Die Nervosität wächst

Pegida und Co.: Etablierte Eliten reagieren entgeistert bis hysterisch

17.12.14
Aus dem Gleichgewicht geraten: Bürger fühlen sich der Willkür des Staates ausgeliefert. Bild: action press

Zwischen einst loyalen Bürgern und führenden Politikern wie Medien tut sich ein tiefer Graben auf. Man versteht sich nicht mehr.

Die Nervosität bei etablierten Parteien und Medien wächst spürbar. Zunächst war versucht worden, die neuen Bürgerbewegungen wie Pegida durch Totschweigen abzuwürgen. Das hat, auch dank neuer Medien wie dem Internet, nicht funktioniert. Daher werden die protestierenden Bürger nun mit zunehmender Verbissenheit attackiert. Nordrhein-Westfalens Innen­minister Ralf Jäger (SPD) beschimpfte die Wortführer der Dresdener Pegida-Demonstranten gar als „Nazis in Nadelstreifen“. Eine Entgleisung, die den Übergang von der Nervosität zur Hysterie anzeigt. Das Jahr 2014 hat die politische Landschaft der Bundesrepublik möglicherweise grundlegender umgewälzt, als man dies bislang zur Kenntnis nehmen wollte.
Der Einzug der AfD ins EU- und drei Länderparlamente sowie die Demonstrationen wie Pegida oder „Demo für alle“ sind zwei Aspekte des gleichen Phänomens. Dazu gehört auch die Abwendung von den großen, entweder durch den Staat oder durch Konzerne unterhaltenen Medien.

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Hier tut sich ein Graben auf. Die Reaktionen der Mächtigen auf den Protest vertiefen den Graben noch. Die Wortführer werden zu Unpersonen gestempelt, die mitdemonstrierenden Bürger zu naiven Mitläufern herabgewürdigt, welche „unbegründeten, diffusen Ängsten und Ressentiments“ erlegen seien. Beides erweist sich bei näherem Hinsehen als hilflose Abwehr einer Funktionselite, die den Draht zu weiten Teilen des Volkes verloren hat und die, schlimmer noch, unwillig oder gar unfähig ist, jenen Draht wieder aufzunehmen.
    

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Dass sich gerade Dresden zum Epizentrum des Protests entwickelt hat, dürfte kein Zufall sein. Nirgends in den neuen Bundesländern war die Begeisterung über die deutsche Vereinigung größer als in Sachsen, der Aufstand gegen die Kommunisten zuvor dynamischer. Und nirgends war der Glaube an die Bundesrepublik und das Vertrauen in ihre Ordnung intensiver. Die Partei des „Kanzlers der Einheit“, Helmut Kohl, fuhr hier über Jahre Ergebnisse bayerischen Zuschnitts ein. Doch 2014 gelang der AfD ausgerechnet in Sachsen ihr erster Durchbruch auf Landesebene und wurde bald darauf Pegida geboren.
Das zeigt: Die sich hier von der etablierten Elite abwenden, sind gerade jene, die zuvor am treuesten zu ihr gestanden haben. Statt sich ihnen aber zu öffnen, polemisieren die Etablierten lieber gegen sie, und dies selbst Seite an Seite mit Linksextremisten, welche für diesen Staat, seine Ordnung und seine loyalen Bürger seit jeher nur Hass und Verachtung übrig haben.
Nicht die Bürgerproteste gefährden den gesellschaftlichen Konsens. Die Spaltung ging von oben aus statt von den Bürgern. Pegida ist lediglich eine Antwort aus ihren Reihen. Dass diese Spaltung noch zu überwinden ist, daran wachsen die Zweifel mit jedem Tag mehr.
Hans Heckel


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Kommentare

Rainer Obst:
27.12.2014, 16:45 Uhr

komme soeben aus Malmö/Schweden zurück.Watum verschweigt die deutsche Presse das Muslimproblem dort vollkommen.
Solch ein System möchte ich hier in Deutschland nicht erleben.
Die Presse in Deutschland mit der CDU sollten sich schämen wegen Ihrer Zensur.Gott sei Dank gibt es die neuen Medien. Deutschland erwache,nonicht zu spätch ist es


M. Gruss:
22.12.2014, 13:06 Uhr

@Augustus Rex
Mit "anonym" stellen Sie eine gewagte These auf. Tatsächlich ist die AfD die einzige relevante Kraft, die Deutschland noch vor dem veritablen Baueraufstand und aus der €-Falle(dem Kardinalproblem) retten kann. PEGIDA ist, da trifft Hans Heckel- wie stets- ins Schwarze, eine wichtige Facette, mehr nicht. Bitte überschätzen Sie, Verzeihung, nicht die Rolle der Ostdeutschen "Straße" bei der Revision eines Teils des vorgängerlosen Völkerrechtsverbrechens an Deutschland nach WKII. Ziviler Ungehorsam nach Möglichkeit, Agitation im Kleinen und pers.Umfeld und vor allem richtiges Wählen ist die erste Bürgerpflicht. Diese Demo ist gut und richtig, aber längst nicht hinreichend und Dresden hat die demokratische Protestkultur nicht erfunden. Und die "Einheit" (s.o.) hat die Deutsche Mark ermöglicht, die es vor allem anderen und um fast jeden Preis zu restituieren gilt.


Herr Behrlich:
19.12.2014, 21:05 Uhr

Die Politiker werden noch purzeln -
wir lassen uns nicht entwurzeln!


Augustus Rex:
18.12.2014, 21:55 Uhr

@Tom Orden
"Das finde ich klasse und ich hoffe PEGIDA hat Erfolg!"
Hoffen ist zuwenig, mitmachen ist das Gebot der Stunde. Wir sind das Volk!Es haben sich bereits PEGIDA-Ableger in Leipzig, Würzburg, Kassel, Düsseldorf, Bonn u.s.w. organisiert. Ausreden zählen nicht, wenn in deiner Region nix dabei ist, dann Eigeninitiative ergreifen und selbst sich vor Ort vernetzen.
Anonyme PC-Maulhelden hinter der Tastatur gibt es in D genug!!!


Carina Schulte:
18.12.2014, 10:21 Uhr

Die hiesigen "etablierten Eliten" in Politik und Medien haben sich über Jahrzehnte unisono als eine Ansammlung von Deutschen-Verächtern und Deutschland-Abschaffern geoutet. An der Spitze Frau Merkel mit ihren parteiübergreifenden Umvolkungs-Vollstreckern, denen es nicht schnell genug geht, ihre eigenen Landsleuten durch unkontrollierte Masseneinwanderung inkompatibler und aggresiver Landnehmer beizeiten zu einer rechtlosen Minderheit im eigenen Land zu machen. Solche fremdgesteuerten Vasallen, die die Interessen anderer Mächte, aber niemals die des eigenen Volkes vertreten, sind doch überhaupt nicht mehr tragbar für dieses Land. Die gehören weg. Dahin, wo der Pfeffer wächst! PEGIDA, liebe Landsleute, macht weiter so, dieses Land gehört uns und nicht den Funktionären und schon gar nicht irgendwelchen Migranten, die nur zum Abgreifen hier einfluten,ohne sich jemals integrieren zu wollen! Wir brauchen keine ungebildeten "Fachkräfte",die einwandern. Hundertausende gut ausgebildete Deutsche verlassen seit Jahren unser Land, die brauchen wir hier!


Christian Detring:
17.12.2014, 22:18 Uhr

Guten Tag,

das in den vergangenen 8 jahren sich bereits die NPD für deutsche Interessen eingesetzt hat, mehr als es die AfD je tun wird verschweigen Sie. Das heißt, Sie tun doch dasselbe wie die, die Sie im Artikel ob Ihres totschweigens kritisieren. Meine naive Frage: Machen Sie es jetzt besser? Das ganze ist unerträglich, endlich Offenheit und Ehrlichkeit! Das ständige gegenseitige Ausgrenzen unter jeweilig anderen Vorzeichen ist eine Unart und Gift. Es geht wahrscheinlich nur noch darum wer der GUTE Ausgrenzer und Totschweiger ist. Mann, Leute, denkt nach, dafür gehen die Menschen nicht auf die Strasse!!!

Wir sind alle(!) Deutsche die das
Beste für unser Land wollen und in geistiger Freiheit und Frieden gemeinsam leben wollen!

Beste Grüße


Berit Benndorf:
17.12.2014, 21:16 Uhr

Ich persönlich will keinen Draht mehr, weder zu dieser Regierung noch zur Presse . Immer wieder Wortbruch , das reicht langsam.


peter 789:
17.12.2014, 18:40 Uhr

Ich versteh euch Deutsche nicht, dass ihr Leute wie einen Ralf Jäger (SPD) wählt.


Tom Orden:
17.12.2014, 14:12 Uhr

PEGIDA macht es völlig richtig; friedlicher Widerstand gegen die Pseudoelite des BRD-Politbetriebes und der Mainstreammedien!
Das finde ich klasse und ich hoffe PEGIDA hat Erfolg!
Meine Freunde vom "0rden der Patrioten" und ich haben uns enorm gefreut, als wir das erste Mal von diesen mutigen Menschen gehört haben, die sich heldenhaft gegen Islamismus und Asylflut einsetzen. Auch haben wir die Berichterstattung im Fernsehen über PEGIDA verfolgt und mann; die Medien haben einen Hass auf diese mutigen Leute.
Teilweise entlarven sich die Medien aber selbst; so bezeichneten sie PEGIDA als Rechtsextrem und zeigten kurze Zeit später eine Aufnahme von einer Rednerin von PEGIDA. Vor der Rednerin standen mehrere Leute, die ein anti-Islamismus-Plakat hochhielten; einer von ihnen war ein Schwarzafrikaner!
Und ich bezweifele das ein Schwarzer mit Rechtsextremisten zusammen demonstrieren würde oder das Rechtsextreme einen Schwarzen bei sich mit demonstrieren lassen würden.
Übrigens habe ich mich sehr gefreut als ich diese Aufnahme sah; zeigt sie doch einerseits die Verlogenheit der Medien und andererseits das es auch Migranten gibt, denen am Wohle Deutschlands und des Deutschen Volkes etwas liegt.
Das wusste ich schon seit dem Buch "Deutschland von Sinnen", aber ich freue mich immer wieder solche Deutschlandliebenden Migranten zu sehen.
Die Liebe zu Deutschland hat manch ein Einwanderer den meisten Politikern im Bundestag (besonders den Grünen) voraus.


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