Ein Milieu feiert sich selbst

15.01.20

In den letzten Jahren hat sich in vielen Städten in Sachen Einbürgerung eine gewisse Praxis etabliert. Anstatt den Neubürgern ihre Einbürgerungsurkunden einfach nur in freudlosen Amtsstuben zu überreichen, richten die Städte kleine Feiern aus, bei denen die Bürgermeister eine Rede halten und auch die Nationalhymne erklingt. Dies soll verdeutlichen, dass der Wechsel der Staatsbürgerschaft mehr ist als ein bloßer Verwaltungsakt.
So hielten es bisher auch die Berliner Bezirksämter. In Pankow jedoch lädt Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) am 24. Januar anstelle der bisherigen Feier zu einem „Ball der Vielfalt“ in sein Rathaus, um „ein Zeichen (zu) setzen für ein weltoffenes Pankow, das Diversität und Einwanderung als Bereicherung anerkennt“.
Eingeladen zum „Ball der Vielfalt“ sind alle im Jahr 2019 in Pankow eingebürgerten Menschen sowie die „Kooperationspartner_innen des Bezirks aus den Pankower Migrant_innenorganisationen, Frauennetzwerken, LSBTIQ-Communities und inklusiven Projekten“. An die einheimischen Pankower richtet sich die Einladung nicht.
Sowohl das Ballprogramm als auch der Adressatenkreis wie ebenso der Umstand, dass der Bezirk mehr als 800 Teilnehmer erwartet, obwohl 2019 vor Ort lediglich 378 Personen eingebürgert wurden, zeigen, dass es den Organisatoren offenkundig weniger um das Thema Einbürgerung geht als vielmehr darum, sich selbst zu feiern.
Klar, dass dabei die alteingesessenen Pankower nur stören würden.
René Nehring


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Kommentare

sitra achra:
16.01.2020, 18:04 Uhr

Die Folge dieser Diversenparty ist dann, dass sie gemeinsam später auf Deutschland schxxxn.


Siegfried Hermann:
15.01.2020, 12:51 Uhr

...freudlosen Amtsstuben...

Also da muss ich doch widersprechen! ... zumin. was so vor 60 Jahren üblich war.
Zur Geburt eines Deutschen Kindes kam der Pastor noch +persönlich+ zum Gratulieren und bot gleich völlig unbürokratisch soziale Hilfs-leistungen der Caritas an!
Auf dem StandesAMT gab es noch echten Kaffee (nix tu go schmeck scheixxe) und Oma´s Kuchen zur Geburtsurkunde. Die Nachbarn und Verwandschaft haben ohne Nachfragen "Omi-" Kinderbetreuung und gebrauchte Babyklamotten angeboten, wenn zur Taufe "Kaffeeklatsch" war.
Und als Angestellter im ÖD war es selbst Anfang der 90zigern noch üblich, vom Chef die ganzen ÖTV-Tarif Begünstigungen selbstverständlich serviert zu bekommen bei Kaffee und Kuchen dito.
Und heute???

So mal am Rande und überhaupt!


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