Das Problem, das nicht existieren darf

Die Deutschenfeindlichkeit vieler junger Türken ist kaum zu bestreiten – Suche nach den Gründen

20.10.10
Massenhafte Gewalt: Fünf Prozent der jungen Immigranten geben zu, einen Deutschen schon einmal nur wegen dessen Nationalität geschlagen zu haben. Beschimpfungen sind noch weit häufiger. Bild: mauritius

Kaum war das Thema Deutschfeindlichkeit in der öffentlichen
Diskussion angekommen, berichteten Lehrer auch schon aus ihrem Berufsalltag. Nur mit mäßigem Erfolg gelang es der GEW und linken Politikern, die Debatte in die rechtsextreme Ecke zurückzudrängen.


Berlins Integrationsbeauftragter Günter Piening (SPD) holt in seiner Not den giftigsten Pfeil aus seinem Köcher. In der Zeitung „Neues Deutschland“ warnt er: „Die Verwendung des Begriffs ,Deutschenfeindlichkeit‘ halte ich für sehr problematisch. ,Deutschenfeindlichkeit‘ stammt aus dem rechtsextremen Vokabular.“
Auch die linke „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ (GEW) lehnt den Begriff ab. Antideutsche Ausfälle vor allem türkischer und arabischer Jugendlicher seien Folge der „strukturellen Ausgrenzung“, welcher die Immigrantenkinder selber ausgesetzt seien – also Schuld der deutschen Mehrheitsgesellschaft. Der Hannoveraner Kriminologe und Ex-SPD-Landesinnenminister von Niedersachsen, Christian Pfeiffer, erklärt die Deutschenfeindlichkeit als Folge von „enttäuschter Liebe“. Eigentlich suchten die Ausländerkinder die Anerkennung der Deutschen: „Wenn wir ihnen die kalte Schulter zeigen, kriegen wir es richtig zurück.“
Solche Versuche, die aufgeflammte Debatte über Deutschenfeindlichkeit an deutschen Schulen zu unterbinden, scheinen jedoch zu verpuffen. Nachdem Familienministerin Kristina Schröder (CDU) das Problem selbst aufgegriffen hat, füllt es die Medien.
Harte Zahlen liefert gar das „Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen“ (KFN), das Pfeiffer selbst leitet. Laut einer KFN-Studie geben 31,3 Prozent der befragten jungen Türken zu, schon einmal Deutsche wegen deren Volkszugehörigkeit beschimpft zu haben. Unter allen Ausländerkindern in Westdeutschland waren es immerhin 24 Prozent, und fast fünf Prozent räumten sogar offen ein, einen Deutschen wegen dessen Nationalität geschlagen zu haben.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hält die Klagen über wachsende Deutschenfeindlichkeit dennoch für „überdramatisiert“. Der Berliner Philologenverband wirft ihm deshalb Verharmlosung vor. Und obschon die GEW heftig bemüht ist, die Diskussion abzuwürgen, so sind es auch zahlreiche in der Gewerkschaft organisierte Lehrer, darunter insbesondere Frauen, die über Erlebnisse mit Antigermanismus berichten. „Schweinefresser“, „Kartoffel“ oder „Christ“ seien die üblichen Beschimpfungen. Bei Frauen komme häufig „deutsche Schlampe“ hinzu.
Deutsche Schüler würden schon im Kindergarten lernen, sich „unsichtbar“ zu machen. Eine Pädagogin berichtet darüber, dass ihre deutschen Schüler darum baten, in der Pause im Klassenzimmer bleiben zu dürfen. Der Weg über den Schulhof war für sie zum rassistischen Spießrutenlauf geworden.
Die Debatte kommt für das Multikulti-Lager zur absoluten Unzeit. Gerade war die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung mit einer Studie an die Öffentlichkeit getreten, um die Richtung der Diskussion, die seit Sarrazin in eine gänzlich unerwünschte läuft, endlich zu drehen. Darin will der Medizin-Soziologe Elmar Brähler eine „dramatische Trendwende“ hin zu mehr Ausländer- und Islamfeindlichkeit belegen. So habe die Mehrheit der befragten Deutschen dem Satz zugestimmt: „Wir sollten endlich wieder Mut zu einem starken Nationalgefühl haben“ – für Brähler ein Ausdruck von wachsendem „Chauvinismus“. Dabei widerspricht Brähler in seinen Schlussforderungen sogar seinen eigenen Zahlen. Seit 2002 fertigt er jährlich Untersuchungen zum „Rechtsextremismus“ an. Danach ist die Zahl derer, die eine Diktatur befürworten, von 2002 bis 2010 von 7,7 auf 5,1 Prozent zurückgegangen. Von einer „dramatischen Trendwende“ dürfte also keine Rede sein. Bei weitem nicht die einzige Schwachstelle, denn wie er nur gut 20 Jahre nach Ende der DDR jedwede Diktaturfreundlichkeit pauschal als „rechtsextrem“ einordnen kann, das beantwortet Brähler gar nicht. Der Versuch, die Aufmerksamkeit von Islamisten, Deutschenfeinden und Integrationsverweigerern wieder auf das Thema „deutscher Rechtsextremismus“ umzuleiten, wird mit derartigen „Studien“ kaum Erfolg haben.
Allerdings kann sich Pfeiffers These von der „enttäuschten Liebe“ durchaus auf Zahlen stützen. Sowohl laut KFN als auch nach einer Studie von Infratest-Dimap wohnt rund die Hälfte der Türken gern neben deutschen Nachbarn. Umgekehrt mag unter den Deutschen nur ein Bruchteil gern neben Türken leben, bei der KFN gerade einmal 9,2 Prozent. Auf einer Skala anderer ethischer Gruppen sollten Jugendliche der KFN sagen, welche fremde Gruppe sie am sympathischsten finden: Bei den Türken rangierten die Deutschen an der Spitze, bei den Deutschen waren die Türken dagegen Schlusslicht. Das Ende der Sympathieskala bei den Türken bildeten die Juden.
Vor dem Hintergrund des hohen rassistisch motivierten Gewaltpotenzials unter jungen Türken muss allerdings gefragt werden, ob das Ressentiment der Deutschen gegen Türken umstandslos als „deutscher Rassismus“ gedeutet werden kann – oder ob nicht Befürchtungen dahinterstehen könnten, die auf Erfahrungen beruhen.
Insgesamt fällt auf, dass die politische Linke bei der Debatte um Deutschenfeindlichkeit ganz andere Maßstäbe ansetzt als bei der Diskussion um deutschen Rassismus. Aggressiver deutscher Rassismus ist danach regelmäßig „aus der Mitte der deutschen Gesellschaft“ gekommen, und sie trägt auch die Schuld daran. Türkischer oder arabischer Rassismus hingegen stellt bloß ein Randproblem dar, selbst wenn es sich dabei weit eher um ein Massenphänomen handelt als beim deutschen Pendant. Und die Schuld trägt nicht etwa die Masse der Türken und Araber in Deutschland, sondern abermals die Deutschen – „strukturelle Ausgrenzung“ oder sogar „enttäuschte Liebe“ lauten die Stichworte.    

Hans Heckel


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Kommentare

Andreas Müller:
18.03.2015, 19:22 Uhr

...hohen rassistisch motivierten Gewaltpotenzials unter jungen Türken...
nee,
wenn schon, dann für Türken Moslems (Araber und Maghreb benimmt sich eine Spur härter) setzen!!!
WILLKOMMEN in der REALITÄT!


Josef Giacomuzzi:
22.10.2010, 21:11 Uhr

Ja, Herr Wulff - Sie dürfen sich freuen über Ihre neuen "Deutschen". Die Deutschen Schüler berichten mannigfach über deren Benehmen, Mit einer Unverfrorenheit werden Deutsche Kinder im Kindergarten, Schulen und auf der Strasse Schweine, ungläubige Hunde und vieles mehr genannt. Drohungen und Erpressungen sind an der Tagesordnung.
Sie haben beim Großteil des Volkes keine Mehrheit mehr. Ihr Verhalten und Aussagen über die Missstände, im Zusammenhang mit der gescheiterten Integration der Muslime in Deutschland, kann nur mit einer sprichwörtlichen „Türkenbli.dheit“ konstatiert werden.
Ihre Haltung ermuntert diese Koranjünger auf die Deutschen zu spucken und sie als ungläubige Schweine weiter zu beleidigen.
Gauck wäre sicher der bessere BP geworden. Ich befürworte sofort eine Karriere in Brüssel für Sie . Sehr geehrter Herr Bundespräsident, machen Sie uns ein schönes Weihnachtsgeschenk, wir würden uns sehr darüber freuen. Vergessen Sie nicht die RotGrünen Steigbügelhalter und Teile der Gewerkschaft mit zu nehmen, die diese skandalösen Missstände klein reden und vertuschen. Die Bürger sind gut beraten, alle Amtsträger und Politiker, die nicht die Interessen der Deutschen Mehrheit demokratisch vertreten, wegen Fahrlässigkeit zu belangen und der Gerichtsbarkeit zu zuführen. Wilders wird in der Folge vom Vorwurf der Volksverhetzung frei gesprochen. Er hat den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglichen. Na, ich warte schon auf die faulen Ausreden aller Hohlköpfe, die dieses „Grüne Buch“ voller Gewalt nicht verfassungsmäßig überprüft bzw., nicht verboten haben. Eine Integration, auf Basis des Korans mit Scharia (Vielweiberei, Hände abhacken , Frauen steinigen und verstümmeln ((Beschneidung der Frauen, Nase und Ohren abschneiden)). Die Liste von mittelalterlichen Grausamkeiten gegen die Menschlichkeit ist lang. Ein Skandal, dass dieses Buch nicht schon lange verboten wurde. Jeder andere Verein mit solchen Statuten, würde von Amtswegen, im vornhinein abgelehnt werden.


Fritz Kowalski:
21.10.2010, 12:56 Uhr

Für die SPD ist doch mittlerweile alles was Deutsch ist rechtsradikal.
Die größten Rassisten die mir untergekommen sind,sind Türken.Jeder hatte mit ihnen Probleme ob Spanier,Italiener,Russen,Polen,Rumänen,Juogslawen.Hier haben sich sogar Serben und Kroaten verstanden.Nur die Türken mochte keiner-wer hat da wohl was falsch gemacht?Natürlich gibts auch Türken die in Ordnung sind,die wollen mit ihren Landsleuten aber meistens auch nichts zu tun haben!
Und jeder der mal in der Türkei in Urlaub war-hört von den Türken dort:Warum schmeisst ihr die nicht raus?


Ano Nym:
21.10.2010, 11:01 Uhr

Liebe Redaktion, liebe Leser,

gibt es Deutschen Rassismus? Gibt es rechtsextremes Vokabular?

Deutsch ist die Sprache des Ausdrucks. Im Deutschen hat man, entgegen anderer Sprachen die Möglichkeit Feinheiten zu artikulieren und explizit zu beschreiben. Das ist nun mal die Eigenart der Deutschen Sprache.

Wenn bestimmte Politiker mit dieser Tatsache nicht zurecht kommen und Deutsche Ausdrücke einem vermeintlichen rechtsextremen Vokabular zuordnen, dann sollten sie Deutsch in Deutschland direkt verbieten. Denn die Worte Vater und Mutter wurden auch im 3. Reich gebraucht und auch diese könnten darauf verweisen.

Das Gleiche gilt für die Aussprache "Deutscher Rassismus". Wo, bei den "eingeschüchterten" Deutschen, gibt es Rassismus, wenn im Vergleich dazu Amerikanischer und Jüdischer Rassismus Todesopfer verursacht?

Ich glaube, da gibt es mehr Tatsachen, woran man sich aufgeilen könnte.

Es stellt sich immer mehr heraus, dass Deutsche in Deutschland keine Rechte mehr haben.

Wir Deutsche können nur hoffen, dass die BRD-Vasallen-Politik von selbst den Bach runter geht, denn sonst werden sie vom Volk ins Nirwana geschickt. Und diese Tatsache ist nicht mehr fern.

MfG


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