Berlin und Halle

Zwei Attacken auf jüdische Gemeinden enthüllen das Ausmaß der Heuchelei

16.10.19
Eine Stadt in Trauer: Hallenser Jude gedenkt der Opfer des Todesschützen Bild: pa

Der Anschlag von Halle wird beispiellos als parteipolitische Waffe missbraucht. Die Jüdische Gemeinde der Stadt wehrt sich.

Nach der doppelten Mordtat von Halle überschlugen sich Politiker von CSU bis Grüne bei dem Versuch, der AfD die (geistige) Schuld für das Verbrechen in die Schuhe zu schieben. Dabei trat eine Mischung aus Eifer und kalter, parteipolitischer Berechnung zu Tage, die erschrecken muss.
Die Jüdische Gemeinde von Halle hat den Schrecken offenbar selbst empfunden und wehrt sich gegen die hemmungslose Instrumentalisierung eines Anschlags, der eigentlich ihr gegolten hatte. So schreibt die Gemeinde auf ihrer Netzseite: „Leider gibt es bereits Versuche einiger politischer Kräfte, die traurigen Ereignisse des Anschlags für die eigenen politischen Ziele zu missbrauchen. Hier kann nur das wiederholt werden, was wir bereits zuvor betont haben: Der wahre Feind ist der Hass. Egal gegen wen ...“
Im Getöse der Verunglimpfungen gegen die AfD ist zu befürchten, dass diese leise Stimme der Vernunft nahezu untergeht. CDU-Vize Armin Laschet verstieg sich zu gewaltgetränkten Formulierungen, indem er forderte, die AfD nunmehr „bis aufs Messer“ zu bekämpfen.
Der Autor Chaim Noll weist darauf hin, dass es sich bei dem Anschlag von Halle in Wahrheit um einen Teil eines Doppelereignisses handelte. Vier Tage vor Halle sei ein Syrer, „Allahu akbar“ und „Fuck Israel“ schreiend und mit einem Messer fuchtelnd, auf eine Berliner Synagoge zugerannt.
Nach wenigen Stunden war der verhinderte Attentäter jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
Nach Berlin gab es kaum öffentliche Empörung, nach Halle überschlugen sich alle, was Noll als Zeichen „pathologischer Toleranz“ geißelt.
Nur dem beherzten Eingreifen der Berliner Polizeibeamten war es zu verdanken, dass der Mann von seiner offensichtlich beabsichtigten Bluttat gegen Juden abgehalten wurde. In Halle gab es keinen Polizeischutz, obwohl die Gemeinde anlässlich des höchsten jüdischen Feiertags vergeblich darum gebeten hatte. Nur die fest verschlossene Tür der Synagoge hinderte den Täter am Eindringen in das Gotteshaus, woraufhin er wahllos zwei Passanten, eine Frau und einen Mann, tötete und zwei weitere Menschen verletzte.
Noll klagt an, dass muslimischer Judenhass auf deutschen Schulhöfen mittlerweile einfach geduldet sei und so auch jungen Deutschen der Eindruck vermittelt werde, Juden seien verächtliche Wesen. So werde der alte deutsche durch neu importierten muslimischen Judenhass wiederbelebt: „Was junge Muslime seit Jahren ungestraft tun dürfen, beanspruchen auch junge Neonazis für sich“, resümiert Noll voll berechtigter Bitterkeit die Folgen der doppelten Maßstäbe im bundesdeutschen Umgang mit Antisemitismus. Die entlarvend unterschiedlichen Reaktionen auf die Taten von Berlin und Halle stützen seine Kritik auf das Bedrückendste. Hans Heckel


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Kommentare

Steffen R. Hochhaus:
17.10.2019, 14:13 Uhr

Danke, Herr Heckl, für diesen Beitrag. Das Detaill mit dem angeforderten und nicht bewilligten Polizeischutz in Halle war mir bisher nicht bekannt. Aber es macht nun alles Sinn. Ich bin mittlerweile fest der Ansicht, dass hier ein älterer Plan in der Umsetzung ist. Nämlich die Beendigung der jüdischen Diaspora. Ich kenne beiläufig einige jüdische Mitbürger in München. Alle wurden im letzten Jahr vom Außenministerium aufgefordert, das Land zu verlassen. Machen Sie weiter so; Sie stehen nicht allein auf weiter Flur.


Fritz Vogtländer:
16.10.2019, 21:44 Uhr

Es ist schon sonderbar. Wird ein Deutscher Opfer von Kriminalität, ist Ruhe im Medienwald. Selbst bei schwersten Vergehen wird der Täter, so ermittelt, nach Feststellung der Personalien meist wieder entlassen. Geht es aber gegen Juden, ist die Aufregung gigantisch. Warum wird hier vermutlich mit verschiedenen Maßen gemessen? Ähnlich sieht es aus, wenn einem Migrant Unbill zu teil wird. Insbesondere wenn der Täter als Biodeutscher vermutet wird. Und der Biodeutsche kann für gewöhnlich nach Feststellung der Personalien nicht wieder nach Hause gehen. Steht nicht geschrieben, alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich? Manche scheinen gleicher zu sein. Wo liegt der Fehler?


Siegfried Hermann:
16.10.2019, 12:15 Uhr

Halle
ist das bunt-linksfaschistische Epizentrum in Mitteldeutschland, außerhalb Berlins und geradezu prädestiniert für false flag-Aktionen.
Wird dort ein Deutsches Mädchen mal wieder bunt massenvergewaltigt juckt das die Regierenden überhaupt nicht.
Also der genau der Nährboden, um was für ein Reiner Zufall, 2 Wochen vor den entscheidenden Landtagswahlen der AfD die Schuld in die Schuhe zu schieben und das Wasser abzugraben.

Kaum war der Tatort-Tag rum, mehrten sich schon Stimme und Quellen, das hier gewaltig etwas stinkt und alles nach einer Geheimdienstoperation a la Mossad aussah.
Den nächsten Tag wurde die stümperhafte Polizeiarbeit kritisiert.
Den folgenden Tag werden Bilder von den tödlich (!) verunglückten Terroropfer verbreitet, wo sie, Oh Wunder, an anderen Ort quietsch lebendig, wieder auferstanden sein sollen.
Wieder 2 Tage spätere Recherche ergeben, das es bei den sogenannten Opfer, um Schauspieler handelt und das "Blut" verdächtig an Hollywood erinnert.
Gestern sickerten dann Gerüchte durch, dass der "Täter" in Wirklichkeit ein fanatischer (moslem-affiner) Linker sein soll. Das der Juden umbringen will, verständlich.

Aber statt diesen Anschuldigen nachzugehen, wird auf Höcke ein CDU-Messeranschlag verübt. Kennen wird doch. Die Barschel-Affäre.

"Framinig" zu linkisten Zeit.. nennt man das in Neudeutsch.... um sicher geglaubte, verlorene Wahlen noch gewinnen zu können.

Leute, lasst euch nicht mehr verarxxen!
Es ist nur bitter und erschreckend wie weit diese bunte Stalinistenmeute
bereit ist, um an der Macht zu bleiben.

Mahlzeit!


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