Auf den Spuren Robert Mugabes

In Südafrika sieht sich die weiße Minderheit zunehmend schwarzem Rassismus ausgesetzt

11.05.15
Lassen ihrem Hass auf Weiße freien Lauf: Aktivisten der von Julius Malema gegründeten EFF Bild: tia.mysoa.blogspot.com

Seit der Machtübernahme der Schwarzen im Jahr 1994 hat sich die Situation der weißen Farmer in Südafrika dramatisch verschlechtert. Die Regierung denkt nun sogar über Enteignungen nach.
Die Diskussion am Kap der guten Hoffnung hat längst emotionale Züge angenommen. Bereits um die Zahl der Todesopfer ist ein erbitterter Streit ausgebrochen. Seit 1994 seien mehr als 3000 weiße Farmer ermordet worden, erklärte die in Washington ansässige Nichtregierungsorganisation „Genocide Watch“ schon vor drei Jahren und setzte den Status von Südafrika vorübergehend von Beobachtungsstufe 5 (Polarisation) auf Stufe 6 (Vorstufe zum Völkermord) hinauf. „Lüge und Hetze von weißen Lobbyisten“, sagen südafrikanische Regierungsstellen. Der Farmerverband „Transvaal Agricultural Union of South Africa“ (TAU SA) hat in den vergangenen 20 Jahren mehr als 1000 weiße und 72 schwarze getötete Farmer gezählt, wobei er darauf hinweist, dass diese Zählung noch unvollständig sein könnte. Von der Polizei, die keine Statistiken über Angriffe auf landwirtschaftliche Betriebe führt, wurden diese Zahlen nicht bestätigt.
Südafrika ist ein armes Land. Das Versprechen der Regierung, bis zum Jahr 2014 30 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in die Hände von Schwarzen zu geben, wurde bislang nicht umgesetzt. Die weiße Minderheit kontrollierte früher etwa neun Zehntel des Grund und Bodens, heute sind es noch etwas mehr als zwei Drittel. Viele Weißen sehen nicht ein, warum sie auf ihr Land verzichten sollten: „Wir haben hart gearbeitet, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen, warum sollen wir das hergeben?“ Sie sehen sich einem Rachefeldzug für die Apartheid ausgesetzt und verweisen auf das im Nordosten Südafrkas bei Polokwane gelegene Monument „Plaasmoord slagtoffers“, einen Hügel voller Grabkreuze für die Bauern, die seit der schwarzen Macht­übernahme getötet wurden.
Und die Stimmung wird immer schlechter. Die Economic Freedom Fighters (EFF), eine linke Partei, deren Name so viel heißt wie „Kämpfer für wirtschaftliche Freiheit“ oder „wirtschaftliche Freiheitskämpfer“, will das Agrarland verstaatlichen und an die schwarze Bevölkerung verteilen. Sie führen die ländliche Armut auf einen den Weißen unterstellten Bodendiebstahl zurück. „Wir verlangen nicht, dass Weiße das Land verlassen“, sagt der EEF-Funktionär Andile Mngxitama der Deutschen Presse-Agentur, „aber die Siedler haben das Land gestohlen.“
So radikal formuliert dies in der südafrikanischen Politik kaum jemand. So äußert Präsident Josef Zuma von der Regierungspartei „African National Congress“ (ANC) die Kritik diplomatischer: „Das Schicksal von zu vielen liegt in den Händen von zu wenigen.“ Ungeachtet dieser Mäßigung im Ton schaute auch er Entgleisungen seiner Anhänger lange zu. Auch gehörte der heutige Oppositionspolitiker Julius Malema lange Zeit zu seinen Vertrauten. Der Radikale war über Jahre Führer der ANC-Nachwuchsorganisation „ANC Youth League“ (ANCYL) und stimmte auf Versammlungen schon mal Kampflieder mit der Aufforderung „Erschießt die Buren“ an. Zuma ließ ihn gewähren. Das Verhältnis zerbrach erst, als Malema die Parteispitze öffentlich kritisierte und ihr Korruption vorwarf. Mittlerweile vertritt er die EEF als Abgeordneter in der Nationalversammlung und ruft in seinen Tiraden zu Enteignungen auf. Als großes Vorbild wird Robert Mugabe, der Päsident und ehemalige Ministerpräsident von Simbabwe, genannt, der die weißen Landbesitzer enteignen und vertreiben ließ. Simbabwe galt früher als der „Brotkorb“ Afrikas, jetzt hungern viele Menschen. Von 4500 Farmern sind nicht einmal 400 übrig geblieben, Tendenz fallend.
In Südafrika könnte nun ein ähnliches Prozedere anstehen. Wenn es nach den Plänen der Regierung geht, sollen die gewerblichen Landwirte bis zur Hälfte ihres Betriebes an ihre Arbeiter überschreiben. Zudem sollen eine Besitzobergrenze von 12000 Hektar eingeführt und Ausländer vom Grunderwerb ausgeschlossen werden. „Die Buren-Morde sind keine gewöhnlichen Verbrechen, sondern fügen sich in einen Kontext, indem die ANC-Regierung die weißen Farmer aus politischen Gründen loswerden will. Es handelt sich somit um Völkermord und um ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärte der Südafrikaner Henk van de Graaf, Vize-Präsident der TAU SA, in Straßburg, wo er auf Einladung verschiedener europäischer Rechtsparteien sprach.
Vor 20 Jahren gab es in Südafrika noch 62000 Farmen, heute sind es nur noch rund 40000. Bauern-Funktionäre sprechen von einer nationalen Krise, gehe die Schrumpfung so weiter, sei die Versorgung der rund 50 Millionen Einwohner gefährdet. Die Angst unter den weißen Siedlern wächst von Tag zu Tag. „Nachts und wenn es regnet, verlassen wir unser Grundstück nicht mehr“, klagte eine Betroffene gegenüber einer Wochenzeitung. Andere Farmer zeigten TV-Anstalten, wie sie ihr Land mit Stacheldrähten umzäunen und mit Alarmanlagen versehen. Ein Polizeisprecher machte nicht nur schwarzen Rassismus, sondern auch die allgemeine wirtschaftliche Lage hierfür verantwortlich: „Es hat nicht nur etwas mit einer Wut auf die Weißen zu tun. Die Räuber gehen einfach immer dahin, wo sie Reichtum vermuten.“ Die Stimmung der weißen Siedler kann dies nicht beruhigen. Viele sehen sich nach Alternativen um. „Zeit Online“ sieht das „Ende des weißen Mannes in Afrika“ bereits kommen.    Peter Entinger


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Kommentare

Francesco Salatino:
13.05.2015, 00:25 Uhr

„Zeit Online“ sieht das „Ende des weißen Mannes in Afrika“ bereits kommen. Und in Europa? Unsere Politiker arbeiten sehr fleißig an der afrikanisierung Europa. Beispiel CDU:" Deutschland kann nach Ansicht von Unionsfraktionschef Kauder deutlich mehr Flüchtlinge aufnehmen". Italiens Staatspräsident Mattarella vetritt die gleiche Ansicht. Folge: Bundesmarine und italienische Marine holen immer mehr Flüchtlinge aus dem Mittelmeer und bringen sie nach Italien. Ein großer Teil dieser Flüchtlinge landet nach wenigen Tagen in Deutschland und versucht mit unkonventionellen Methoden: Schulbesetzung, Hungerstreiks, Gewalt gegen Polizisten Asyl zu erpressen. Kosten pro Asylbewerber 78.000 Euro. Zu den 600.000 illegalen Einwanderern werden 2015 noch 400.000 dazu kommen. Der Steuerzahler hat die Nase voll und geht nicht wählen, aber das spielt keine Rolle: die Zahl der Parlamentarier bleibt unverändert. Irgendwann wird Deutschland 3-4 Billionen Schulden haben und kein Geld mehr für Rentner und Kranke.


sitra achra:
12.05.2015, 14:30 Uhr

Mord und Totschlag, wohin man sieht. Hier sind es die Folgen der Menschenrechtsheuchler und Antiapartheidler. Von Menschrechtspflichten haben die wohl noch nichts gehört.
Jedenfalls werde ich mich nicht davon abhalten lassen, Obst und Wein vom Kap weiterhin zu genießen.
Überhaupt, warum haben die Buren zusammen mit den Anglos im 1.WK unser schönes Deutsch- Südwest überfallen. Jetzt kriegen sie die Quittung!


Hans-Joachim Nehring:
12.05.2015, 09:38 Uhr

Das Ende des weißen Mannes in Südafrika bedeutet, dass auch hier wirtschaftliches Chaos obsiegen wird. Ähnlich wie bei der Kolchose verwandeln sich dann Farmen in Ödland, welches die Einwohner nicht mehr ernähren kann. Dann soll der weiße Mann in Europa die Schwarzafrikaner aufnehmen und für deren Unvernunft und Rassismus bezahlen. Seit die Farbigen in einigen Ländern Afrikas die Herrschaft übernommen haben, ist es dort teilweise schlimmer geworden, als zu Zeiten des tiefsten Kolonialismus. Die hohen Flüchtlingszahlen der Schwarzafrikaner aus ihren Ländern sprechen eine deutliche Sprache.


Andreas Müller:
11.05.2015, 16:43 Uhr

Solche weißen Farmer wären in Deutschland hoch willkommen!!!
Warum zum Teufel ist der Gauckler noch nicht da gewesen und die Slomka das deutsche TV-Volk eingestimmt, ob der Bedrängten... Weißen.....??
Wir können ja die gegen die "Flüchtlinge" aus Afrika tauschen. Dann sind die Afrikaner wieder unter sich und alle haben sich lieb. ;-)
Das wäre wirklich ein Gewinn für Deutschland.


Jürgen Forbriger:
11.05.2015, 11:40 Uhr

Welches Land hat schon eine kluge Regierung - etwa wir?!!!


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