Deutsche ducken sich weg

Trotz Wissen über kommendes Desaster bleiben die Bundesbürger still

14.08.13
Protest in Athen: Während in anderen Euro-Ländern die Bürger – auch gegen Berlin – demonstrieren, ist es bei uns ruhig. Bild: pa

Obwohl die Mehrheit der Deutschen überzeugt ist, dass das Schlimmste der Euro-Krise noch nicht überstanden sei, bleiben sie stoisch. Warum?

Selbst das Staatsfernsehen lässt die Deutschen nicht im Dunkeln darüber, dass nach der Wahl ein böses Erwachen auf sie wartet. Wenn man es genau nimmt, tut dies nicht einmal die Kanzlerin selbst. Auf die Frage, ob Deutschland die Lasten eines weiteren gigantischen Schuldenerlasses für Griechenland schultern muss, sagt Angela Merkel: „Das sehe ich nicht.“
Sie sagt bewusst nicht: „Auf keinen Fall“, denn dann würde sie der Lüge überführt. Doch kaum jemand wird sie dafür strafen wollen, dass sie etwas nicht „gesehen“ habe, obschon auch das die Unwahrheit ist. Die CDU-Chefin sieht den abermaligen Aderlass für Deutschland sehr wohl jetzt schon. Und sie weiß auch, dass es diesmal vor allem die deutschen Steuerzahler treffen wird, denn den übrigen Gläubigern wie etwa den Banken wurde es ermöglicht, ihre Griechen-Kredite auf die öffentliche Hand abzuwälzen.
Laut Umfrage glauben auch nur 17 Prozent der Deutschen, dass das Schlimmste der Euro-Krise schon vorbei sei. Nur jeder Zehnte meint zudem, dass die Politik ihm die Wahrheit über die Krise sage. Und eine satte Mehrheit ist sich im Klaren darüber, dass ihre Ersparnisse durch die Euro-bedingte Niedrigzinspolitik in der Substanz gefährdet sind.
Kurzum: Die Deutschen wissen eigentlich, dass ihnen Schlimmes bevorsteht. Sie wissen auch, dass sie von einer verfehlten Politik ins Desaster geführt werden und dass sie die dafür verantwortlichen Politiker dreist hinters Licht führen. Im Grunde wäre dies der Stoff für dramatische politische Umwälzungen, für offenen Volkszorn und eine saftige Quittung an der Wahlurne.
Doch es geschieht – nichts. Weder der laue Wahlkampf noch die müde Reaktion in der Bevölkerung geben irgendeinen Hinweis auf Beunruhigung. Die Umfragen deuten ganz im Gegenteil auf eine scheinbar tiefe Zufriedenheit hin.
Haben die Deutschen schlicht resigniert und sind ins Grab der Fatalisten gesunken, auf dem steht: „Wir können ja doch nichts ändern“? Möglich. Vielleicht wirkt hier aber auch nach, dass die Bürger dieses Landes seit Jahrzehnten von den Medien mit Weltkatastrophen erschreckt wurden, die niemals eintraten: Atomtod, Waldsterben, Dritter Weltkrieg, Klimakatastrophe, plötzliches Ende der Ölreserven und so weiter. Am Ende war dann immer alles wie zuvor, „es“ ist nie passiert.
Aus dieser Erfahrung könnten die Deutschen, mehr unterbewusst als bewusst, den Schluss gezogen haben, dass Katastrophen eher Medienereignis als Realität sind, gruselig, aber nicht wirklich gefährlich. Sollte es so sein, wird das baldige Erwachen umso schockierender ausfallen. Denn diese Katastrophe ist keine Medienerfindung, sie ist real, „es“ wird eintreten. Und die Folgen werden unser aller Leben tiefgreifend verändern.  Hans Heckel


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Kommentare

W. Scholz:
21.07.2015, 00:40 Uhr

Herr Manto, welche Frage warum keiner NPD wählt. Die NPD ist eine Gründung der Briten, Hr. v. Thadden war ein Agent des MI6. Während seiner Zeit und auch noch danach hat die NPD Geld bekommen vom MI6 und vom Mossad (lt. eines BBC Filmes der im Intelligenzlerprogramm ausgestrahlt wurde = ab 23.30 Uhr).
Mir kommt es so vor, daß die NPD der Vorzeigebuhmann ist wie böse die Deutschen nach 70 Jahren immer noch sind, und man denen deshalb immer noch keinen Friedensvertrag geben kann denn sonst machen sie gleich wieder Krieg.


Hallo Michel:
2.09.2014, 00:18 Uhr

Der Michel wird seit 60 Jahren systematisch verblödet und mit gefälschter Geschichte dumm erzogen. Die Mehrheit weis garnicht was um sie herum passiert, denn das Hamsterrad lässt ihnen keine Zeit zum Denken! Die Anzahl derjeniger die mitbekommen das die Alliierten noch das Sagen haben wächst unaufhaltsam, aber der Krieg kommt bevor die Masse bemerkt was los ist! Wenn kein Krieg kommt dann Implodiert das Zionistische Zinssystem und der Pumpmichel verliert inerhalb von 24h sein geleastes Leben an die Bankster dieser Welt! Meiner Meinung nach sollten wir uns vorbereiten auf eine harte Zeit!


Batonogov Viktor:
21.08.2013, 16:15 Uhr

Die Europäer, beginnend vom heiligen römischen Imperium, Napoleons und Hitler, strebten, einheitliches Europa zu schaffen. Jetzt ist Europa einheitlich.
Sie haben den Fehler Sowjet Union wiederholt, den alle wer fütterte war für den Kommunismus.
Sowjet Union hat nicht ertragen, wir fütterten die Hälfte Afrikas, Kuba, der Araber und Vietnam. Wer verbreiteten die Waffen allen war gegen USA.
Ich sage über die sozialistischen Länder nicht.
Deutschland das mächtigste Land in der Eu.
Die Deutschen müssen allen arm wie Griechenland und so weiter helfen.
Die Griechen haben nur die Mandarinen und die Oliven. Sie singen viel und tanzen und arbeiten wenig. Und die Deutschen arbeiten viel und gut .
Aber die Wirtschaft nicht gummi. Es ist für die Deutschen schlecht.


Mathias Baumgärtel:
21.08.2013, 14:04 Uhr

@Thomas Schlosser
Die AfD ist nur eine winzige Alternative, eine viel zu weichgespülte dazu. Die Aufnahme ehemaliger SPD-Genossen und CDU-Mitglieder trägt zu dieser Impotenz noch bei. Die Ablehnung von Themen wie Islambekämpfung und ruinöser Einwanderung macht sie eigentlich unwählbar. Zudem stärkt ein eventueller 5%-Sieg wahrscheinlich gerade die Deutschlandzerstörer - SPD, Grüne und Linke.


erik manto:
20.08.2013, 21:36 Uhr

Warum nur will niemand die NPD wählen ?
Die hat im Wahlprogramm alles was
man sich nur wünschen kann,(z.B. auch die Euroabschaffung) und sitzt noch dazu in 2 Landtagen und
viele Kommunalparlamenten !!


Mchel Deutsch:
17.08.2013, 18:43 Uhr

@ Roy Bernards: Instinktiv scheinbar, bin ich auch Ihrer Meinung. Der € „könnte“ für Europa etwas Positives bedeuten. Aber die harte Realität sieht anders aus. Wenn in einigen Ländern der EU der Bürger nicht gefragt wurde und die monetäre Disziplin, auch Steuermoral, unterschiedlich ist, kann eine gemeinsame Währung nicht gedeihen.
Wie auch andere Kommentatoren, wie zum Beispiel Andreas Müller, feststellen, dass nicht das griechische Volk sondern nur deren Banken unterstützt werden, bin auch ich der Meinung, dass hier etwas ganz, ganz falsch läuft.
Das Problem mit der Kunstwährung Euro ist systemimmanent für die mangelnde Transparenz und die fehlende Demokratie in Deutschland und der EU.
Es fragt sich jedoch, ob die AfD tatsächlich den Schlüssel für die Lösung der vielen Probleme gefunden hat. Nicht der Euro sondern die Europäische Union ist das Problem. Diese Union birgt Sprengstoff, in einem Umfang, welchen wir nur erahnen können. Der Aufbau dieser EU wurde von den westlichen Siegern befohlen, um Deutschland entwaffnend einzubinden, es auf Ewigkeit klein zu halten, bis es eines Tages ganz verschwunden ist. Wer die Geschichte ein wenig kennt, weiß, dass das Römische Imperium mit seinen Vasallen auch so umgegangen ist. Diese wurden „romanisiert“, sie verloren ihre eigene Identität. Wenn sie sich wehrten, fielen die römischen Legionen ins Land. Aber auch Rom fiel, weil es dekadent, überdehnt und überfremdet war.


Roy Bernards:
16.08.2013, 12:44 Uhr

Trotz aller Schwierigkeiten, ist meine Befürwortung der europäischen Einigung und auch des Euro ungebrochen. Ich wünsche mir, daß uns nicht so schnell der Atem ausgeht und wir notfalls auch die Lasten der anderen Euro-Länder mit tragen helfen. Denn, wenn Europa wieder auseinanderbricht, wäre das eine Katastrophe! Zwei Weltkriege und unzählige Inner-europäische Konflikte davor, zeigen doch, daß gemessen an den Kriegsfolgen, der Euro mit all seinen Schwächen noch immer die bei weitem günstigste Lösung dieser Konflikte darstellt! Ganz nach dem Motto: You won the war, We will win the Peace!


christian benthe:
16.08.2013, 00:40 Uhr

Die AfD wird sich im sprichwörtlichen Sinne ein dickeres Fell zulegen müssen. Denn ihre Positionierung muss deutlicher, schärfer werden, sollen Wähler, vor allem Nicht(mehr)-Wähler den Umkehrtrend erkennen können. Ein mögliches Scheitern an der 5%-Hürde könnte genau hierin seine Ursache finden. Im Hysterienfieber bewältigt sich diese Nation zugrunde, ein konsensuell imaginiertes Ermächtigungsgesetz treibt Bevormunder und Regulierer alter Parteien an, die neue politische Kraft mit undemokratischen Mitteln zu vertreiben. Als nach dem Göttinger Exzess linksgrüner Ermächtiger aus AfD-Kreisen durchsickerte, man denke an den Abbruch des Wahlkampfes, zeigte sich das Dilemma in seiner Tragweite. Die AfD darf einerseits zwar auf einen großen Rückhalt in der Bevölkerung hoffen (allerdings noch nicht so sehr bei jungen Menschen), andererseits ist sie noch nicht in der Lage, das attraktive Gewand zu füllen. Zu unscharf die Positionen, zu zaghaft die Überzeugungsdebatte. Wofür steht die AfD? Aktuell vermittelt sie noch immer den Eindruck, eine Ein-Themen-Partei zu sein (Euro-Kritik), ohne selbst in diesem Punkt wirklich konsequent zu wirken. Als kolportiert wurde, man strebe einen Austritt aus der Euro-Zone an, wurde eilig zurückgerudert. Seitdem verfestigt sich der Eindruck, man wolle - wenn überhaupt - einen Austritt auf Raten, und dies auch nur unter besonderen Bedingungen. Das erinnert fatal an das Wortgeklingel der Euroretter aller politischer Couleur, das reißt keinen Wähler mehr vom Hocker. Den frustrierten (Nicht-)Wähler dürstet nach einer politischen Kraft, die, schlicht formuliert, Tacheles redet. Die schonungslos, ohne Rücksicht auf Klientel und Lobby, dem Wähler reinen Wein einschenkt und selbst Wasser trinkt, das sprichwörtlich gute Beispiel vorlebt. Gewiss, die Aktivisten der AfD wirken bemüht, unter erschwerter Ausgangslage ihren Mann zu stehen. Aber dann kommen ein paar linksgrüne Schnösel daher und stellen mit absurden Aktionen alles infrage. Souveränität ist etwas anderes. Genau das vermisst derjenige, der sich nach einer neuen Politik sehnt, die den Wahnsinn in diesem Land beendet. Man wird sich schärfer, klarer positionierun müssen in einem Land, für das der Abgrund keine ferne Schimäre mehr ist. Die Missstände müssen aufgegriffen werden, ohne Panik zu verbreiten. Aber man kann dem frustrierten Volke durchaus mehr zumuten als gemeinhin angenommen wird. Es ist zugleich die psychologische Schwachstelle der anderen Parteien, die munter zwitschernd dem Bürger noch immer ein Bild vorgaukeln, welches längst durchschaut ist. Lediglich ein irrationales Sicherheitsbedürfnis wird die restliche Wählerschaft veranlassen, Merkel wiederzuwählen. Und dass sie ihr Amt erneut antritt, ist sicherer als das Amen in der Kirche. Auch der Wähler wird sich bewegen müssen. Er verhält sich so, als würde ihm beim Wahlakt in der Kabine jemand über die Schulter schauen. Er könnte getrost auf die Insinuationen irgendwelcher, dahergelaufener linksgrüner Geistesschwächlinge pfeifen. N O C H steht ihre rote SA nicht Spalier vor den Wahllokalen. Material zu Angriff auf den politischen Gegener gibt es zuhauf, man kann den Nazi-Spieß umdrehen und sie dort treffen, wo sie am empfindlichsten sind. Es würde ein harter Ritt, eine lange Reise, ein Abenteuer. Man braucht einen langen Atem, die hierzulande leider typische Veranlagung zur Oberlehrerhaftigkeit, blauäugiger Toleranz und Naivität des deutschen Michels zu überwinden. Aber hierin liegt auch eine große Möglichkeit. Die AfD hätte die exklusive Chance, den Nazi-Nexus aufzubrechen und das Volk von einer Geißel zu befreien, die schon lange nichts mehr mit Vergangenheitsbewältigung zu tun hat. Dies geschähe, indem die vermeintlich antifaschistischen Gegner systematisch dekonstruiert und enttarnt würden, es träfe sie psychologisch ins tiefste Mark. Ja, man kann vom politischen Gegener lernen: schaue man sich die Strategie und Taktik hartgesottener Linker an, sie betreiben nichts anderes. Und sie sind verwundbar. Dies muss dem potentiellen Wähler vorexerziert werden, dann wird er in der Wahlkabine sein Kreuz schon an der richtigen Stelle setzen.


Torsten Grober:
15.08.2013, 20:04 Uhr

Es gibt sie noch, die Freigeister, die hintergründig nach der Wahrheit suchen, um diese durch Wort, Schrift und persönliche Gespräche unters Volk zu bringen. Grundgesetzartikel-146 = Der Verfassungsauftrag an die Deutschen > www.gg146.de Die Arbeitsgemeinschaft > www.ag-freies-deutschland.de und die volksnahe Seite mit zahlreichen Darstellungen über bestehende Gesetze die aus der Gleichschaltung...anno 1934 stammten > www.staatenlos.info


sitra achra:
15.08.2013, 15:42 Uhr

Die fatalistische Haltung der Deutschen wird verständlich, wenn man sieht, wie alle erdenklichen alternativen Kräfte und Meinungen von den sich selbst subventionierenden und aushaltenden Systemkräften weggebissen oder verleumdet werden. Der Normalbürger gewinnt den Eindruck, dass die Claims schon abgesteckt sind und der Weltgeist dies so will.
Andererseits ist viel Furcht und Bequemlichkeit dabei.
Schade, die Chance auf eine funktionierende Demokratie ist wieder mal vertan, auf Weimar wird Weimar2 folgen.
Doch was dann?


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