Linke gegen Wiederaufbau

15.11.19

Der österreichische Investor René Benko plant, das Karstadt-Kaufhaus am Berliner Hermannplatz originalgetreu wiederherzustellen, wie es Ende der 1920er Jahre gebaut wurde. Während der Platz selbst zum Bezirk Neukölln gehört, liegt das Kaufhaus im Bezirk Fried­richshain-Kreuzberg. Grüne und Linkspartei wenden sich gegen den Wiederaufbauplan.
Gaby Gottwald, Abgeordnete der Linkspartei im Berliner Landesparlament, stört es, dass Benko an der Grenze zu Kreuzberg eine Rekonstruktion des historischen Karstadt-Warenhauses plant. Es entstehe ein „Monumentalbau“, ein Fremdkörper in einer Umgebung, die vor allem durch kleinteiligen Einzelhandel geprägt sei. Ganz ähnlich dachte der Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg und lehnte die Erteilung einer Baugenehmigung ab.
Das Kaufhaus wurde von dem Architekten Philipp Schaefer entworfen. Zu seiner Zeit war es das größte Warenhaus des Reiches. Vom U-Bahnhof konnte man direkt das Kaufhaus betreten. Der sechsgeschossige Bau wurde seitlich von zwei Türmen abgeschlossen.
Nachdem das Gebäude den westalliierten Bomben getrotzt hatte, wurde es beim Kampf um Berlin vollkommen zerstört. SS-Verbände sprengten es, um sich besser verschanzen zu können. Jedoch schon Ende Juli 1945 wurde in einem kleinen unversehrt gebliebenen Gebäudeteil der Verkauf von Waren wieder aufgenommen. In den Jahren 1950/51 wurde das Gebäude unvollständig wieder aufgebaut. Statt der sechs gab es nun nur noch vier Stock­werke. Benko gibt trotz der links-grünen Blockade aber nicht auf: „Ich glaube, das müssen Politiker manchmal, um sich in der breiten Öffentlichkeit Gehör zu verschaffen ... In Berlin tragen wir die Verantwortung für mehr als 5000 Leute im stationären Einzelhandel.“
Unterstützung erhielt Benko vom Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD): „Ich glaube nicht, dass es akzeptabel ist, wenn einfach von heute auf morgen eine hohe dreistellige Millioneninvestition vom Bezirksamt abgesagt wird. Das geht so nicht.“
Benko gilt als geduldig und erfolgreich. Innerhalb von 20 Jahren hat er mit seiner Signa Holding ein Firmenimperium aufgebaut. Immobilien und Handel sind seine Tätigkeitsfelder. Benko engagiert sich seit 2005 in Berlin. Ihm gehören elf Karstadt- und Kaufhof-Filialen sowie das weltbekannte KaDeWe am Kurfürstendamm. Frank Bücker


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Kommentare

Siegfried Hermann:
15.11.2019, 13:14 Uhr

Linke-GRÜNE Sprech:...kleinteiligen Einzelhandel geprägt sei...

Damit sind stickende Dönerbuden, Drogen- und Nuttenmeile, unendliche Schiss-sha-Cafes, second-hand-Hehlerwaren Kapuffs, x-mal Turk-Frisür, "3-Ecken den Hermann weiter rauf die Zigeunermüllkippe, Tattoo-Studio und sonst den üblichen Mültikülti-Totalträsch gemeint.
Der REWE, Conrad und die Bowlingbahn sind da deutsche Minderheit.
Mal ehrlich. Wer braucht son Scheixx???
Guck euch einfach mal im Kiez um!

Ob das Konzept: einen Luxus-konsumtempel vom Benko in diesen Mülti-bunt statt Deutsch-Biotop -- mit Sicherheit mit Millionen abgegriffener Deutscher Steueronen greift, wage ich ernsthaft in Zweifel zu stellen.
Die Idee in diesen total herunter gekommen Kiez wieder echte Kultur und Glanz zu bringen ist zwar nett, aber sooo nicht umsetzbar.

Schade drum.


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