigten jedoch anderthalb Jahrzehnte, um zu einem rechtskräftigen Urteil zur Abschiebung zu gelangen. Geht es vielleicht noch rasanter? Wann werden sie erstmals jemanden abschieben, dessen Urgroßeltern ohne die erforderlichen Papiere ins Deutsche Reich eingereist sind?
Wer produziert Gesetze, die dermaßen viele Einspruchsmöglichkeiten eröffnen, dass es eine halbe Generation dauern kann, bis eine Entscheidung auf dem Tisch liegt? Das sind natürlich unsere Volksvertreter in den Parlamenten. Dafür werden sie bezahlt und gewählt, von uns.
So wird es auch im September wieder kommen, wobei wir die Furcht vor irgendwelchen Überraschungen oder gravierenden Verschiebungen längst glücklich überwunden haben. Angela Merkel wird einen mühelosen Sieg erringen.
Christoph Schwennicke vom „Cicero“ zeigt sich von dieser Aussicht ziemlich mitgenommen. In einem vergifteten Lobgesang unter dem Titel „Angela Merkel − Eine Verneigung“ nennt er die Zahl von 50 Milliarden Euro jährlich, welche uns die, vor allem durch Merkel, ins Land gelockten Asylsucher jährlich kosten, und „das sind nur die ganz direkten Kosten für Verpflegung, Unterbringung und Beschulung“.
Denen ständen insgesamt 100 bis 140 Milliarden Euro an Investitionsstau bei der öffentlichen Infrastruktur gegenüber, „der sich nicht zuletzt in den bald zwölf Regierungsjahren Merkels“ eingestellt habe. „Hätte man das Geld für die Sanierung von Schulen, Straßen und öffentlichen Einrichtungen ausgegeben statt für die Akuthilfe für Flüchtlinge, Deutschland erstrahlte in ganz neuem Glanz“, klagt Schwennicke. Überdies habe die ewige Kanzlerin den Terror ins Land gelassen. Und doch sei Merkel auf dem Weg in die vierte Amtszeit, was den Autor unübersehbar ratlos zurücklässt.
Manche von uns auch. Doch die schlaue Kanzlerin hat etwas gefunden, das ihr zum Machterhalt sehr nützlich sein dürfte: einen idealen äußeren Feind. Äußere Bedrohungen lassen die Leute zusammenrücken im Schatten ihrer Regierung, das war schon immer so. Die eigentliche Bedrohung, der radikal-islamische Terror, passt allerdings nicht in Merkels Konzept. Da ist der Weg zu kurz zu den Fragen nach ihrer Asyl- und Grenzpolitik.
Bestens präpariert für die Rolle des Buhmanns ist dagegen Donald Trump. Bei einer internationalen Untersuchung kam heraus, dass keiner der untersuchten großen Sender weltweit derart negativ über den US-Präsidenten berichtet hat wie die deutsche ARD. Sage und schreibe 98 Prozent der Beiträge des deutschen Staatssenders über Trump seien nachteilhaft gefärbt gewesen. Eine derart stramme Einseitigkeit haben wir selten genossen, vielleicht zuletzt bei der „Aktuellen Kamera“.
Den Trump zu hassen haben die deutschen „Tagesschau“-Konsumenten demzufolge gründlich gelernt. Entsprechend kräftig spannt Merkel den Bogen: „Nichts wird uns aufhalten“ bei der Rettung des Weltklimas vor dem Feind in Washington, tönt die deutsche Regierungschefin in lange nicht gehörtem Pathos. Klingt das nicht mitreißend?
Den Amis zeigen wir’s. Unsere weltrettende Kanzlerin hat bereits machtvolle Verbündete gewonnen, dabei ist sogar China! Die Volksrepublik ist schließlich berühmt für ihren feinfühligen Umgang mir der Umwelt, wie die milchig-gelben Bilder von der Pekinger Luft (ist das Luft?) überzeugend belegen.
Das Klima gegen Trump verteidigen! Die Welt retten!! Das ist ja fast noch schöner als die „Willkommenskultur“. Gut, die liegt uns mittlerweile schwer im Magen. Doch bis das beim Klima- und Weltretten auch so kommt, ist die Wahl längst durch.


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Kommentare

Jürgen Umfahr:
12.06.2017, 20:24 Uhr

Zu Emmanuel Precht:

Ein "eingewanderter"(?!) "GRÖFAZ" operierte also mit "repräsentativen Umfragen"?! Ist ja hochinteressant.

Wer bzw. was soll das sein?

Wieder mal ein Spaltungsversuch?


Jürgen Umfahr:
10.06.2017, 10:55 Uhr

Wieder einmal ein großes Dankeschön für Ihre glänzende Analyse, Herr Heckel.

Ja, die bestimmenden Kräfte hinter Merkel (und Macron, Juncker, Obama-Hillary, Van der Bellen, & Co.) verstehen es virtuos, auch für ihre Weltvermischungspläne ungünstige Entwicklungen trotzdem wieder vor ihren Karren zu spannen. (Mit dem demographisch und kulturell desolaten BR-Deutschland will Merkel nun „die Welt" vor Trump retten..., ...noch schöner als die Willkommenskultur...")

Nicht zu fassen, aber das greift bei den gutmütigen Deutschen.

Man kann der Findigkeit und Schläue dieser Organisatoren, Befehls- und Parolenausgeber den Respekt wahrlich nicht versagen!


Emmanuel Precht:
10.06.2017, 06:23 Uhr

"Trump zu hassen haben die deutschen „Tagesschau“-Konsumenten demzufolge gründlich gelernt"
Und als Beweis, dass Trump das ist als was er hingestellt wurde, liefern die "Anstalten" den Beliebtheitsgrad des Trumpen durch "repräsentative" Umfragen: "Kein Politiker war in Buntland (ehem. BRD) je so unbeliebt wie der amtierende US-Präsident". Diese Art der Propaganda hatte das damalige Ministerium des eingewanderten GRÖFAZ auch im Programm.

Unsere weltrettende Kanzlerin...
Die "Physikerin" hat es nicht mehr mit der Weltenrettung. Nein! Jetzt wird erstmal die gesamte Schöpfung "gerettet". Dem Schöpfer ist schon Angst und Bange.

Wohlan...


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