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Samstag, 04. September 2010

Das unbestellte Feld

20 Prozent würden eine rechtskonservative Partei wählen

Seit den späten 70er Jahren sind in Deutschland links von der SPD gleich zwei neue Parteien entstanden. Rechts von der CDU hatten entsprechende Bestrebungen dagegen nie Erfolg: Die früher oft diskutierte bundesweite Präsenz der CSU kam nicht zustande, DSU, StattPartei, Schill-Partei, Republikaner, ÖDP und christliche Kleinparteien sind mehr oder weniger kläglich gescheitert. Der Befund überrascht umso mehr, als weder die Grünen noch die aus der SED hervorgegangene „Linke“ von Anfang an und eindeutig zur freiheitlich-demokratischen Verfassungsordnung standen (oder stehen), während rechts der CDU seit jeher einiger Raum für eine Partei mit unbestreitbar demokratischem Profil war. Der ist sogar noch größer geworden, seit die CDU schon ab den 80er Jahren unter der Ägide von Heiner Geißler und Rita Süssmuth und verstärkt dann unter Angela Merkel linksliberale Positionen übernommen hat.
Wie groß das Potenzial unverändert ist, hat vor wenigen Tagen eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Magazins „Focus“ bestätigt. 20 Prozent der Deutschen bejahten die Frage „Können Sie sich vorstellen, eine bürgerlich-konservative Partei rechts von der CDU zu wählen?“, 74 Prozent antworteten mit Nein. Anders als früher favorisieren heute weit mehr Jüngere als Ältere eine solche Partei. Während von den bis zu 30-Jährigen 27 Prozent eine neue, rechte Partei wählen würden, sind es bei den über 65-Jährigen nur 16 Prozent. Nur für sechs Prozent der Anhänger der Grünen käme die Wahl einer solchen Partei in Frage, aber für 25 Prozent der Linke-Anhänger. Bei den Sympathisanten von CDU/CSU, SPD und FDP würden 21, 17 und 18 Prozent ein bürgerlich-konservative Partei rechts von der CDU wählen.  PAZ

Veröffentlicht am 28.07.2010

Kommentare

Wolfgang Scheide, 29. Juli 2010, 11:40:
Was so verwunderlich ist, ist die relativ hohe Rate an Linkspartei-Wählern, die diese neue Partei wollen könnten. Offenbar nehmen diese Anhänger der ehemaligen SED nicht an, dass es sich bei dieser neuen "bürglich-konservativen" Partei um eine Partei handeln könnte, die die Rechte des Individuums betont und somit die Macht des Staates begrenzt, das Leben seiner Bürger zu reglementieren und kontrollieren.
Peter P. Haase, 29. Juli 2010, 21:19:
Ich bedaure schon seit Jahrzehnten in den USA das Deutschland eine starke, konservativ-buergerliche Partei wie die der U.S. Republikaner vermisst. Unter normalen Parteigestaltungen ohne Verbote waere die mehr als kurze Abfertigung der deutschen Vertriebenen durch die heutigen deutschen Parteien bei den Annexionen deutscher Ostprovinzen undenkbar gewesen. Diese politische Unterdrueckung einer wahren deutschen und europaeischen Gewissensfrage gegenueber ungeheuren Verbrechen gegen die Menscheit duerfte sich noch einmal furchtbar raechen.

Peter P. Haase
Paul Mannstein, 5. August 2010, 23:22:
Deswegen mochten die heutigen deutschen Politiker die NPD verbieten.

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