Scharia in der Senatskanzlei

Anhängerin eines strengen Islam: Berliner SPD streitet über neue Staatssekretärin Chebli

01.01.17
Selbst in der eigenen Partei äußerst umstritten: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) mit seiner neuen Staatssekretärin Sawsan Chebli am 16. Dezember in Berlin zu Beginn der Sitzung des Bundesrates Bild: pa

Sawsan Chebli (38), Kind einer palästinensischen Asylsuchergroßfamilie, wurde in der rot-rot-grünen Berliner Senatskanzlei Staatsekretärin für Bundes- und Europangelegenheiten. Die junge Bilderbuch-Immigrantin bekennt sich zu einem konservativen Islam und zur Scharia und fordert so die weniger gläubigen türkischstämmigen Genossen heraus. Einige fürchten gar, Chebli könnte die erste kopftuchtragende deutsche Ministerin werden.

Die Lebensgeschichte von Sawsan Chebli liest sich wie ein modernes Märchen. 1978 wurde sie als zwölftes von insgesamt 13 Kindern einer palästinensischen Großfamilie in Moabit geboren. Ihre Eltern waren aus dem Libanon eingereist. Der Asylantrag der Familie wurde abgelehnt, der Vater saß sogar in Abschiebehaft.
Auch Sawsan war bis zu ihrem 15. Lebensjahr in Deutschland von den Behörden nur geduldet, sie konnte aber wegen fehlender Staatsangehörigkeit nicht abgeschoben werden. Dennoch machte sie Ende der 90er Jahre, nachdem sie die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hatte, ein fabelhaftes Abitur und studierte Politikwissenschaft.
Schon in ihrer Studienzeit trat sie der SPD bei und wurde als Beispiel für gelungene Integration gefeiert. Altgenossen förderten und protegierten die ehrgeizige junge Muslimin. Innensenator Ehrhart Körting holte sie 2010 als „Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten“ in seine Berliner Behörde – eine eigens für Chebli kreierte Position.
2014 machte Frank-Walter Steinmeier sie zur stellvertretenden Sprecherin des Auswärtigen Amtes. Als sich Chebli am 14. Dezember vom Auswärtigen Amt verabschiedete, sagte sie wörtlich: „Ich hatte wahnsinnig intensive drei Jahre, die besten drei Jahre meines Lebens. Jeder von Ihnen, der mich kannte, wusste, dass ich wahrscheinlich jenseits dieses Forums noch ein biss­chen anders drauf war als hier.“ Mit „anders drauf“ meinte sie ihren streng islamischen Hintergrund.
Chebli hat es aus schwierigen sozialen Verhältnissen ganz nach oben geschafft. Beide Eltern waren Analphabeten, legten aber großen Wert auf die Bildung ihrer Kinder. In der Familie wurde nur Arabisch gesprochen. Alle Kinder gingen ohne Deutschkenntnisse in die Schule. Wäre Chebli 20 Jahre später geboren, wäre sie vielleicht eine Salafistin geworden. Ihr ältester Bruder ist heute Imam in Schweden; er führte die ursprünglich nicht so religiöse Familie an den strengen Islam heran. Die Mutter lernte sogar, um den Koran zu verstehen, Arabisch zu lesen und zu schreiben.
Chebli bezeichnet sich selbst als religiös-konservativ. Sie lebt streng religiös. Sie betet, fastet, hält sich an die islamischen Speisevorschriften und trinkt keinen Alkohol. Ein Kopftuch bezeichnet sie zwar als religiöse Pflicht, sie trägt es nur deshalb nicht, weil es „heute kaum eine Möglichkeit gibt, in Deutschland Karriere damit zu machen“.
Das Bild von der hübschen, erfolgreichen Berliner Immigrantin hat jedoch Risse bekommen. Bereits als Sprecherin des Außenamts wirkte Chebli zuweilen unsicher, manchmal überfordert. Auf Nachfragen bei Bundespressekonferenzen reagierte sie schon mal pampig und genervt. So erhielt ein Journalist auf die Frage, für welche Fluchtursachen die Bundesregierung mitverantwortlich sei, die Antwort, dass dies eine „fast unverschämte“ Frage sei. Steinmeier hielt dennoch eisern an seiner Entdeckung fest.
Im August bezeichnete Chebli in einem gemeinsamen Interview mit ihrem neuen Chef Michael Müller das islamische Recht als „absolut kompatibel“ mit dem Grundgesetz, da es „zum größten Teil nur das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen regelt“. Diese Aussage sorgt nun für Ärger unter ihren Genossen in Berlin.
Die türkischstämmige ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Lale Akgün nennt Cheblis Besetzung „eine krasse Fehlentscheidung“ des Regierenden Bürgermeisters Müller. Akgün, die für die strenge Trennung von Staat und Religion eintritt, wirft Chebli vor, „einen gestrigen Islam“ zu vertreten. Auch Müllers türkischstämmiger Parteifreund Erol Özkaraca, bis 2015 stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Neukölln, hält Cheblis Beförderung für eine „absolute Fehlentscheidung“. Sie wolle den konservativen Islam in Deutschland hoffähig machen, sagte er. Die SPD müsse sich fragen lassen, ob sie das auch wolle. Er drohte gar mit Parteiaustritt.
Selbst Steinmeier dürfte wegen Chebli vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Februar noch ins Schwitzen kommen. Schließlich hat sie ihre verharmlosende Scharia-Aussage zu einem Zeitpunkt gemacht, als sie noch seine Sprecherin im Auswärtigen Amt war und ein solches Interview sicherlich nicht ohne Absprache hätte geben dürfen.     Bodo Bost


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Kommentare

Anton Berger:
11.01.2017, 17:27 Uhr

Berlin zeigt erneut,
D ein 'Lumpenladen'.
JEDER geduldete Afrikaner darf uns regieren und wir haben Zwangsarbeit zu leisten. Lebenslang!
Wieder eine afrikanische Großfamilie mehr die zu Euren Herren aufgestiegen ist.
Freut Euch Ihr Sklaven und Narren. Willkommen im größten Arbeits- und Umerziehungslager der Welt.

PS: Ich wäre bereit für die Rückführung dieser Sippe eine größere Summe zu spenden. Den Rest kann man dann für eine neue Mauer um Berlin benutzen.


Hans-Joachim Nehring:
8.01.2017, 16:09 Uhr

Ob nun im Berliner Senat oder im Deutschen Bundestag, es wimmelt nur von Migranten und Postenträgern mit ausländischem Hintergrund. Otto Normalo und Lieschen Müller werden in die Altersarmut geschickt und Integrationsbeauftragte an die Fleischtöpfe gesetzt. Bei Rot-Grün regiert Multi-Kulti, die das Chaos in Berlin stetig wachsen lässt. Merkel ist angesäuert, da ihre EU- und Asylpolitik vollständig gescheitert ist.


Christian R.:
4.01.2017, 13:43 Uhr

Ach ja, und wenn das islamische Recht größten Teils "nur" das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen regelt, und Gott in den Mund gelegt wird dass eine gute Muslima schön viele Kinder zeugt - 13 wäre ein guter Anfang - und diese natürlich wiederum streng islamisch erzogen werden müssen, und dieses Prinzip von Generation zu Generation Scharia-konform durchgehalten wird, das soll das keine Auswirkungen aufs Grundgesetz haben ? Hat das Grundgesetz seine eigene unbezwingbare Leibgarde ?

Die Äusserung von Sawsan Chebli könnte eine dunkle versteckte Lesart haben: Das Grundgesetz ist mit der Scharia sehr vereinbar weil das Grundgesetz so wehrlos ist dass es sich per demographischer Zeitbombe in Wohlgefallen auflösen wird und somit auf kurz oder lang der Scharia Platz machen wird. Ja, liebes Grundgesetz, Deine Schwäche nennen wir Scharia-Kompatibilität ! Wir preisen diese Kompatibilität und keiner wird es merken was wir eigentlich damit meinen !


H. Schinkel:
1.01.2017, 13:39 Uhr

Aha. So sieht also Integration aus. Eine sich zur Scharia und konservativen Islam bekennende SPD Politikerin die mit sich selbst überfordert ist.

Warum durfte die Familie überhaupt in Deutschland bleiben, wenn doch der Asylantrag abgelehnt wurde?? Wie kann jemand dann auch noch ein Abitur in einem Land machen in dem er nur geduldet wird?? Gelten Gesetze nur noch für Biodeutsche?

Aber eins zeigt dieser Geschichte mal wieder ganz klar. Der alte Spruch stimmt immer noch. Wer hat euch verraten? Sozialdemokraten.


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