Die Zeichen von Görlitz

Knapper Sieger Ursu (CDU) will nichts lernen: »Klare Kante« statt echtem Dialog

19.06.19
Ruft zur Toleranz auf: Altbundespräsident Joachim Gauck Bild: imago images/Kirchner-Media

Joachim Gauck mahnt „mehr Toleranz in Richtung rechts“ an. Der Ruf des Geläuterten wird jedoch kaum gehört.

Das wird viele Bürger überrascht haben: Altbundespräsident Joachim Gauck hat zu „erweiterter Toleranz in Richtung rechts“ aufgerufen. Ausgerechnet Gauck, der während seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt mit dem schlimmen Satz vom „hellen“ und „dunklen“ Deutschland sein eigenes Volk auseinanderjagte.
Hier scheint jemand dazugelernt zu haben. Der ehemalige Pfarrer hat offenbar begriffen, in welch finstere Sackgasse eine Nation trudelt, wenn an die Stelle von republikanischem Streit, von freier Debatte nur noch feindselige Sprachlosigkeit oder Propaganda tritt. Am Ende einer solchen Gasse lauert das Gespenst von Bürgerkrieg und/oder Despotie. Die Geschichte lehrt es.
Doch dringt Gauck durch? Kann er mithelfen, den von ihm selbst mit angerichteten Schaden zu reparieren? Die Frage ist leider offen, und die Zeichen dafür, dass man sie mit „Ja“ beantworten kann, nehmen nicht zu, im Gegenteil.
Der jüngste Nackenschlag für Optimisten kam aus Görlitz. Dort gelang es dem CDU-Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters, Octavian Ursu, nur mithilfe einer Riesenkoalition mit allen übrigen Parteien, fast allen Medien und sogar mit Unterstützung aus Hollywood, den Konkurrenten von der AfD, Sebastian Wippel, mit 55,2 zu 44,8 Prozent gerade noch zu schlagen.
Man sollte erwarten, dass Ursu diesen nur unter Aufbietung aller Kräfte jenseits der AfD errungenen Sieg zum Anlass nimmt, nachdenklich zu werden. Weit gefehlt: Er fordert „klare Kante gegen die AfD“. Er wolle Oberbürgermeister aller Görlitzer sein und mit den unzufriedenen Bürgern reden. Allerdings wolle er sich Mehrheiten nicht bei der AfD suchen.
Die Widersprüchlichkeit dieser Sätze schreit den Betrachter förmlich an. Ursu will Oberbürgermeister aller Bürger sein und schließt fast die Hälfte von ihnen faktisch von der Zusammenarbeit aus. Er möchte mit dieser knappen Hälfte reden und droht ihr gleichzeitig „klare Kante“ an. Entweder der CDU-Politiker unterstellt den „unzufriedenen Bürgern“, aus reiner Tapsigkeit den AfD-Kandidaten unterstützt zu haben und zweifelt damit ihre Reife an. Oder er heuchelt. Am wahrscheinlichsten ist, dass der gelernte Solotrompeter Ursu bloß Baukastensätze aneinanderreiht, die er sich aus der großen Politik abgeguckt hat.
Damit ist er der kleine Spiegel der großen Misere. Der Psychologe Holger Richter bezeichnet derlei Verhalten in der „Welt“ als „psychotisch“. Kennzeichnend für die Psychose ist nach Richter die Intoleranz und der völlige Unwille, mit der jeweils anderen Seite wirklich zu reden oder gar pragmatisch zusammen zu arbeiten.
Richter arbeitet in Dresden. Vielleicht kommt Octavian Ursu ihn einmal besuchen. Zusammen mit Joachim Gauck, der Ursu erklären kann, wie man sich aus seiner Psychose befreit. Hans Heckel


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Kommentare

Gotthelm Fugge:
20.06.2019, 11:11 Uhr

Meldung der Polizei Görlitz und der Lokalpresse per 20181018:
""In der Nacht zu Donnerstag hat die Polizei in Görlitz einen 43-jährigen Mann aus Syrien vorläufig festgenommen.
Er soll zuvor im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses an der Löbauer Straße in Görlitz einer Frau aufgelauert, sie mit einem Messer bedroht und ihr die Hose heruntergezogen haben.
Die 33-Jährige rief um Hilfe.
Ein 46-jähriger Hausbewohner hörte die Schreie und griff sofort ein . . . "

Acht Monate später wählen die von "weisen" Görlitzer, die folgsam dem Aufruf des "BREITEN Bündnisses" aller vermeintlichen aufrechten Gutmenschen-Demokraten des Altparteienkartells, der ungekrönten Modernisierungsgewinner und Globalisierungssieger, die die Lauterkeit der menschlichen Fortschrittsentwicklung mit eben NUR IHRER Moralmeßlatte der ach so "bunten, weltoffenen Gesellschaft" gleich einer Erbpacht beanspruche, die in enger Nibelungentreue dem politischen Atavismus weiter folgten, keinen Polizisten, sondern einen rumänisch-stämmigen CDU-Trompeter zum Bürgermeister.
"Im Tuten & Blasen, ewig hohler Phrasen" nahm die CDU schon immer den Spitzenplatz am DE-Polithimmel ein.
Nur "IHRE" Haltung gilt.
Alles andere läuft unter der Rubrik "Hetze".
Gott sei es gedankt, man hat ja jetzt die neue (sehr mit hinterwäldlerischen Provinzmief anhaftende), für dieses Amt völlig inkompetente gottähnliche Lichtgestalt in Form von AKK.
Die die CDU- Parteiarbeit mehr als Thema "Jugend forscht" wahrnimmt.

Da kann noch so ein "rosafarbener Elefant im Raum stehen", sprich, die wahrliche Realität vorliegen, sie wird halt mit der von ihnen "gottgegebenen Haltung" dieser o.a. Kohorten glatt ausgeblendet und weggebügelt.
45% der Görlitzer 46.000-OB-Wähler (Also - 20.700) sind also "alte weiße Männer, Nazis, unverbesserlicher Rechte", im Antifa-Jargon: "Die gehören eigentlich alle weggesperrt."
Dann ist man wenigstens wieder unter sich.

Diese neue SED, die neue Einheitspartei des "BREITEN Bündnisses" hat gesiegt.
Und auch wie immer: Alle gegen (besser: auf) einen.
Das ist die Wiederkehr der roten DDR-"Nationalen Front".

Genauso werden alle Wahlen im Herbst in "Dunkeldeutschland" ablaufen.

Ich bin es so was von leid.
Dieses Land hat genau DIESE Regierung verdient, die es jetzt hat.
Kein Wille, keine Kraft, keine Energie, kein Fortschrittsgedanke, keine Treue, kein Stolz- nichts, einfach nichts.
Nur dumpfes, bis zum Brechen ermüdendes, sinnfreies "Wir-retten.die-Welt"-Blöken.
Das passt zum Görlitzer CDU-Dumpf-Bläser Octavian, der sicherlich nicht so erfolgreich wie sein römischer Namensvetter Gaius Octavius Augustus agieren wird, wie die Faust auf's Auge.

Die vier Siegermächte wollten nach dem zweiten Weltkrieg DE zum reinen Agrarstaat umfunktionieren.
Das hehre, ganz große Grüne-Ziel:
DE endlich wieder in ein Land der Jäger und Sammler der Urgeschichte zurück zu verwandeln.

Dennoch Hr. Wippel:
In Anbetracht des ohne Not freiwillig Links-Grün-gleichgeschalteten und völlig im AfD-Bashing-Marsch-Hetzschritt ausgerichteten politisch-medialen Komplexes und der konzertierten massiven Hetze der üblichen Vasallen, Paladine, Adlaten - Sympathisanten handelt es sich um einen nicht zu unterschätzenden Achtungserfolg für AfD-Pragmatiker Wippel.
Herzlichen Glückwunsch dazu.
Hohe Gebäude brauchen halt tiefe Fundamente!


Zaun Gast:
19.06.2019, 17:52 Uhr

" Den Vollidioten erkennt man eben daran, daß er durch nichts aus der Fassung zu bringen ist. Er ist stets bereit, sich über das eine Meinung zu bilden, was er nicht versteht, und unfehlbar über das zu urteilen, was er nicht weiß ".
( André Glucksmann: Die Macht der Dummheit)
Einigen Menschen schaut man in die Augen und weiss sofort :
Dort ist Licht an, aber keiner Zuhause !


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