Sprachlos auf dem Schulhof
Mehrere hundert Roma-Kinder überfordern Berlins Schulen – Tausende noch auf der Straße
Schüler, die kein Wort Deutsch sprechen, und Eltern, die mangels Sprachkenntnissen auch nicht „erreichbar“ sind. Das sind nur einige der Probleme, mit denen Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bei einem Besuch von Schulen konfrontiert wurde.
Seit einigen Jahren steigt an mehreren Berliner Schulen die Zahl von Roma-Kindern, die über keine Deutschkenntnisse verfügen. „Wir brauchen jetzt Hilfe von der Bildungsverwaltung“ – Der dramatische Hilferuf des Lehrer-Kollegiums der Hermann-Schulz-Grundschule an Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) hatte zumindest schon mal einen Erfolg. Der Besuch der Senatorin lenkte den Blick der Öffentlichkeit auf ein Problem, dem sich immer mehr Berliner Lehranstalten gegenübersehen: Die Zahl von Schülern, die „über keinerlei Deutschkenntnisse verfügten“ (siehe auch Seite 5 und Seite 8), steigen.
Hintergrund ist der lebhafte Zuzug von Roma-Familien aus Bulgarien und Rumänien. Allein in Dezember sind 16 Kinder ohne jegliche Deutschkenntnisse der Reinickendorfer Schule zugewiesen worden. Bereits jetzt existiert dort eine erste Klasse, in der jedes fünfte Kind ohne Deutschkenntnisse den Schulbesuch beginnt. „Auch der begabteste Pädagoge kann unter dieser Voraussetzung keinen für alle Kinder zufriedenstellenden Unterricht durchführen“, heißt es dazu im Brief der Lehrer. Die Forderungen des Lehrer-Kollegiums sind eindeutig: Kleinklassen und mehr Lehrerpersonal, damit die Roma-Kinder überhaupt erst einmal Deutsch lernen können. Bis die Schulsenatorin nun öffentlichkeitswirksam insgesamt drei betroffene Schulen besucht hat, fühlten sich die Lehrer mit ihren Problemen alleingelassen: Erst nach monatelangem Bitten hat der Oberschulrat des Bezirks der Schule nun zeitlich begrenzte Lerngruppen und zusätzliches Lehrpersonal zumindest in Aussicht gestellt.
Auch wenn derzeit der Blick auf die Probleme in Reinickendorf gelenkt wurde, im Bezirk Neukölln sind die Probleme im Zusammenhang mit den Roma-Kindern schon länger und in einer ganz anderen Größenordnung bekannt. Bereits seit dem Jahr 2007, in dem Rumänien und Bulgarien der EU beigetreten sind, verzeichnet der Bezirk wachsende Zuzugszahlen von Roma. Die Neuköllner Hans-Fallada-Grundschule hat 90 Roma-Schüler aufgenommen, wodurch sie bereits 20 Prozent der Schülerschaft ausmachen.
Der nun ins Licht der Öffentlichkeit gerückte Ansturm nicht deutschsprechender Kinder auf Berliner Lehranstalten ist allerdings nur die Spitze eines Eisbergs: Die Befragung eines Quartiersmanagements in Nord-Neukölln ergab, dass mehr als 80 Prozent der rumänischen und bulgarischen Kinder in dem untersuchten Wohngebiet überhaupt nicht zur Schule gehen. Rechnet man diese Zahl anhand der 400 bis 500 Schulanmeldungen von Roma-Kindern hoch, bedeutet dies, dass mehrere tausend Kinder derzeit auf den Straßen Berlins heranwachsen, ohne je eine Schule zu besuchen.
Dieses Drama spielt sich quasi in einer juristischen Grauzone ab. Die Heimatländer der Zigeuner, Bulgarien und Rumänien, sind am Schicksal der Kinder offensichtlich nicht interessiert. Doch solange die Eltern der Kinder nicht polizeilich in Berlin angemeldet sind, unterliegen die Kinder auch nicht der deutschen Schulpflicht, sondern theoretisch der in ihren Heimatstaaten, denen dies offenkundig schnuppe ist.
Sollte der Senat seine bisherige Strategie des Wegschauens beibehalten, dann wächst derzeit in Berlins Straßen sozialer Sprengstoff heran. Eine politische Strategie des Senats in Bezug zum wachsenden Ansturm von Roma ist allerdings nicht erkennbar. Noch vor zwei Jahren wurden in einigen Fällen Geldprämien für die Rück-kehr in die Heimatländer bezahlt. Die Maßnahmen der letzten Zeit deuten indes mehr darauf hin, dass sich der Senat darauf einrichtet, dass Roma zunehmend in der Stadt bleiben werden.
Die damit verbundenen Probleme werden derweil vom Senat weitgehend ignoriert. Nicht nur mit der eigentlich unmöglichen Unterrichtung von 1384 Schülern verschiedenster Nationalitäten, die im Jahr 2011 in Berlin eingeschult wurden, ohne überhaupt Deutschkenntnisse zu haben, fühlen sich die Lehrer alleingelassen. Vor allem im sozialen Brennpunktbezirk Neukölln ist zudem die Sicherheitsfrage an den Schulen zu einem Dauerbrenner geworden. In einer bundesweit einmaligen Aktion ließ der Bezirk seit dem Jahr 2007 an 15 Schulen ein Wachschutzunternehmen für Sicherheit sorgen. Die Kosten, die der Bezirk jährlich aufbringen musste, betrugen immerhin 700000 Euro.
Die Zahl der Gewalttaten an den bewachten Schulen verminderte sich immerhin deutlich – zumindest, bis das Projekt aus Kostengründen im vergangenen Jahr eingestellt wurde. Inzwischen liegt die Forderung auf Fortführungen des Projekts auf dem Tisch. Der traurige Anlass: Anfang Januar entdeckten Schüler Drogensüchtige, die gerade dabei waren, sich Spritzen zu setzen, auf der Toilette einer Neuköllner Schule. Die Kosten für einen Sicherheitsdienst, der dafür sorgt, dass keine Fremden auf das Schulgelände gelangen, kann der Bezirk allerdings nicht mehr stemmen – und der Senat fühlt sich nicht zuständig. Norman Hanert
Kommentare
Sie haben die Probleme, die sie sich selber eingebrockt haben. Sollen sie sehen, wie sie damit fertig werden.
Jede notwendige Maßnahme wird ignoriert, also, was soll´s. Es wird dauern, bis sie erkennen, wo das hinführt.
Kinder, die kein einziges Wort Deutsch können, haben in der BRD nichts verloren. Dies gilt auch für deren Eltern. Erst Sprachkurs, dann Nachweis einer Erwerbstätigkeit und erst dann Anspruch auf soziale Leistungen. Dies ist in allen anderen Ländern üblich. Nur der dumme Michel rafft das nicht.
Ich verstehe das Ganze nicht. Es gibt doch in Deutschland eine Meldepflicht, ein Meldegesetz. Wie kann es denn sein, dass hier Personen wohnen, über einen längeren Zeitraum leben und hier nicht gemeldet sind? Für mich ist das vollkommen unverständlich.
Qui bono? Wem nützt der Einfall von Massen von Zigeunern? Nur den Abschaffern von Deutschland. Die "politisch Korrekten" GutmenschInnen haben nicht einen Funken Verstand noch Vaterlandsliebe.
Betrifft geregelte Zuwanderung.
Bitte voten!
https://www.dialog-ueber-deutschland.de/ql?cms_idIdea=1713
Leute, Entschuldigt bitte das ich und einige Gleichgesinnte hier des öfteren werben. Aber wie wir gesehen und auch gehört haben, wird die Reihenfolge was vorne liegt, von anderen bestimmt.
Also sollten, nein, müssen wir mehrere Positionen, die unsere Interessen vertreten, ganz vorne haben.
Danke für euer Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
Tyron Booker
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Na ja, ob die Sache den Heimatstaaten "schnuppe" ist, wissen wir streggenommen nicht. Nehmen wir doch vielleicht einmal an, dass es den Heimatstaaten ungefähr genauso schnuppe ist, wie dem gegenwärtigen Aufenthaltsstaat Deutschland: Die Kinder sind hier nicht polizielich gemeldet (nebenbei: mal sehen, wann auch diese hoheitliche Aufgabe endlich in private Hände überführt wird, auch ließe sich doch sicher Gewinn machen und staatliches Geld in private Hände überführen), also zucken wir mit den Schultern und sehen die Sache als erledigt an. - Derweil in Rumänien: Die Familien sind unbekannt verzogen und nicht auffindbar, also zuckt man ebenfalls mit den Schultern.