Reizthema Bevölkerungsexplosion

Geburtenanstieg in Afrika erhöht Zuwanderungsdruck nach Europa – Gegenmaßnahmen an falscher Stelle

21.11.17
In den Entwick­lungsstaaten ist kein Ende der Bevölkerungs­explosion in Sicht. Allein in Afrika wird sich bis 2050 die Bevölkerung auf zwei Milliarden Menschen verdoppeln. Und damit steigt auch der Verbrauch an Ressourcen und Energie Bild: Imago

Kirchen, Hilfsorganisationen und Parteien reden im Zusammenhang mit der Massenzuwanderung nach Deutschland regelmäßig von der Notwendigkeit, die Fluchtursachen zu bekämpfen. Genannt wird in diesem Zusam­menhang immer öfter der sogenannte Klimawandel als ein Fluchtgrund, ein anderer wichtiger Faktor ist bislang aber immer noch ein Tabu.

Erst vor Kurzem musste sich die Bundesregierung harsche Kritik von Welthungerhilfe und Terre des Hommes anhören. Beide Hilfs­organisationen bemängelten, Deutschland würde sich bei der Entwicklungshilfe zu stark um Schwellenländer kümmern, anstatt sich auf besonders arme Länder zu konzentrieren.
Tatsächlich fließen zur Umsetzung von Umwelt- und Klimaschutzzielen bisher erhebliche Entwicklungshilfemittel von Deutschland nach Indien, Südafrika, Brasilien. Deshalb ist schon seit einiger Zeit ein Nachjustieren der deutschen Entwick­lungshilfepolitik zu beobachten.
Bereits im Juni hat Kanzlerin Merkel zu einem Afrika-Gipfel nach Bonn geladen. Reformorientierten Musterstaaten auf dem afrikanischen Kontinent wurden bei dem Treffen 300 Mil­lionen Euro zugesagt. Als Kriterien für die Vergabe werden die Achtung von Menschenrechten, Reformbereitschaft, Rechtssicherheit und Korruptionsbekämpfung genannt.
Kritiker wie der Schriftsteller Hans Christoph Buch sehen den Plan skeptisch. Aus seiner Sicht lässt sich in Afrika kaum ein „nicht korruptes, verantwortungsvoll regiertes Land“ finden. Der Autor warnt: „Wir alimentieren Regimes, vor denen gerade die Leute weglaufen. Die fliehen, weil sie keine Chance haben in Staaten, die von einer Ethnie oder Partei zu einem Selbstbedienungsladen gemacht worden sind.“
Tatsächlich gibt es mittlerweile einige Kritiker, die warnen, dass die bisherige Form von Entwick­lungshilfe verkrustete Strukturen aufrechterhält und Korruption vielerorts erst noch befeuert.
Besonders drastisch ist das Urteil, das die afrikanische Ökonomin Dambisa Moyo vor einigen Jahren gefällt hat. Laut Moyo wurden im Rahmen von Entwick­lungshilfe im Zeitraum der letzten 50 Jahre über eine Billion Dollar an Hilfsleistungen nach Afrika überwiesen. „Doch geht es den Afrikanern durch die mehr als eine Billion Dollar, die in den letzten Jahrzehnten gezahlt wurden, tatsächlich besser?“, fragt Moyo. Auf der Basis dieser Einschätzung plädiert die Entwicklungshilfe-Kritikerin für einen schrittweisen Ausstieg aus dem bisherigen System von Entwicklungsgeldern.
Inzwischen liegen auch Untersuchungen vor, wonach Entwick­lungshilfe Migration mittelfristig sogar zunehmen lässt. So erklärte Thomas Bauer, der Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) im März dieses Jahres: „Die Ärmsten der Armen werden nicht wandern. Sie können sich das nicht leisten und haben nicht die nötigen Netzwerke und Informationen für eine solche Entscheidung.“
Aus Sicht des Wirtschaftswissenschaftlers ist damit zu rechnen, dass sich mit steigendem Bildungsstand und besseren Einkommen zunächst sogar mehr Menschen auf den Weg machen werden. Der Experte hält es trotzdem für richtig, armen Ländern bei ihrer Entwicklung zu helfen. Langfristig sei mit der Angleichung der Verhältnisse und damit zu rechnen, dass sich weniger Menschen für eine Migration entscheiden, so der Professor für Wirtschaftswissenschaft.
Dieses Phänomen wird in der sozialwissenschaftlichen Forschung als „migration hump“ bezeichnet und ist empirisch nachgewiesen. Im speziellen Fall von Afrika sind allerdings Zweifel angebracht, ob es auch dort zu einem Abebben der Migration durch eine Verbesserung der Lebensverhältnisse kommt.
Prognostiziert wird, dass sich bis 2050 die Zahl der Afrikaner von heute rund einer Milliarde auf zwei Milliarden verdoppelt. Entsprechend hoch muss das Wirtschaftswachstum Afrikas ausfallen, um überhaupt den bereits erreichten Stand beim Pro-Kopf-Einkommen halten zu können.
Europa wird die Folgen dieser Entwicklung nicht nur über weiter steigenden Zuwanderungsdruck an seinen Grenzen zu spüren bekommen. Die Ölproduzen­tenorganisation OPEC rechnet damit, dass das Wachsen der Weltbevölkerung auf 9,8 Milliarden Menschen bis 2040 den Energieverbrauch um ein Drittel steigen lassen wird.
Bemerkenswert ist, dass in der öffentlichen Diskussion das Thema Eindämmung der Bevölkerungsexplosion etwa auf dem afrikanischen Kontinent bislang ein weitgehendes Tabu ist. Vorgebracht werden stattdessen immer öfter Appelle an die Bewohner der Industriegesellschaften wie zum Beispiel diese: „Wir müssen unseren eigenen ökologischen Fußabdruck verkleinern.“
Europäer und Nordamerikaner sehen sich mittlerweile sogar mit Forderungen konfrontiert, aus Rücksicht auf Klimaschutz und Ressourcenverbrauch gänzlich auf eigene Kinder zu verzichten. So rechneten Seth Wynes und Kimberly Nicholas in der Publikation „Environmental Research Letters“ vor: „Eine US-amerikanische Familie, die auf ein Kind verzichtet, spart genauso viel Emissionen ein wie 684 Teenager, die für den Rest ihres Lebens strikt recyceln.“    Norman Hanert


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Kommentare

Stefan Jaeger:
30.11.2017, 04:41 Uhr

Was mich befremdet ist die Tatsache das niemand den im Afrika vorkommenden Rassismus mal anspricht. Eine Freundin von mir ist mit Ihren eigenen Geld aus Suedafrika ausgewandert mit Familie. Da sie eine Weisse ist gabs keine Hilfe. Nichts.


Michael Hoeft:
28.11.2017, 01:18 Uhr

Ich habe etwa 18 Monate in Uganda gelebt. Ein politisch recht stabiles Land nach dem Abgang von Idi Amin.
Laut der dort verfügbaren Literatur haben dort um 1900 etwa 1 Mio Menschen gelebt. Britische Kolonialstatistik.
Zu meiner Zeit dort (2003/2004) lebten dort etwa 24 Mio Menschen.
Die sich anbahnende demoskopische Katastrophe dürfte jeder sehen. Und das in einem Land, welches weder größere Bürgerkriege noch Dürren oder Ähnliches gesehen hat. Dort gibt es keinen Wassermangel und die Landwirtschaft hat auch noch erhebliche Reserven.
Dennoch - so kann es nicht ewig weitergehen. Die Wasser- und Landreserven sind nun mal begrenzt.

Ich kann auch nicht erkennen, dass ich für die Entwicklung/Nichtentwicklung/Fehlentwicklung von afrikanischen Staaten zuständig sein soll. Das würde ja heißen, dass die dortigen Bürger für nichts zuständig sind. Also nicht einmal für ihre ureigensten Angelegenheiten.
Nee danke, jeder ist selbst verantwortlich. Ist der Nachbar in Not, dann hilft man natürlich. Menschliche Selbstverständlichkeit - muß man auch nicht in Parteiprogramme schreiben. Aber verantwortlich ist jeder für sich.

Und wieso soll der Kolonialismus für die heutige afrikanische Korruption verantwortlich sein sollen?


Jürgen Umfahr:
21.11.2017, 18:10 Uhr

Wir Weißen sollen dazu da sein, Afrikanern solche Lebensbedingungen zu erarbeiten, dass sie sich "langfristig gegen eine Migration entscheiden"?! Wie wahnwitzig ist DAS denn?
Wer selbst nichts kann und auf die Reihe kriegt, für den sollen die fähigen, erfinderischen Menschenarten einspringen und dabei sich selbst per Kinderverzicht noch ausrotten? Für wie blöd halten die uns?


E. Berger:
21.11.2017, 15:00 Uhr

" Langfristig sei mit der Angleichung der Verhältnisse ... zu rechnen, ":
Sicherlich. Die (eigentlich gar nicht so) spannende Frage ist: Wer gleicht sich wem an?


Arnold Schacht:
21.11.2017, 13:25 Uhr

Wie kommt dieser Thomas Bauer auf die Idee, dass sich der Lebensstandard in Ländern mit durchschnittlichem IQ von 70 - 80 dem in Ländern mit IQ 100 - 110 angleichen könnte? Die Angleichung könnte höchstens in die andere Richtung verlaufen ( alle gleich arm), indem man die Völker der Industriestaaten "verdünnt" und durch unrealistische Auflagen (z.B. Klimaschutz etc.) die weitere Entwicklung der Industriestaaten bremst.

Bei Ländern wie China ist tatsächlich noch einiges an Wachstum möglich (aber Ressourcen sind auch nicht unendlich). Im Verhältnis zu Subsahara-Afrika ist es unrealistisch.


Haukur up Tronje:
21.11.2017, 10:30 Uhr

Ich sprach schon 20170829 diese Bedenken (in TE) aus:

Etwa 99.000 Babys kommen in Afrika täglich zur Welt.
(http://www.helpster.de/geburten-pro-tag-weltweit-wissenswertes_189669)
Geburten pro Jahr: 36.135.000

Ein endliches System (Erdteil) verfügt nun einmal über endliche Ressourcen (Flora, Fauna, mögliche landwirtschaftliche Anbauflächen, Fischgründe, Bodenschätze, etc.), das müsste selbst einer Grünen-Partei, die sich permanent und mit so unermüdlichen Enthusiasmus mit den natürlichen Bedingungen des Erdballs bis ins kleinste Detail auseinandersetzt (Klimaerwärmung, CO2-Ausstoss, Feinstaub, usw.) und diese uns immer noch genauer, besser, tiefgründiger erklärt, langsam dämmern.
Alles andere ist Augenwischerei.

Dazu kommt:
Vgl.: Re-Kolonisierung / Warum die Weißen nach Afrika zurückkommen sollen / Wolf Lepenies / 20130806
"" Seien wir ehrlich:
Wir schaffen es nicht.
Wir sind darauf angewiesen, dass die Weißen zurückkommen. "“
Schluss mit der Lüge von der Selbstbestimmung:
Ausgerechnet eine afrikanische Intellektuellen-Zeitschrift plant die Zukunft des Schwarzen Kontinents ohne korrupte, einheimische Führungseliten, die die Entwicklungshilfegelder seit Beginn der Entkolonialisierung ausnahmslos in die eigenen Taschen umleiten.
Eine für alle Menschen dieses Kontinent teilhabende Prosperität dieser Staaten sieht anders aus.
Es reicht nicht mehr, diese nach Europa und zu Merkel out-zu-sourcen!

Merkels große Afrika-Show in Berlin beim Kampf gegen Fluchtursachen / 20170612
Merkel-Fluchtursachen-Bekämpfungs-Weisheit - Der Kern ihrer der Idee:
""Afrika soll Teil der Globalisierung werden.
Deutschland und die G-20-Staaten sollen helfen, dass Afrika für Firmen der industrialisierten Welt ein lukrativer Standort wird.
Afrika soll die Entwicklung kopieren, die große Teile Asiens in den vergangenen Jahrzehnten genommen haben.
Dann, so die Rechnung, suchen die jungen Menschen gute Jobs statt den Weg nach Europa.""

Sie hat es nicht begriffen, wie vieles in ihrer haltlosen, zum Nachteil von DE geführten Blendungspolitik:

Es ist die Fertilität der Afrikaner, die zum Chaos auf diesem Kontinent führt.

Das alles sind Nebenkriegsschauplätze.
Hier das Thema aller Themen:
Wer Afrika retten will, muss ENDLICH die unbotmäßige FERTILITÄT dieser Menschen auf diesem Kontinent nachdrücklich und entscheidend eindämmen und bekämpfen.

Dieses Problem wurde bereits thematisiert und zugleich wieder mit allen demokratischen Mitteln von den Social-Justice- Kriegern aus dem gewaltaffinen Linke-Antifa-VERDI-Bsirske-Gewerkschafts-SPD-Grüne-Khmer-Jungvolk-Gutmenschen-Einpeitscher-Modernisierungsgewinner-Horden-Verein massiv niedergemacht, es kam vom Falschen:

"Stern" / 20151212 - ""Björn Höcke faselt vom "afrikanischen Ausbreitungstyp" ""

""Der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke hat Ende November über das Reproduktionsverhalten von Afrikanern und Europäern geredet - und dabei Einblicke in seine krude Gedankenwelt geliefert.
Die Afrikaner würden mit ihrem fröhlichen Verhalten einen "Reproduktionsüberschuss" von 30 Mio Menschen / a (Einfügung: Der Wert wurde vom "Stern" bewußt geschönt) erzielen.
Höcke glaubt, dass diese Menschen alle nach Europa gehen.
Für ihn ein doppeltes Problem:
"So lange wir bereit sind, diesen Bevölkerungsüberschuss aufzunehmen, wird sich am Reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern."
Und so bringt er das unwahrscheinlichste Argument für geschlossene Grenzen, das man sich nur vorstellen kann:
Sie sind im Interesse der Afrikaner.
Denn:
"Die Länder Afrikas brauchen die Europäische Grenze, um zu einer ökologisch nachhaltigen Bevölkerungspolitik zu finden." ""

Nur weil es ein AfD-Mitglied ausgesprochen hatte, MUSS es verdammt werden.
Bis nach Jahren der Untätigkeit das Problem so was von fortgeschritten ist, dass selbst der Blödeste darüber ob der Offensichtlichkeit darüber stolpert.
Dann wird es aber als die geniale Weisheit der herrschenden Politiker-Kaste und Medien-Vertreter zugeordnet, dieselben, die diese frühere Warnung so vehement in die Tonne traten.

Dieses Procedure ist bereits bei vielen der "ach so simplen Rattenfänger-AfD-Themenlösungen" sehr probat.
Der "Stern" diskreditiert sich mit dieser Aussage gemessen an der heutigen Afrika-Situation selbst.

Warum wird dieser Umstand der Überbevölkerung von Afrika eigentlich NIE ÖFFENTLICH von den Journalisten des politisch-medialen Komplexes ähnlich einem AfD-Bashing-Hype permanent thematisiert?
Was spricht dagegen?
Machthaber in DE: Begreift den Ernst der Lage UND handelt endlich!


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