Schluss mit der Bevormundung

Journalistik-Professor fordert: Presse muss die Herkunft von Tätern nennen dürfen

09.12.13
Hüter der Pressefreiheit und Befürworter von Selbstzensur: Lutz Tillmanns, Geschäftsführer des Deutschen Presserates. Bild: action press

Viele Medien verschweigen die Herkunft von Straftätern. Dabei berufen sie sich auf eine Richtlinie des Deutschen Presserates. Denn laut dieser darf die Zugehörigkeit von Verdächtigen oder Tätern zu einer religiösen, ethnischen oder anderen Minderheit nur dann erwähnt werden, wenn es einen „begründbaren Sachzusammenhang“ mit der Tat gebe. Der Journalistik-Professor Horst Pötter fordert, diese Richtlinie zu streichen.

Horst Pöttker (65) war bis zu seiner Emeritierung in diesem Jahr Inhaber des Lehrstuhls für Theorie und Praxis des Journalismus an der TU Dortmund. Seit diesem Wintersemester unterrichtet er auch noch Journalismus an der Universität Hamburg. Mit Fragen journalistischer Berufsethik und der publizistischen Selbstkontrolle hat er sich intensiv befasst, auch mit der medialen Integration ethnischer Minderheiten. Er gehört dem „Rat für Integration“ an, einem interdisziplinären Zusammenschluss von Wissenschaftlern.
Der renommierte Journalistik-Professor hat jetzt in einem Beitrag „Schluss mit der Selbstzensur“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“ gefordert, Ziffer 12.1 der Richtlinien des Deutschen Presserates zu streichen. Die vorangehende Ziffer 12 genüge vollkommen, so Pötter. Diese lautet: „Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.“
Pöttker wendet sich jedoch gegen die anschließende Ziffer 12.1, in der es heißt: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“
Medienwissenschaftler Pöttker nennt es ein „konkretes Formulierungsverbot“, dass stets ein „begründbarer Sachbezug“ zwischen Tat und Herkunft eines Täters vorliegen müsse, bevor diese genannt werden dürfe. Er lehnt eine solche „pädagogische und paternalistische Auffassung“ ab. Journalisten sollten die „volle Freiheit, aber auch die volle Verantwortung für ihr Handeln“ haben. Ein „starres Formulierungsverbot“ entlaste Journalisten auch „vom Nachdenken über mögliche Problemursachen, die mit der Gruppenzugehörigkeit eines Täters zu tun haben könnten“. Außerdem halte die Richtlinie das Publikum für dümmer, als es sei. Denn Untersuchungen würden zeigen, dass Leser es merkten, wenn die Nationalität eines Täters gezielt weggelassen werde.
Die Ziffer 12.1 der Presserats-Richtlinien geht nach Angaben des Journalistik-Professors auf eine Anregung des Verbands der Deutsch-Amerikanischen Clubs, die sich für transatlantische Völkerverständigung einsetzen, von 1971 zurück. Die Jahrbücher des Presserates vermerkten als Ziel der Regelung, „bei der Berichterstattung über Zwischenfälle mit US-Soldaten darauf zu verzichten, die Rassenzugehörigkeit der Beteiligten ohne zwingend sachbezogenen Anlass zu erwähnen“.
Die heutige Formulierung gehe auf ein Gutachten des früheren Verfassungsrichters Helmut Simon (SPD) im Auftrag des Zentralrats deutscher Sinti und Roma zurück. Simon habe sich darin fast nur auf Artikel 3 Grundgesetz (Gleichheitsgrundsatz und Diskriminierungsverbot) bezogen, jedoch kaum auf Artikel 5 Grundgesetz (Presse- und Meinungsfreiheit). Seither überschütte der Zentralrat der Sinti und Roma den Presserat jedes Jahr mit Serienbeschwerden. Michael Leh


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Martin Eins:
10.12.2013, 15:51 Uhr

Zu "Rolf Best jun.":

Das hat doch Methode! In der deutschen Demokratie wid suf jede noch so kleine Minderheit Rücksicht genommen. So dass im Endeffekt Minderheiten die Mehrheit dominieren.
So war Demokratie eigentlich nicht gedacht... Aber wenn Klientelparteien (Grüne, Linke etc.) auf Wählerfang gehen, dann kann so etwas dabei herauskommen. :-(


Martin Eins:
10.12.2013, 15:48 Uhr

Das wäre wünschenswert!!!

Wird aber - in unserem linksversifften Staat - wohl nicht passieren.

Vielmehr ist anzunehmen, dass der Wahnsinn fortschreitet und die Nennung des Geschlechts als "sexistisch" gebranntmarkt wird, sowie die Nennung des Alters als "Diskriminierung".

Diese - letztendlich sozialistische - "Political Correctness" muss weg! Ihr muss dringenst Einhalt geboten werden!


Rudolf Best jun.:
9.12.2013, 21:16 Uhr

Art. 5 GG lautet u.a.: ".....Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt....."

Anzufügen an diesen Satz wäre konsequenterweise......
"......außer der durch ausländische Straftäter und deren Interessenvertreter."

Man bemerke die geradezu groteske Rechtsstaatsverkehrung: Ausländische Straftäter haben in Deutschland eigene Interessenvertreter. Inländischen, also deutschen, Straftätern wird somit ein derartiger 'diplomatischer' Schutz durch Interessenvertretungen und als Freifahrschein für weitere kriminelle Handlungen konsequent durch Staat(Polizei und Gerichte), Gesellschaft und in Sonderheit den Presserat verweigert. Über solche absonderlichen Auswüchse der GG-Interpretation sollten sich Verfassungsrechtler einmal ernsthaft Gedanken machen.
Da soll noch einer etwas von Diskriminierungsschutz schwafeln, wo es doch nur um Kriminalisierungsschutz potentiell und überproportional krimineller Bevölkerungsgruppen mit 'eigener Interessenvertretung' geht, mit dem Ziel der Verhöhnung des Rechtsstaates, denn dieser kommt ausschließlich gegen(!) Deutsche Bürger zur Anwendung.
Man darf dieses Land getrost als konsequent schizophren bezeichnen ohne Heilungschancen für diese Enthirnung?
Was mich an Herrn Pöttker etwas stört, ist die Tatsache, dass er erst seine Emeritierung abgewartet hat, um derartig Richtiges zu sagen.


Gerhard Umlandt:
9.12.2013, 18:04 Uhr

Inzwischen sind es längst die
Deutschen, die diskriminiert sind.
Deutsche Frauen vergewaltigt,
deutsche Männer abgestochen oder
an den Kopf getreten bis in den
Tod, und die ausländischen Täter
werden mit Samthandschuhen
angefaßt. Denn der Inländer gilt
bei dieser Politik des
Hochverrats nichts.
Wußten Sie, daß die Infamie der
teilweise korrupten Presse soweit
geht, daß für ausländische Täter
deutsche Namen deutsche
Identitäten erfunden werden?
Der eigentliche Druck geht nicht
vom Presserat aus, sondern
primär von der
deutschfeindlichen Politik.
Merkel fordert im offiziellen
Bundeskanzleramtsvideo auf,
"Ausländergewalt" zu "akzeptieren".
Und aus Bayern ist mir aus erster
Quelle bekannt, daß der Polizei
verboten wurde (2004/5),
"Rußlanddeutscher" oder "Türke"
ins Protokoll zu schreiben.


Andreas Müller:
9.12.2013, 12:57 Uhr

Dieser sogenannte "Presserat" und ihren "Empfehlungen" ist nix anderes was Goebbels und Mielke auch schon gehabt haben....
die Einheitspartei hat immer Recht.

Und deswegen wird dieses System eher kurz als lang hin weggefegt werden.


Peter Schumacher:
9.12.2013, 10:59 Uhr

Die Forderung von Prof. Pöttker dürfte in der Unendlichkeit verhallen. Bevor es dazu kommt, dass die Täter auch nach ihrer Herkunft benannt werden, wird so etwas eher noch in den Paragraphen 130 miteingebaut. Das würde heißen, daß bei der Nennung der Herkunft oder Abstammung der Täter eine Anklage wegen Volksverhetzung erfolgt. Aber der einigermaßen belesene Deutsche ist doch schon soweit geschult, daß er zwischen den Zeilen lesen kann.
Und das Geschrei des Zentralrates der Sinti und Roma darf man sowieso nicht allzu ernst nehmen. Jedermann kennt die Eigenheiten dieser ethnischen Sondergruppe. Gestern, am Sonntagabend, dem 08. Dezember, konnte man bei bei SPIEGEL TV auf RTL sehen, was diese Ethnie alles anrichtet. Ganz gezielt werden mit dem Enkeltrick alte und wehrlose Menschen gnadenlos um ihre Ersparnisse gebracht, die dann auf großen Festen verpraßt werden. Der Bericht ließ den Zuschauer nur erschaudern. Anstand und soziales Verhalten ist denen völlig fremd. Wer gegen die Schwächsten der Gesellschaft so vorgeht, der hat normalerweise jegliche Schonung verloren.
Also, liebe Mitbürger, beim Lesen von Kriminalität immer darauf achten, wie die Ausdrucksweise ist. Mir jedenfalls ist aufgefallen, daß man sogut wie alle Delikte in die Zuwanderungsbevölkerung einordnen kann. Und wir sehen alle nur die ganz kleine Spitze eines riesigen Eisberges. Wenn über diese ganze Kriminalitätsszene offen und unzensiert berichtet würde, die Gesamtkosten und die Schäden veröffentlicht würden, dann allerdings sähe es in unserem Land anders aus. Aber auf immer und ewig wird man das Vertuschen und Verharmlosen nicht durchhalten können. Wie das alles eines Tages enden wird, das darf man gar nicht zuende denken.


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.