Fontane-Jubiläum: Wichtiges Ereignis für Brandenburg

21.08.19

Am 30. Dezember 1819 wurde Theodor Fontane geboren. Dank dieses 200. Jubiläums kann sich das Land Brandenburg als „Kulturland Brandenburg 2019“ vorstellen. Mit seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ schuf Fontane eine Liebeserklärung an seine Heimat. Inzwischen finden in vielen Orten des Landes – meist Stationen auf seinen Wanderungen – Veranstaltungen zum Thema Fontane statt: Ausstellungen, Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, Wanderungen und anderes mehr.
Dass der Märkische Dichterfürst nicht nur ein Brandenburger ist, zeigt das vielfältige Angebot an Lesestoff in Buchhandlungen in ganz Deutschland. Fontane gehört zu den großen Dichtern und Schriftstellern in unserem Land. Der Reiseschriftsteller und Fotograf Georg Jung geht mit seinem Buch „Auf den Spuren von Theodor Fontane durch die Mark Brandenburg“.
Im ersten Teil des Buches beschreibt er die Großlandschaften des Landes: das Ruppiner Land, Oderland und die Märkische Schweiz, das Havelland und den Spreewald. Es folgen im zweiten Teil aus den beschriebenen Landschaften Fontane-Orte von A bis Z. In der Innenseite des Umschlags findet der Leser Übersichtskarten mit den besuchten Orten. Dabei fällt auf, dass Fontane weder die Stadt Brandenburg noch Potsdam oder Berlin in seinen Wanderungen behandelt. Jung gibt mit Fontane die Begründung: Angesichts der historischen Bedeutung der Städte hätte eine Berücksichtigung den Rahmen gesprengt.
Untrennbar mit den Texten sind die zahlreichen Fotos zu sehen, die praktisch jeden von Jung besuchten Ort mit oft ergänzenden Erläuterungen zeigen. Alle Texte lassen erahnen, wie intensiv sich der Autor in die Themen Fontane  und Mark Brandenburg eingearbeitet hat. Bestechend seine Landschaftsbeschreibungen, seine Ausflüge in die Vergangenheit bis zur Ostsiedlung im Mittelalter und bis in die nachsozialistische Gegenwart.
Ein großes Interesse zeigte Fontane an der Frühgeschichte der Mark, an den Slawen, Wenden oder – bis in die Gegenwart – an den Sorben. Ansonsten galt sein historisches Bewusstsein der preußischen Geschichte, und dies nicht unkritisch.
Die biografischen Daten Fontanes, ein Literatur-Verzeichnis sowie Orts- und Personenregister runden das Buch ab. Dieses ist mehr als ein Reiseführer, es kann auch als eine Einführung in die Geschichte und die Landschaften Brandenburgs genutzt werden.
Allerdings muss eine kritische Bemerkung ausgesprochen werden: Fontanes Wanderungen führten ihn auch in Gebiete östlich der Oder. Küstrin, Tamsel und Sonnenburg liegen zwar heute auf polnischem Territorium, sind aber bis 1945 Teil der deutschen Geschichtslandschaft gewesen. Zu dieser Thematik hatte sich bereits in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Danziger Günter Grass geäußert: „Zur deutschen Vergangenheit gehört auch der unwiederbringliche Verlust von Provinzen und Städten … Wir haben zwar Land verloren, aber nirgendwo, in keinem Potsdamer Abkommen, steht geschrieben, dass die kulturelle Substanz dieser Provinzen und Städte in Vergessenheit geraten muss.“ Diese Mahnung besteht zu Recht.
     Karlheinz Lau

Georg Jung: „Auf den Spuren von Theodor Fontane durch Mark Brandenburg“, Ellert & Richter Verlag Hamburg 2018,  broschiert, 240 Seiten, 12,95 Euro


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