Herr über EU-Milliarden

10.06.13

Wissen Sie, wer Johannes Hahn ist? Nein? Dann dürfte es Ihnen so gehen wie wohl den meisten EU-Bürgern. Dabei ist Hahn als EU-Regionalkommissar der Herr über 336 Milliarden Euro umfassende Fördertöpfe und entscheidet mit, welches Land wie viel in den Jahren 2014 bis 2020 erhält. Aber es ist typisch EU, dass die meisten Bürger nicht wissen, wer da über ihr Wohl und Wehe entscheidet. Auch ist es typisch, dass Hahn den Posten in der EU-Kommission 2010 nicht bekommen hat, weil er sich dafür als besonders qualifiziert erwiesen hätte. Vielmehr war es so, dass die Luft für den österreichischen ÖVP-Politiker, der bis zu seinem Weggang nach Brüssel in Wien Minister für Wissenschaft und Forschung war, daheim sehr dünn wurde. Grund war der Umstand, dass seine Promotion sich als Plagiat entpuppte. Außerdem erzeugten viele seiner Entscheidungen massiven Widerspruch, so dass der österreichische Bundeskanzler mehrfach eingreifen musste.
Auch Hahns neuestes Projekt dürfte für Wi-derspruch sorgen, obwohl seine Vorschläge zur Reform der EU-Strukturförderung durchaus einleuchtend sind. So will er, statt überall planlos Infrastrukturprojekte zu finanzieren, gezielte Wirtschaftsförderung betreiben. Jedes Projekt soll künftig eine Strategie verfolgen und zudem sollen Erfolgskontrollen erfolgen. Statt Lebensstandardangleich will er Wachstumsimpulse setzen und sogar unternehmerische Start-ups finanzieren. „Autobahnen haben wir jetzt in vielen Mitgliedsländern in großer Zahl. Aber nicht genug Labors, in denen die zündenden Ideen für neue Güter entstehen, die über diese Autobahnen transportiert werden“, so Hahn gegenüber dem „Focus“. Ob seine Ideen die EU-Regierungschefs begeistern, wird sich zeigen. Berlin zumindest dürfte es nicht gefallen, dass Hahn die Förderung der neuen Bundesländer auf ein Drittel streichen will. Bel


Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann unterstützen Sie die PAZ mit einer Anerkennungszahlung.


Drucken


Kommentare

Tom Orden:
10.06.2013, 08:00 Uhr

Na toll! Ein Plagiator darf über 336 Milliarden (T)Euro entscheiden! Das kann doch nur übel enden...


Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld
*
*
*

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


*
 

Da Kommentare manuell freigeschaltet werden müssen, erscheint Ihr Kommentar möglicherweise erst am folgenden Werktag.
Sollte der Kommentar nach längerer Zeit nicht erscheinen, laden Sie bitte in Ihrem Browser diese Seite neu!

 
 

Die Preußische Allgemeine Zeitung – die deutsche Wochenzeitung für Politik, Kultur und Wirtschaft. Die PAZ spricht eine geschichtsbewusste Leserschaft an und vertritt den Gedanken einer deutschen Leitkultur. Preußisch korrekt statt politisch korrekt – die PAZ berichtet über Themen, die andere Wochenzeitungen lieber verschweigen. Unsere preußisch-wertkonservative Berichterstattung bietet Ihnen einen ungeschönten Blick auf das Zeitgeschehen und Woche für Woche Orientierung in der Flut oft belangloser Nachrichten. In ihren Kommentaren legt die PAZ den Maßstab preußischer Tugenden im besten Sinne an. Abonnieren auch Sie die Preußische Allgemeine Zeitung und lesen Sie wöchentlich tiefgründige Berichte von A wie Ahnenforschung, über B wie Bismarck, O wie Ostpreußen in Geschichte und Gegenwart, W wie Wochenrückblick bis Z wie Zweiter Weltkrieg. Kritisch. Konstruktiv. Klartext für Deutschland.