Der Croy-Teppich

Bedeutendes Zeugnis der Reformationszeit

07.02.19
Der Croy-Teppich Bild:Pommersches Landesmuseum

Am 30. Januar jährte sich die Eintragung des Croy-Teppichs in die Liste des national wertvollen Kulturguts zum fünften Mal. Der rund 31 Quadratmeter große Gobelin, entstanden um 1554 im Auftrag Herzog Philipps I. von Pommern, stellt ein bedeutendes Zeugnis der Reformationszeit dar. Nach dem Tod Annas von Pommern, der letzten Angehörigen des Greifenhauses, im Jahr 1660 stiftete ihr Sohn Ernst Bogislaw von Croy den Teppich und weiteren Besitz seiner Mutter der Universität Greifswald. Alle zehn Jahre wurde der Teppich bei den Croy-Feiern der Öffentlichkeit präsentiert; seit 2005 ist das Prunkstück der Akademischen Kunstsammlung der Universität Greifswald dauerhaft im Pommerschen Landesmuseum ausgestellt.
Am 30.01.2014 wurde der Croy-Teppich offiziell in das Verzeichnis der national wertvollen Kulturgüter aufgenommen, die für das kulturelle Verständnis und die Identität Deutschlands von besonders herausragender Bedeutung sind. Dazu gehören so bedeutende Werke wie die Himmelsscheibe von Nebra, die Statue des Keltenfürsten vom Glauberg, die Schutzmantelmadonna von Hans Holbein dem Jüngeren, Carl Spitzwegs Bücherwurm und die Amerikanischen Reisetagebücher Alexander von Humboldts.
Die Hochzeit Annas von Pommern mit Ernst von Croy wird im Februar das Thema eines Vortrags in der Reihe „Bausteine zur Landesgeschichte“ sein. Dr. Haik Thomas Porada (Leipzig) spricht am Dienstag, den 19.02. um 18.00 Uhr über das Thema: „Vor 400 Jahren – die letzte Hochzeit im pommerschen Herzogshaus in Stettin 1619“.
Im ersten Jahr des Dreißigjährigen Krieges, in dem sich Katholiken und Protestanten so unversöhnlich gegenüberstanden, fand auf dem Stettiner Schloss eine Fürstenhochzeit statt, die in mancherlei Hinsicht bemerkenswert war. Nicht nur, dass der Bräutigam aus einer Familie stammte, die weit im Westen des Heiligen Römischen Reiches und in Frankreich beheimatet war, er war auch Katholik. Die Braut dagegen gehörte zur Greifendynastie, die seit über acht Jahrzehnten ausschließlich mit evangelischen Fürstenfamilien Eheverbindungen eingegangen war. Niemand konnte zum damaligen Zeitpunkt ahnen, dass die Trauung zwischen Anna von Pommern und Ernst von Croy 1619 auf dem Stettiner Schloss die letzte Hochzeit im pommerschen Herzogshaus bleiben sollte. An das bewegte Leben dieser Fürstin in Lothringen und in Pommern, die als letzte Angehörige des Greifenhauses 1660 in Stolp starb, erinnern wir uns in Vor- und Hinterpommern gleichermaßen, nicht zuletzt dank der Gedächtnisstiftungen ihres Sohnes Ernst Bogislaw von Croy bis zum heutigen Tag.  

 

Dr. Haik Thomas Porada (Leipzig) spricht am Dienstag, 19. Februar um 18.00 Uhr über das Thema: „Vor 400 Jahren – die letzte Hochzeit im pommerschen Herzogshaus in Stettin 1619“ im Pommersches Landesmuseum, Rakower Straße 9, 17489 Greifswald, www.pommersches-landesmuseum.de, In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst und der Kulturreferentin für Pommern und Ostbrandenburg, Eintritt: 2,50 Euro.

 


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