Goldap wird immer beliebter

Saubere Luft, Skipisten und Gradierwerk: Der einzige Kurort des südlichen Ostpreußens im Winter

13.02.19
Zu jeder Jahreszeit eine Reise wert: Gradierwerke im Kurort Goldap Bild: D.K.

Immer mehr Menschen zieht es in den Winterferien nach Goldap, dem einzigen Kurort im südlichen Ostpreußen. Die Stadt hat nicht nur für Patienten der Heileinrichtungen etwas zu bieten, sondern ist auch für Touristen und Wintersportler interessant.

In den letzten Januarwochen zog es vor allem Schüler und Eltern aus dem südlichen Ostpreußen nach Goldap, um sich vom stressigen Alltag zu entspannen. Zwar fahren viele ins Ausland, aber immer mehr Touristen reisen in den nahegelegenen Kurort Goldap, der sich im südöstlichen Winkel der Woiwodschaft Ermland-Masuren befindet.
Goldap, gelegen in der bezaubernden Landschaft am Goldapsee und an der Grenze zur Rominter Heide, wo sich einst der deutsche Kaiser Wilhelm II. seinem Jagdhobby widmete, ist in der Winterzeit vor allem ein Paradies für Skifahrer. Auf dem fast 300 Meter hohen „schönen Berg” [Piekna Góra], von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt genießen kann, bietet sich  Gelegenheit, die Piste herunterzufahren. Den Ski- und Snow-
boardliebhabern stehen gleich mehrere Strecken zur Verfügung, die entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet sind. Mit Ski- oder Schleppliften gelangen die Sportler auf die Höhe. Es gibt sogar einen 750 Meter langen Sessellift, der sowohl in den Winter- wie in den Sommermonaten von Touristen regelrecht belagert wird. Obwohl in Goldap gewöhnlich niedrige Temperaturen herrschen und es häufig schneit, sorgen in wärmeren Wintern Schneekanonen für den weißen Pulverschnee. Wer auf den Berggipfel gelangt ist, hat die Möglichkeit, nach dem Skilaufen in einem  rotierenden Restaurant etwas Wärmendes zu sich zu nehmen.
Dank der einzigartigen Klimaeigenschaften, der sauberen Luft und dem Heilschlammvorkommen ist Goldap ein idealer Ort für Patienten und Gesundheitsbewusste, die Wert auf Entspannung legen. Seit vielen Jahren lassen sich Kranke im Goldaper Sanatorium mit fortschrittlichen Techniken behandeln. Unverkennbar hat die 14000 Einwohner zählende Kleinstadt mit der Errichtung von Gradierwerken sein Kurort-Image bestätigt. Das 2014 fertiggestellte Leckwerk zeichnet sich durch sein monumentales Holzgerüst aus, das 220 Meter lang und acht Meter hoch ist. Salzhaltiges Wasser wird durch Reisig und Nadelholz hindurchgeleitet, wobei die Salzlösung auf natürliche Weise verdampft und an die Luft gesundheitsfördernde Mikroelemente wie Jod, Brom, Magnesium oder Kalzium abgibt. Sich in solch einer mit Aerosolen angereicherten Umgebung aufzuhalten oder einfach spazieren zu gehen wird  besonders Patienten empfohlen, die unter chronischen Atemwegserkrankungen, Allergien, Depressionen oder Bluthochdruck leiden. Aus diesem Grund wurden in den Gradierwerken spezielle Spazierwege errichtet, die durch die Holzgerüste führen, sodass die Reisigwände die Passanten von allen Seiten umgeben.
Man kann sogar auf einen Turm steigen, von dem die Umgebung samt der Seepromenade und dem schön angelegten Kurpark bewundert werden kann. In dem Park sind zahlreiche öffentlich zugängliche Freiluft-Fitnessgeräte und Spielplätze vorzufinden, die sowohl den Kleinen als auch Erwachsenen viel Spaß machen und zu einer aktiven Erholung einladen.
Die Stadt nutzt auch Mineral- und Heilwasserquellen. In der Trinkhalle, die sich in der Nachbarschaft des Gradierwerks befindet, unterziehen sich viele Kurgäste einer Heilwassertherapie, indem sie verschiedene Mineralwassersorten direkt aus dem Hahn konsumieren. Die in dem heilenden Getränk enthaltenen Stoffe sollen unter anderem bei Magenbeschwerden helfen.
Darüber hinaus lohnt es sich, unabhängig von den Wetterbedingungen die Sehenswürdigkeiten Goldaps zu besichtigen. Das sind beispielsweise der zu Beginn des
20. Jahrhunderts erbaute Wasserturm oder die neogotische Kirche des Heiligen Leon. Zahlreiche Besucher begeistert auch der erneuerte Markt mit vielen kleinen Springbrunnen, der häufig als Visitenkarte der Stadt bezeichnet wird. Nach erfolgter Stadterkundung lädt das beliebte Restaurant „Matrioszka“ zum Gaumenschmaus ein, indem es seinen Gästen regionale Speisen zum Probieren anbietet. Zu den populärsten Gerichten zählen „Kartacze“ – Kartoffelknödel mit Fleischfüllung, Kartoffelwurst oder -puffer.
Die Vorzüge des Kurorts Goldap können sich sehen lassen: Eine herrliche Natur in wunderschöner Landschaft, seine regionale Küche, viele Sommer- sowie Wintersportmöglichkeiten, attraktive Kuranlagen, historische Bauwerke und eine moderne Infrastruktur ergänzen sich gegenseitig und erfüllen selbst die Wünsche der anspruchsvollsten Besucher.     Dawid Kazanski


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Keine Kommentare


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.