Kurzes zum 50. Todestag von Otto Dix

17.07.19

Zu den bedeutendsten deutschen Malern des 20 Jahrhunderts zählt zweifellos Otto Dix. Der Künstler hat sich mit seinen Porträts von Großstadttypen im Stil der Neuen Sachlichkeit der 1920er ebenso verewigt wie mit seinen Antikriegsbildern. Sein Triptychon „Der Krieg“ ist ein ähnlich großflächiges pazifistisches Mahnbild wie Picassos „Guernica“.
Am 25. Juli 1969 starb Dix nach einem Schlaganfall in Singen am Bodensee. Aus Anlass dieses 50. Todestages hat der Kunsthistoriker und langjährige Direktor der Hamburger Kunsthalle Uwe M. Schneede mit „Otto Dix“ eine kurze Künstlermonografie vorgelegt, in der er sich fragt, „wer dieser Künstler Otto Dix eigentlich war und wie er einzuordnen sei“.
Sowohl politisch wie auch künstlerisch lässt sich Dix schwer in ein Schema pressen. Dazu hat er als Freiwilliger im Ersten Weltkrieg, als kritischer Beobachter in der Weimarer Republik, als Innerer Emigrant in der NS-Zeit und als zwischen West und Ost pendelnder Künstler der Nachkriegszeit zu viele Wandlungen durchgemacht. Das alles schlägt sich, wie Schneede anschaulich erklärt, auch in seiner Malerei nieder.
Auch wenn Dix in den 20er Jahren zeitkritische Karikaturen schuf, war er laut Schneede kein Klassenkämpfer wie George Grosz. Auch wenn er in der NS-Zeit nur vom Verkauf von Landschaftsbildern, lebte, so war er kein „Antifaschist“, wie man ihn in der DDR gerne sah. Der Sozialistische Realismus war ihm ebenso fremd wie die abstrakte Kunst des Westens. Es ist Schneedes Verdienst, dass er Dix’ Vieldeutigkeit mit diesem kleinen Werk verständlich macht und anhand von Bildbeispielen zeigt, was für ein großer Maler er war.    Harald Tews

Uwe M. Schneede: „Otto Dix“, Verlag C.H.Beck Wissen, München 2019, Softcover, 128 Seiten mit 40 Abbildungen, davon 19 in Farbe, 9,95 Euro


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