Rabbi begrüßt die »islamische Invasion Europas«

10.09.15

Der französisch sprechende Rabbi David Touitou hat die Debatte um die Massenzuwanderung nach Europa um eine völlig neue Sichtweise bereichert: „Die islamische Invasion Europas ist eine ausgezeichnete Nachricht. Der Messias wird kommen, wenn Edom, Europa und die Christenheit gefallen sind.“ Die eigenwillige, über das Internet verbreitete Wortmeldung ist ein Beleg für eine zahlenmäßig kleine, aber keineswegs bedeutungslose Strömung im Judentum, die einem messianistischen Glauben verhaftet ist. Zentrale Denkfiguren sind das Heraufkommen eines Armaggedon, eines jüngsten Weltengerichts, und die Wiederkehr eines neuen Messias.
Die Anhänger dieser sektiererischen Strömung des Judentums beschränken sich allerdings nicht darauf abzuwarten, bis sich die Prophezeiungen aus dem Alten Testament von allein einstellen, sie fühlen sich verpflichtet, die Ankunft des neuen Messias selbst herbeizuführen. Geschätzt wird, dass vor allem in den USA und Israel einige Hunderttausend zu den Anhängern dieser messianistischen Weltsicht zählen. Es gibt Hinweise darauf, dass der tatsächliche Einfluss noch größer ist, als dies die Zahl der Anhänger vermuten lässt. So nennt der Historiker und Publizist Wolfgang Eggert unter anderem den US-Politiker und ehemaligen Weltbankpräsidenten Paul Wolfowitz und den ukrainischen Oligarchen Igor Kolomojskij, die in Kontakt mit solchen Gruppen stehen sollen.
Nicht nur der Verdacht, dass einflussreiche Persönlichkeiten mit messianistischem Gedankengut sympathisieren, ist beunruhigend. Aktionen der sektiererischen Gruppen haben immer wieder Auswirkungen bis in die Tagespolitik hinein und das mit dem Tempelberg in Jerusalem an einem besonders brisanten geografischen Punkt. Ein wichtiger Platz im Denken der Gruppen nimmt die Idee von der Errichtung des sogenannten dritten Tempels ein, der nach der Zerstörung der beiden Jerusalemer Tempel in den Jahren 600 vor Christus und 70 nach Christus neu entstehen soll. Als Standort für das höchstes Heiligtum kommt nach Ansicht orthodoxer jüdischer Aktivisten nur der Tempelberg in Ost-Jerusalem in Frage, genau an der Stelle, wo mit der Al-Aksa-Moschee seit gut 1300 Jahren ein Heiligtum der Muslime steht. Die bestehenden Regelungen sehen vor, dass Juden das Areal besuchen, allerdings nicht dort beten dürfen, was Gruppen wie etwa die „Tempelberg-Getreuen“ nicht respektieren. Wiederholt unter Zugzwang geraten ist dadurch der jordanische König Abdullah, der als offizieller Hüter des Al-Aksa-Areals auf dem Tempelberg fungiert. In der Vergangenheit haben Aktionen orthodoxer Juden bereits dazu geführt, dass Jordaniens Herrscher Israel damit gedroht hat, den Friedensvertrag aufzukündigen, wenn der geltende Status quo auf dem Tempelberg weiterhin verletzt wird.    N.H.


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