Vertrauen verloren

03.05.14

Egal ob es sich um die „Zeit“, den „Spiegel“, ARD oder ZDF handelt, schon seit einigen Wochen weht Journalisten großer Leitmedien ein starker Gegenwind von Seiten der Leser und Zuschauer entgegen. Unübersehbar bricht sich bei einem beachtlichen Teil der Medienkonsumenten die Unzufriedenheit mit der bisherigen Russland-Berichterstattung Bahn. Bernd Ulrich, Stellvertretender Chefredakteur der linksliberalen „Zeit“, sieht in dem Sturm kritischer Leserbriefe, dass „viele Bürger die Krimkrise ganz anders beurteilen als Politik und Medien“. „Wenn die Umfragen nicht täuschen, dann stehen zurzeit zwei Drittel der Bürger, Wähler, Leser gegen vier Fünftel der politischen Klasse, also gegen die Regierung, gegen die überwältigende Mehrheit des Parlaments und gegen die meisten Zeitungen und Sender.“
Auf den ersten Blick erinnert die Kluft, die sich aktuell zwischen den etablierten Massenmedien und ihren Konsumenten auftut, an die Art und Weise, wie seinerzeit das Sarrazin-Buch „Deutschland schafft sich ab“ medial behandelt wurde. Während die Leitmedien kein gutes Haar an dem Buch ließen, machten die Leser es zu einem der meistverkauften Sachbücher der Nachkriegszeit.
Nicht zu übersehen ist derzeit die Doppelmoral des Westens, wenn es um eigene Militär-Interventionen oder um den Umgang mit den Rechtsextremisten in der Ukraine geht. Wie in einem Brennglas hat der Konflikt mit der Ukraine Defizite der deutschen Politik aufgezeigt. Es fehlt eine wirklich eigenständige deutsche Außenpolitik, die an eigenen Interessen ausgerichtet ist. Offenkundig wird die Neigung vieler deutscher Politiker, sich zwar Brüssel oder Washington verpflichtet zu fühlen, nicht aber der hiesigen Bevölkerung. Exemplarisch für diese Haltung steht der Grüne Cem Özdemir: „Dass die Bürgerinnen und Bürger Deutschland künftig stärker zwischen dem Westen und Russland sehen wollen, ist sicher Realität, aber nichts, was dazu führen darf, dass wir diesem Wunsch nachgeben“, so der Bundesvorsitzende der Grünen.
Dazu hat sich bei vielen Deutschen der Eindruck gesellt, dass viele Medien einseitig und emotionalisierend über die Ereignisse in der Ukraine berichten, und dabei vor der Verbreitung von Regierungspropaganda und Falschmeldungen nicht zurückschrecken. Der Eindruck täuscht nicht, er lässt sich konkret belegen. So musste das ZDF etwa inzwischen einräumen, dass es bei der Berichterstattung über die Ukraine auf „die vielfältigen Angebote“ eines sogenannten „PR-Netzwerkes gegen russische Propaganda“ zurückgegriffen hat.
Ziel dieses „Ukrainian Crisis Media Center“ (UCMC) ist es nach eigenen Angaben, die derzeitige
Kiewer Regierung mittels einer Image-Kampagne zu unterstützen. Ebenfalls nach eigener Angabe sollen dabei folgende Botschaften weltweit in die Medien gebracht werden: Die Ukraine sei Opfer einer „russischen Aggression“, die ukrainische Übergangsregierung sei legitim, die Behauptung einer rechtsradikalen Gefahr sei Teil der russischen Propaganda. Finanziert wird diese PR-Kampagne unter anderem von dem umstrittenen Großspekulanten George Soros, von einer ukrainischen Tochtergesellschaft von Weber Shandwick, dem weltweit führenden PR-Unternehmen mit Sitz in New York City, und nicht zuletzt von der ukrainischen Übergangsregierung selbst.     
Norman Hanert


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Kommentare

Gerd Schober:
5.05.2014, 10:19 Uhr

1. Cem Özdemir: „Dass die Bürgerinnen und Bürger Deutschland künftig stärker zwischen dem Westen und Russland sehen wollen, ist sicher Realität, aber nichts, was dazu führen darf, dass wir diesem Wunsch nachgeben“"

Das offenbart die ganze zutiefst antidemokratische und bösartige Denkweise des Establishments. Wenn die Mehrheit nichts zählt, dann hat sich das System demaskiert und muß einem anderen weichen. "Politiker" wie "der" sollten für solche Äußerungen büßen.

2. Ich möchte den Medien nicht "vertrauen", sondern verlange harte Strafen für Falschmeldungen und Manipulation.


H. Brausch:
5.05.2014, 09:41 Uhr

Kein Geld mehr für die von der Politik gleichgeschaltene Presse.


Susanne Habel:
4.05.2014, 13:56 Uhr

Mir ist schleierhaft, wieso der Autor dieses Beitrages die Worte „russische Aggression“ in Anführungszeichen schreibt. Beim Vorgehen Putins gegenüber der Ukraine, sei es bzgl. der Krim oder auch anderen Teilen des Landes, handelt es sich ganz klar um eine teils offene, teils verdeckte sowie völkerrechtswidrige Aggression.


Hans Audehm:
3.05.2014, 12:08 Uhr

Hier ein Beitrag, der in „Lei (d) tmedien“ wahrscheinlich nie eine Chance hätte:

Wer sich Sorgen um die nähere Anbindung und den Anschluss der Ukraine an die EU macht, sollte sich erst Recht Gedanken um den Anschluss von Ostpreußen an Deutschland und die EU machen. Sonst wird mit zweierlei Maß gemessen!

Hier eine kurze Anregung für die „EU-Erweiterung“ im Eingedenk der Europawahl 2014:

1) Ostpreußen und deren jetzige Bewohner können ihre Sprache und ihren Besitz behalten.

2) Ostpreußen wird unter die Verwaltung der EU und Deutschlands gestellt.

3) Es gilt für EU-Bürger völlige Reise-, Ansiedlungs- und Berufsfreiheit einschließlich des Rechts Immobilien dauerhaft und rechtssicher zu erwerben. Ein Grundbuchregister nach deutschen Rechtsvorschriften ist einzuführen.

4) Das Rechtssystem ist schrittweise anzugleichen.

5) Die wirtschaftliche Situation ist durch Transfer von Know-how, Arbeitskräften und Geldleistungen schrittweise anzugleichen.

6) Zu einer wirklichen Integration gehört auch eine gemeinsame Sprache. Deshalb sollte in der EU und in Ostpreußen Englisch als zusätzliche Amtssprache eingeführt werden. Dies würde sicherlich auch für England eine Stärkung der europäischen Position bedeuten und Abdriftungstendenzen verringern. Konkret könnte das bedeuten, dass in Schulen, öffentlichen Einrichtungen, Ämtern und in der Öffentlichkeit allgemein (z.B. Straßen- u. Ortsnamen) grundsätzlich dreisprachig gearbeitet wird, nämlich: jetzige Landessprache sowie Deutsch und Englisch. So könnte Ostpreußen sogar eine Vorreiterrolle in Sachen europäische Integration werden.

7) Weiterer Vorteil des Anschlusses Ostpreußens: Der Lückenschluss vom Kerneuropa zu den Baltischen Staaten könnte so vollzogen werden.

Fazit:

Wer jetzt die Umwälzungen in der Ukraine zur Neuordnung Europas nicht nutzt, der kommt eventuell zu spät und wird durch das Leben bestraft. Friedlicher Wandel – jetzt – wann sonst?

Außerdem wird die europäische Integration vorangetrieben, wenn völkerrechtswidrige Vertreibungen wenigstens halbwegs geglättet werden und „Mauern“ eingerissen werden. Ein Friedensvertrag mit Deutschland sollte in diesem Zusammenhang ebenfalls angestrebt werden. Als Zeithorizont für die Verwirklichung könnte man sich November 2019 vorstellen.


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