Klimaaktivisten attackieren Landwirte

05.12.19

Mit einer großen Traktoren-Demonstration haben am 26. November erneut Tausende Landwirte gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung protestiert. Nach Angaben der Initiative „Land schafft Verbindung“ waren etwa 40 000 Menschen zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor gekommen. Über Konvois, die teilweise bis zu zehn Kilometer Länge hatten, waren nach den Zählungen der Berliner Polizei 8600 Traktoren in das Zentrum Berlins gerollt.
Das Bündnis „Land schafft Verbindung“ hatte bereits im Oktober bundesweite Bauernproteste organisiert. Die Protestbewegung der Landwirte richtet sich unter anderem gegen den im September beschlossenen Agrarpakt der Bundesregierung. Aus Sicht der Initiative „Land schafft Verbindung“ gefährden die neue Vorgaben zum Insekten- und Umweltschutz und pauschale Düngebeschränkungen zum Grundwasserschutz die Existenz von landwirtschaftliche Betrieben in Deutschland.
Scharfe Kritik an den Protesten der Landwirte kam aus den Reihen der sogenannten Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“. Sebastian Grieme, Mitorganisator der Schülerproteste sagte: „Die Landwirtschaft in Deutschland leidet schon heute unter dem Klimawandel“. Grieme monierte, die deutsche Landwirtschaft würde „jedes Jahr über 70 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente“ produzieren und sei damit „aktiv mitverantwortlich für die Klimakrise“.
Aus Sicht des „Fridays for Future“-Aktivisten sei es deshalb absurd, wenn die Landwirte sich gegen Klima- und Umweltschutzmaßnahmen stellen und gleichzeitig Staatshilfen für Klimaschäden fordern. Auch Anton Hofreiter, Chef der Grünen-Fraktion im Bundestag, warf den demonstrierenden Landwirten vor, sie würden einen „falschen Ansatz“ verfolgen und Probleme wie das Artensterben oder die Verschmutzung des Grundwassers einfach ignorieren.

Norman Hanert


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