Überzeugende Thesen zur Rente

07.02.18

Die gesetzliche Rente auf der Basis des bewährten Umlagesystems ist besser als ihr Ruf, nämlich „sicher, krisenfest und preiswert“ – wenn man es richtig anstellt. Deshalb sollte sie unbedingt auch zur tragenden Säule der Altersversorgung aller Deutschen werden. So lautet die Kernthese von „Die große Rentenlüge“. Darin führen die beiden Bestsellerautoren Holger Balodis und Dagmar Hühne die wachsende Altersarmut hierzulande auf fehlgeschlagene rententechnische Experimente wie die Riester-Rente und das unkritische Anbeten des „Popanzes des Drei-Säulen-Modells“ zurück. Statt auf die freiwillige Gewährung von Betriebsrenten zu hoffen und mit der gebetsmühlenartigen Aufforderung zur privaten Vorsorge letztlich nur die Finanzwirtschaft zu subventionieren, müsse die Politik endlich Mut zu einem deutlichen Mehr an gesetzlicher Rente zeigen. Dazu gehöre auch, soziale Gruppen wie die Vermögenden, Beamten und Selbstständigen an einer auskömmlichen solidarischen Rente für jedermann zu beteiligen.
Und tatsächlich sind die Argumente der beiden Autoren jenseits aller Neidrhetorik (so zahlen ja schon jetzt viele Freiberufler zwangsweise in die gesetzliche Rentenkasse ein) keineswegs utopisch, wie die Praxis in einigen anderen europäischen Ländern zeigt. Warum soll das, was in Österreich, den Benelux-Staaten und Dänemark funktioniert, nicht auch in der Bundesrepublik funktionieren? Der Haken an der Sache ist nur, dass sich unsere Regierenden beim Thema Rente wohl genausowenig mit dem Finanzsektor, der Wirtschaft und den wirklich Reichen anlegen werden wollen wie bei anderen Gelegenheiten.    Wolfgang Kaufmann

Holger Balodis/ Dagmar Hühne: „Die große Rentenlüge. Warum eine gute und bezahlbare Altersvorsorge für alle möglich ist“, Westend Verlag, Frankfurt  amMain 2017, broschiert, 208 Seiten, 18 Euro



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