Hetzjagd und Herzversagen

Aufbauschen oder Kleinreden: Das Video von Chemnitz und der Tod von Köthen

12.09.18
Opfer der Relativierer: Trauernde Köthener am Ort, an dem Markus B. attackiert wurde Bild: action press

Gewalttaten und Übergriffe sind völlig zum politischen Instrument geworden. Nur wo es passt, werden sie skandalisiert.

Die kurze Videosequenz zeigt wenig, und doch hat sich die gesamte Republik daran entzündet. Millionen haben die wenigen Sekunden gesehen: Beschimpfungen sind zu hören, dann rennt jemand auf andere Personen zu, es kommt schlimmstenfalls zu einem kurzen Tritt in den Hintern, die Attackierten ziehen sich rasch zurück. Schluss.
Was haben wir gesehen? Von einer „Hetzjagd“ ist die Rede, selbst das Schreckwort „Pogrom“ fällt. Deutschland ist in Aufruhr, und dieser Aufruhr wird weidlich geschürt, von der Spitze des Staates bis in die letzten Winkel.
Vergangenes Wochenende wurde ein junger Mann schwer verletzt, nachdem er sich, so sagen Zeugen, in den Streit zwischen einer Frau und einigen Afghanen eingemischt hatte. Die Afghanen sollen den 22-jährigen Deutschen mehrfach geschlagen und schließlich heftig gegen den Kopf getreten haben. Laut Augenzeugen soll der Deutsche dabei gerufen haben: „Hört auf, ich kriege keine Luft mehr!“
Sie traten weiter zu. Kurz darauf ist ihr Opfer gestorben. Gegen einen der Afghanen wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Dennoch heißt es, der Deutsche sei nicht an den Tritten gegen den Kopf, sondern an Herzversagen zugrunde gegangen. Der junge  Mann habe einen Herzschrittmacher getragen.
Es scheint, also solle der Eindruck verbreitet werden, die Tritte hätten mit dem Tod nichts zu tun. Wäre der 22-Jährige auch so an jenem Abend gestorben? Absurd!
Es wird alles versucht, den öffentlichen Eindruck von einer weiteren Tötung abzulenken, während der vergleichsweise harmlose Videovorfall von Chemnitz zum Anlass zu einem politischen und medialen „Aufstand der Anständigen“ hochstilisiert wird.
Der Kontrast zwischen Aufbauschen und Kleinreden ist so grotesk groß, dass seine spalterische Wirkung auf die Gesellschaft kaum tiefer sein könnte. Alarmieren muss die Rolle, welche hohe und höchste Stellen der Republik, bis hin zur Bundeskanzlerin und zum Bundespräsidenten, in dieser Farce spielen: Sie machen nicht nur mit, sie dirigieren diesen Sturz ins Chaos der Realitätsverwirrung sogar nach Kräften.
Bis Redaktionsschluss ist nicht klar, was Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen vorlegen konnte. Doch sagen die massiven Attacken auf ihn vor allem eines: Jeder, der bei diesem Feldzug  nicht mitmachen will, bekommt Druck. Die Grünen träumen schon davon, den Bundesverfassungsschutz ganz auflösen und völlig neu aufstellen zu können.
Heraus käme vermutlich ein politisch willfähriger Geheimdienst als Instrument gegen oppositionelle Bürger und Gruppen. Noch ist es nicht soweit, doch die Richtung ist gesteckt. Und oft schon hat Kanzlerin Merkel grüne Forderungen nur allzu gern in die Tat umgesetzt.      Hans Heckel


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Kommentare

James Ostenmoordorf:
12.09.2018, 16:35 Uhr

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein schnelles Pferd

Maaßen hätte sich eben nicht in Berlin, sondern in Königsberg dazu äußern sollen: "Es sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken."
Das ist bei diesem Regime zuviel, und anstatt der Hexe wird nun der Überbringer der Wahrheit angeklagt.


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