Teuerstes Stromjahr

Teuerstes StromjahrNie war elektrische Energie teurer in Deutschland als 2017

13.11.17

Nach den Berechnungen von Verivox wird 2017 als bislang teuerstes Stromjahr aller Zeiten enden. Das Vergleichs-portal beziffert den deutschen Strompreis im Jahresmittel auf 28,18 Cent je Kilowattstunde. Für 2016 waren noch 27,43 Cent ermittelt worden. Legt man eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von insgesamt 4000 Kilowattstunden zugrunde, dann ist die Stromrechnung im Vergleich zum Vorjahr um gut 30 Euro gestiegen. Vor zehn Jahren lag die Belastung sogar um rund 40 Prozent niedriger.
Das Vergleichsportal nennt als Hauptgrund für den Preisanstieg die gestiegene Abgabenlast zur Förderung der Energiewende sowie die damit verbundenen Kosten für Betrieb und Ausbau der Stromnetze. Tatsächlich machen Steuern und Umlagen mit 56 Prozent mittlerweile den größten Teil bei den Stromkosten aus.
Wie die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50 Hertz und Transnet BW, welche die deutschlandweiten Stromtrassen bauen und warten,  mitgeteilt haben, wird im Jahr 2018 die Umlage zur Förderung des Ökostroms leicht sinken. Aktuell beträgt die EEG-Umlage 6,88 Cent, 2018 sollen die Verbraucher 6,792 Cent zusätzlich je Kilowattstunde zahlen. Erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 1998 wird die Umlage damit sinken. Die Unternehmen führen als Begründung für den leichten Rück-gang unter anderem an, dass der Finanzpuffer zum Auffangen von Schwankungen nicht ausgeschöpft wurde.
Für die Verbraucher muss sich dies nicht unbedingt in fallenden Preisen niederschlagen. Ein Viertel des Strompreises besteht nämlich aus den Netzentgelten. Auch dieser Faktor wirkt sich immer stärker preistreibend aus.
Im Osten der Bundesrepublik haben Netzbetreiber im vergangenen Jahr schon Preissteigerungen von bis zu 80 Prozent durchgesetzt. Begründet wird dies mit den Kosten für den Ausbau von Stromleitungen und Eingriffen ins Stromnetz, die im Zuge der Energiewende notwendig werden. Die steigende Zahl von Windkraft- und Solaranlagen macht immer mehr Investitionen in den Ausbau der Übertragungsnetze nötig.
Inzwischen haben die Übertragungsnetzbetreiber auch für den Westen Deutschlands teilweise drastische Erhöhungen angekündigt. So sollen sich zum Jahreswechsel 2017/2018 die Netzentgelte im Saarland voraussichtlich um fast 50 Prozent erhöhen. Amprion aus Dortmund will seine Entgelte ab dem 1. Januar nächsten Jahres um 45 Prozent anheben.
Wie sich dieser Kostenschub bei den Endverbrauchern auswirkt, muss abgewartet werden. Die großen Netzbetreiber reichen die Kosten zunächst an lokale Verteiler weiter. Einige Stromanbieter haben bereits angekündigt, durch interne Kostenoptimierung die Strompreise in den nächsten Monaten stabil halten zu wollen.
Die Preispolitik der großen Übertragungsnetzbetreiber ist nicht unumstritten. Laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ rätseln selbst ausgewiesene Experten, wie die großen Übertragungsnetzbetreiber ihre Preiserhöhungen begründen. Zwar müssen die Erhöhungen von der Bundesnetzagentur abgesegnet werden, beklagt wird allerdings, dass die Genehmigungsbescheide der Behörde an wichtigen Stellen meist geschwärzt werden, sodass die Entgelterhöhungen für Außenstehende nicht nachzuvollziehen sind.    Norman Hanert


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