Großes Pommerntreffen M-V 2019 in Anklam

Bischof Otto von Bamberg, Apostel der Pommern, und die „Post im Walde“

30.04.19
Beeindruckendes Bekenntnis zur Heimat Pommern – ca. 700 Teilnehmer in Anklam

Die jährlichen Pommerntreffen in Anklam sind fast immer ausgebucht. Rund 700 Landsleute von nah und fern füllten am 6. April 2019 das „Volkshaus“ bis zum allerletzten Platz, darunter zwei Busgruppen aus der Altmark und aus Schwerin. 30 ehrenamtliche Helfer hatten die Mehrzweckhalle mit den Fahnen und Schildern aller hinterpommerschen Heimatkreise sowie einem Meer leuchtender Osterglocken und Forsythien festlich geschmückt und sorgten für einen reibungslosen Ablauf. BdV-Vorsitzender Manfred Schukat begrüßte hochrangige Vertreter aus Politik und Gesellschaft und besonders herzlich 65 Landsleute aus Stettin, Stargard, Stolp, Köslin und Rummelsburg im polnischen Hinterpommern, darunter auch Horst Zander aus Schimmerwitz, den das Eheglück vor 24 Jahren aus dem Westen in die alte Heimat zurückführte.

Mit preußischen Märschen umrahmte das Landespolizeiorchester Mecklenburg-Vorpommern das Treffen sehr feierlich. Überraschungsgast war diesmal Bischof Otto von Bamberg, der vor 900 Jahren auf friedlichem Wege den Pommern das Christentum brachte und damit als ihr Apostel gilt. Im passenden Ornat erzählte Otto von Bamberg über seinen Lebensweg und die beiden Missionsreisen 1124 und 1128 nach Pommern. Zum Schluss predigte er über die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus aus dem Neuen Testament und ermahnte die Pommern, zu ihren geistlichen Wurzeln zurückzukehren. Und der ganze Saal lauschte. Der Penkuner Pfarrer Bernhard Riedel vom Konvent evangelischer Gemeinden aus Pommern sprach das feierliche Totengedenken und Vaterunser, zu dem sich alle Landsleute von den Plätzen erhoben. Dazu intonierte das Landespolizeiorchester „Ich hatt‘ einen Kameraden“, danach stimmten alle gemeinsam in ihre Heimathymne – das Pommernlied – ein. Nun kamen die Ehrengäste zu Wort: Ob der Europa-Abgeordnete Werner Kuhn (CDU) aus Zingst, der Landtagsabgeordnete Dr. Matthias Manthei (Freie Wähler) aus Anklam oder Dr. Günther Jikeli aus Usedom, Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag Vorpommern-Greifswald – alle bekannten sie sich leidenschaftlich zu Pommern! Dr. Peter Eggert aus Berlin präsentierte seinen Stettiner Fluchtkoffer, der 1945 den Einmarsch der Roten Armee überstanden hatte. Die Grüße von den deutschen Vereinen in der Heimat überbrachten Detlef Rach aus Stolp (Słupsk), Thomas Krause aus Stettin, Peter Jeske aus Köslin-Bublitz (Koszalin) und Peter Nycz aus Stargard. Letzterer betreut viele Jahre die Kriegsgräberstätte in Glien bei Neumark (Stare Czarnowo).

Vor der Mittagspause wurden Charlotte und Wilhelm Partosch auf die Bühne gerufen. Sie sind unentbehrliche, fleißige Ehrenamtler im BdV Anklam und hatten vor kurzem ihre Eiserne Hochzeit. Für sie und alle anderen Jubilare brachte das Landespolizeiorchester mit einem ergreifenden Trompeten-Echo „Die Post im Walde“ zu Gehör. Darauf stießen alle Besucher mit einer Saalrunde „Stargarder Mampe halb & halb“ an, die der Veranstalter zu jedem Pommerntreffen spendiert. Die „Alten Kameraden“ beendeten die würdige Feierstunde.

Zu Beginn des Nachmittagsprogrammes wurden die anerkennenden Grüße von Margrit Schlegel, Sprecherin der Pommerschen Landsmannschaft, und von Prof. Dr. Ivan Seibel, Herausgeber der Internet-Zeitung für die Pomeranos in Brasilien, verlesen. Gleich nach dem ersten Lied des Shanty-Chores Insel Usedom e.V. überbrachte der inzwischen eingetroffene Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor (CDU) ein frisches und engagiertes Grußwort an die Teilnehmer des Treffens. Es folgte von den „Blauen Jungs“ ein bunter Liederstrauß von Heimat und Meer. Die frohe Stimmung stieg so weit an, dass sich spontan eine Polonaise durch den Saal mit vielen Teilnehmern bildete. Auch die Darbietungen der Pommerschen Trachtengruppe Berlin unter der Leitung von Waltraud Zielke fanden viel Beifall. Als krönender Abschluss stellte sich aus dem Kreise der Besucher  eine Gruppe Mundharmonika-Spieler auf der Bühne mit Frühlingsliedern zum Mitsingen ein, darunter sogar ein Landsmann aus Kanada. So hatte auch dieses Pommerntreffen allen, die dabei waren, viel zu geben. Manfred Schukat lud die Besucher herzlich zum nächsten Pommerntreffen in einem Jahr am 4. April 2020 nach Anklam ein


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