Bis alles zusammenbricht

Planwirtschaftliches Denken treibt die verheerende Griechland-Politik

15.07.15
Verordnete Gleichheit: Die Saat einer historischen Fehlentscheidung ging in Hellas zuerst auf Bild: Ullstein

Warum hält die Politik so verbissen an ihrer gescheiterten Griechenland-Politik fest? Die Antwort birgt ein historisches Menetekel.


In der Fachwelt herrscht weitgehend Kopfschütteln über die neueste Volte im endlosen Griechenland-Drama. Der Politk ist das Scheitern ihrer heillosen fünfjährigen „Rettungsmaßnahmen“ krachend um die Ohren geflogen. Doch was tun die Verantwortlichen? Sie marschieren stur weiter auf dem Weg ins Verderben, ja, machen sogar noch einen beherzten Sprung nach vorn in Richtung Abgrund.
Fassungslos fragen sich Steuerzahler, die einst für all die vergeuteden Milliarden werden aufkommen müssen: Sind die Politiker denn taub für den Rat der seriösen, fachkundigen Experten? Meinen sie gar, es besser zu wissen? Wenn dem nicht so ist, warum hören sie nicht auf die Warnungen, die seit fünf Jahren nicht verstummen?
Die Antwort kam diesmal aus Frankreich. Dort jubeln die regierenden Sozialisten, die neuerliche Einigung mit Athen sei ein Beweis für den „Primat der Politik“, sprich für den Vorrang des politischen Willens vor den Gesetzen der Wirtschaft.
Wer in jenem Teil Deutschlands aufgewachsen ist, der dem anderen eine historische Erfahrung voraus hat, den packen angesichts einer solchen Sichtweise ungute Erinnerungen. Und tatsächlich: Es ist die Denkart sozialistischer Planwirtschaftler, die hinter der Genugtuung in Paris hervorlugt – der historische Fehlschluss, dass politischer Wille die Gesetze des Marktes und die tiefsitzenden Mentalitäten der Menschen ignorieren, ja brechen und neuausrichten kann. Wer so vorgeht, der handelt wie ein Landwirt, der meint, die Naturgesetze überwinden zu können. Er wird scheitern.
Dieser planwirtschaftliche Fehlschluss stand schon an der Wiege des Euro selbst. Die Gleichheit der Europäer sollte per Währungsunion von oben erzwungen werden. Stattdessen wurden die Unterschiede nur sichtbarer und sogar größer, und die bis in die 90er Jahren mühsam errungene Eintracht der Völker weicht Misstrauen, ja Hass.
Vor diesem Hintergrund wird auch erklärbar, warum so verbissen an der griechischen Euro-Mitlgiedschaft festgehalten wird, um den Preis von Milliardenlasten für die Steuerzahler und der Zerstörung der griechischen Volkswirtschaft, was Elend und Armut für Millionen Griechen bedeutet.
In einer Marktwirtschaft zählen geordneter Bankrott und Neuanfang zum natürlichen Prozess der Erneuerung und werden folglich zugelassen. In einer Planwirtschaft dagegen wird das Ausscheiden jedes einzelnen Teilbereichs als Niederlage für das Ganze betrachtet und daher mit allen Mitteln verhindert.
So schleppten die DDR-Oberen jeden noch so unrentablen VEB durch, was den rentablen Betrieben entsprechende Lasten aufzwang. Wir wissen seit 1989, wie so etwas ausgeht: Am Ende bricht das gesamte System zusammen.
    Hans Heckel


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Kommentare

Hans-Joachim Nehring:
15.07.2015, 17:24 Uhr

Nun hat doch die Merkel das Trojanische Pferd neu belebt und nach Deutschland eingeschleppt.
Für diesen schamlosen Deal mit dem dritten Hilfspaket für Griechenland fordert sie auch noch Beifall. Die verblendeten Politiker im Bundestag werden natürlich diesem Betrug am deutschen Steuerzahler zustimmen.
Die EZB hat die Zinsen für Spareinlagen quasi abgeschafft. Damit haben private Haushalte in Deutschland von 2010-2014 Einkommenseinbußen von 190 Milliarden Euro mit steigender Tendenz zu verzeichnen. Jeder deutsche Haushalt erleidet pro Jahr schon heute einen Vermögensverlust von 1586 Euro netto pro Jahr. Ist uns der Euro und die Griechenlandrettung dieses alles wert? Die vergebenen Bürgschaften werden unsere Kinder und Enkel schwer belasten, denn von einer Rückzahlung jeglicher Schulden durch Griechenland kann niemals ausgegangen werden.


Fritz Brandenburger:
15.07.2015, 12:28 Uhr

Diese Erkenntnis ist vollkommen richtig. Traurig bleibt nur auch die Erkenntnis, daß eine große Menge des Volkes immer und immer wieder auf die linken Bauernfänger hereinfällt (siehe Wahlergebnisse). Ich kann mir es nur so erklären, daß die Menschenseele immer annimmt, daß es einen ganz leichten Weg zu Reichtum und Macht gibt.Im linken Verständnis muß Reichtum den Anderen immer weggenommen und verteilt werden - aber möglichst zu Gunsten der im System Mächtigen.


Andreas Heuer:
15.07.2015, 08:59 Uhr

Der Euro ist ein Machtinstrument. Ein politisch-monetäres Establishment nutzt ihn, um Macht und Kontrolle über die Bürger Europas zu erlangen. Griechenland ist der Beweis für diese These. Die nun gefundene Einigung besagt doch letztlich nichts anderes, als dieses: Solange ihr Schulden bei uns habt, bestimmen wir die Agenda. Dabei ist es uns völlig egal, für wen oder was ihr bei euren Wahlen abstimmt.

Um der Euro-Knechtschaft zu entkommen und wieder das Selbstbestimmungsrecht zu erlangen, muss die Schuldenwirtschaft der Staaten beendet und der Euro abgeschafft werden. Einen anderen Weg gibt es nicht.


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