Geschichte neu vermitteln

Preußische Schlösser und Museen umwerben junges Publikum

15.06.19

Christoph Martin Vogtherr, der neue Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, will bei seiner Arbeit verstärkt auch die Rolle von Bauwerken im 20. Jahrhundert zum Thema machen. Vogtherr, der sein Amt im Februar angetreten hat, nannte gegenüber den „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ als ein Beispiel, dass Teile des Parks Babelsberg und des Neuen Gartens zu DDR-Zeiten im Grenzgebiet gelegen haben. Er wies auch auf das Schloss Oranienburg hin, das von der SS genutzt wurde. Bei der Schlösserstiftung schon in Planung ist eine Ausstellung zum 75. Jahrestag der Potsdamer Konferenz von 1945. Die Ausstellung ist für das kommende Jahr angekündigt. Die Konferenz der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges hatte im Potsdamer Schloss Cecilienhof stattgefunden.
Als eine seiner Hauptaufgaben nannte der Kunsthistoriker Vogtherr, die Orte zeitgemäßer zu erklären. Im Gespräch mit der „Berliner Zeitung“ sagte Vogtherr: „Wir tragen Preußen in unserem Namen, doch viele Besucherinnen und Besucher wissen nicht mehr, was Preußen ist“. Die Preußischen Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg leiden bereits seit einigen Jahren unter einem nachlassenden Interesse von Besuchern. Im März wies die Stiftung darauf hin, dass die Zahl der Besucher innerhalb von zehn Jahren um etwa 20 Prozent zurückgegangen ist. Sorgen bereiten der Stiftung auch Schäden durch Vandalismus.
Bei der Präsentation der letzten Jahresbilanz im März sprach der neue Stiftungschef in diesem Zusammenhang von weniger Respekt gegenüber den Bauten und Gärten, die zum Weltkulturerbe zählen. Vogtherr sprach im März auch davon, dass ein bildungsbürgerliches Publikum nicht mehr vorausgesetzt werden könne.
Auch die Staatlichen Museen zu Berlin bemühen sich mit neuen Ideen, ein jüngeres Publikum für ihre Sammlungen zu begeistern. Dabei wurde auch die Idee aufgegriffen, kunsthistorisches Wissen in Form eines Comics zu vermitteln. Als Resultat präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin nun ein Comic-Buch, bei dem Gemälde des 19. Jahrhunderts aus der Alten Gemäldegalerie Inspiration für eine Comic-Geschichte waren.
Der Berliner Zeichner Felix Pestemer beschäftigt sich in dem Buch unter anderem auch mit dem berühmten Gemälde „Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci“ von Adolph von Menzel. Auch über das Aufgreifen der Werke Caspar David Friedrichs und Friedrich Schinkels wird eher beiläufig dem jungen Publikum Wissen über die deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts und die Geschichte Preußens vermittelt.    N.H.


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Kommentare

Siegfried Hermann:
15.06.2019, 13:47 Uhr

Es ist immer lobenswert, wenn UNSERE Kultur im richtigen Rahmen und Kontext gewürdigt wird und dafür gutes Steuergeld verwendet wird.

Gott sei Dank haben hier noch keine Antifanten ihr Unwesen getrieben und die "Mao-Kulturrevolution" der SED mit ihren Vernichtungswerk Deutscher Identität nicht mehr erreicht.
Andererseits fallen mir da, so aus dem hohlen Bauch gleich ein paar Bauwerke, besser Symbole ein, wo sich Herr Vogtherr garantiert in die Nesseln setzt und die bunten polidiesch korräkte Heuchlermeute Amok läuft:
Garnisonkirche Potsdam
Stadtschloss Berlin
Kaiser-Wilhelm Denkmal, Minden
Gedächtniskirche Breitscheidplatz
Olympiastadion Berlin
Flughafengebäude Tempelhof
und ähmm
die Neue Reichskanzlei und der Führerbunker natürlich...hüstel,gg, ;-)
btw
Über den Besucherschwund darf sich auch keiner wundern, wenn unsere Kids für völlig bekloppte "frei-day, no future" Agitation-Veranstaltungen von der bunten Lehrerschaft getrieben und missbraucht werden.
Aber keine Sorge.
Es kommt der Tag, wo die Säge sägen wird.

Mahlzeit!


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